Dengue-Fieber

Hintergrund

Die Übertragung der Virusinfektion – Erreger ist das Dengue-Virus, ein Flavivirus – erfolgt durch Stechmücken, insbesondere durch Aedes aegypti, eine Mücke, die vor allem in der Dämmerung aktiv ist.. Nach 3 bis 14 Tagen kommt es dann zum Ausbruch der Erkrankung.

Das klassische Dengue-Fieber ist eine hochfieberhafte Erkrankung, typischerweise mit starken Gelenk- und Muskelbeschwerden, Hautausschlag (Exanthem) und häufig langwieriger Rekonvaleszenz bis die Erkrankung überstanden ist. Schwere, in bis zu 30% tödlich verlaufende Formen der Infektion, sind das Dengue Hämorrhagische Fieber und das Dengue Schocksyndrom. Häufig treten diese komplikationsreichen Verläufe nach Zweitinfektionen mit Dengue-Viren auf.

Abbildung 1: Denguefieber Fälle pro Meldejahr nach Referenzdefinition, Deutschland (ohne Bayern) und Bayern, Datenquelle Deutschland: SurvStat; Datenquelle Bayern: SurvNet; Datenstand: 17.01.2018).

Abbildung 1: Denguefieber Fälle pro Meldejahr nach Referenzdefinition, Deutschland (ohne Bayern) und Bayern, Datenquelle Deutschland: SurvStat; Datenquelle Bayern: SurvNet; Datenstand: 29.01.2018).

In Bayern wurden im Jahr 2017 184 Fälle einer Denguevirus-Infektion an das LGL übermittelt (Datenquelle SurvNet, Datenstand: 29.01.2018). Eine hämorrhagische Verlaufsform wurde nicht berichtet; ein unter einem Jahr altes Kind verstarb an Dengue-Fieber, nachdem es sich bei einem Aufenthalt auf Sri Lanka mit dem Virus infiziert hatte.

Der Anstieg der Fallzahlen über die Jahre ist multifaktoriell bedingt. Zum einen ist durch eine zunehmende Reisetätigkeit in Endemiegebiete eine höhere Anzahl infizierter Reiserückkehrer zu verzeichnen. In Jahren, in denen es zu größeren Ausbrüchen in den Endemiegebieten kommt, spiegelt sich dies auch in der Fallzahl bei den Reiserückkehrern wider und führt zu den beobachteten „Peaks“.
Zum anderenist die Aufmerksamkeit für Erkrankungen, die durch Arboviren (arthropod-borne diseases, durch Gliederfüßer übertragene Viren) verursacht werden, aufgrund der Zika-Virus-Epidemie gestiegen. An eine labordiagnostische Abklärung auf Arboviren wird somit bei erkrankten Reiserückkehrern immer häufiger gedacht.
Die Hauptinfektionsorte bei Reiserückkehrern in Bayern liegen unverändert in Thailand, Indonesien und Indien.

Wie kann man sich schützen?

Reisenden in tropische Länder Südamerikas, Afrikas und Asiens, insbesondere nach Brasilien, Thailand, Indonesien, Indien, und Sri Lanka ist eine adäquate Mückenprophylaxe dringend zu empfehlen. Dazu gehören unter anderem das Tragen von langärmeliger heller Kleidung, die regelmäßige Verwendung von Repellentien (auf Haut und/oder Kleidung aufgetragener Mückenschutz) und Schlafplätze mit Mückenschutz. Eine Impfung oder medikamentöse Prophylaxe existieren ebenso wenig wie eine spezifische antivirale Behandlung der Erkrankung.

Spätestens zwei bis vier Wochen vor Reiseantritt ist eine reisemedizinische Beratung dringend anzuraten. Außer einer ausführlichen Aufklärung über expositionsprophylaktische Maßnahmen gegen Mückenstiche sind Impfempfehlungen gegen andere im Reiseland vorkommende Erreger zu besprechen. Auf Tropenmedizin spezialisierte Ärzte in ganz Bayern sowie die tropenmedizinischen Institute an den Universitäten sind geeignete Ansprechpartner.

Ungewöhnliches Auftreten von Dengue-Fieber in Ägypten

Ende 2017 wurde bei 5 deutschen Reiserückkehrern aus Ägypten eine Dengue-Fieber Erkrankung diagnostiziert (Epidemiologisches Bulletin des RKI 49/2017). 2 der Betroffenen stammen aus Bayern (Datenquelle SurvNet, Datenstand 29.01.2018). Auch aus Belgien und Österreich sind im ähnlichen Zeitraum Dengue-Fieber Erkrankungen bei Reiserückkehrern aus Ägypten berichtet worden.

Hintergrund

Die im Zusammenhang mit einer Ägyptenreise erkrankten Patienten aus Bayern (männlich, 55 und weiblich, 52 Jahre) hielten sich jeweils für 2 Wochen in der Region um/in Hurghada auf. Sie erkrankten mit jeweiligem Symptombeginn am 22.10.2017 und 07.12.2017. Die Diagnose einer Dengue-Fieber Erkrankung konnte anhand des Nachweises von anti- Dengue-Ig M Antikörpern in Deutschland gestellt werden. Insgesamt konnten bei den bekannt gewordenen Fällen von Reiserückkehrern außer dem Aufenthalt in der Region Hurghada kaum Gemeinsamkeiten bezüglich der Unterkunft oder Ausflüge ermittelt werden.

Das Auftreten von Dengue-Fieber in Ägypten ist ungewöhnlich, da Ägypten bislang nicht als Dengue-Endemiegebiet galt. In Deutschland beispielsweise wurden seit 2001 lediglich 2 Fälle nach Ägyptenaufenthalt an das Robert-Koch Institut übermittelt. Seit 2010 werden jedoch wieder häufiger Dengue-Fieber Fälle an den Küsten des Roten Meeres beobachtet und in der ägyptischen Presse wird seit Oktober 2017 von einem Denguefieber- Ausbruch in der einheimischen Bevölkerung zweier Orte südlich von Hurghada am Roten Meer berichtet. Weltweit kommen das Dengue-Fieber und Dengue-Ausbrüche in tropischen Ländern Südamerikas, Afrikas und Asiens vor. Als Hauptinfektionsorte bei bayerischen Reiserückkehrern, die an Denguefieber erkrankten, wurden im Jahr 2017 Thailand, Indien und Sri Lanka ermittelt.

Wenn Reiserückkehrer aus Ägypten, die sich speziell am Westufer des Roten Meeres aufgehalten haben, Denguefieber-typische Symptome (Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Hautausschlag) entwickeln, sollte differentialdiagnostisch eine Denguevirus- Infektion in Betracht gezogen werden. Bei Reisen in die Region wird zu einem wirksamen Moskitoschutz geraten.

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