Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Etablierung und Validierung eines molekularbiologischen Testsystems zum Nachweis von Hepatitis E Virus in Lebensmittelproben und klinischem Material

Kurzbeschreibung:

Hepatitis E ist eine infektiöse Form der Leberentzündung, die durch das Hepatitis E Virus (HEV) verursacht wird. Bislang galt eine Hepatitis E-Infektion in industrialisierten Ländern Europas und Amerikas als Reiseerkrankung, vor allem nach Aufenthalten in Asien und Afrika. Die Anzahl der durch das Robert-Koch-Institut erfassten HEV-Infektionen stieg jedoch in den letzten Jahren beständig an, insbesondere die Zahl der autochthonen Fälle, bei denen es sich um Erkrankungen handelt ohne erkennbaren Zusammenhang mit einer Reise in ein Endemiegebiet. HEV-Infektionen gewinnen in Deutschland dadurch zunehmend an Bedeutung.

Als Quelle für den Infektionserreger in industrialisierten Ländern gelten vor allem Hausschweine und Wildschweine, die in nahezu allen Regionen der Welt eine hohe Durchseuchung mit HEV aufweisen. Mittels Genanalysen konnte eine enge Verwandtschaft zwischen humanen Isolaten und Isolaten aus Schweinen gezeigt werden, so dass eine Zoonose durch die Übertragung vom Schwein oder Wildschwein auf den Menschen als wahrscheinlich anzusehen ist.

Im Rahmen des Projektes sollten für die Routineuntersuchung geeignete Methoden zum Nachweis von Hepatitis E-Viren in Lebensmitteln etabliert werden. Neben den Methoden zur Probenhomogenisierung sowie Nukleinsäure-Extraktion wurden verschiedene RT-PCR-Verfahren (konventionelle und real-time PCR) im Hinblick auf ihre Routinetauglichkeit geprüft, optimiert und standardisiert. Die real-time-Verfahren zeigten sich hierbei für das „Virus-Screening“ von Lebensmittelproben gut geeignet. Die konventionelle RT-PCR-Methode hingegen erlaubt durch die Generierung eines längeren PCR-Produktes die Charakterisierung von Virusstämmen mittels Sequenzierung.

Neben den methodischen Aspekten wurden mehr als 100 Leberproben von Haus- und Wildschweinen sowie zahlreiche Lebensmittelproben, insbesondere Proben von Leberwürsten, auf das Vorkommen von HEV untersucht. HEV-spezifische Nukleinsäuren konnten hierbei in 3 % der Schweineleberproben und in ca. einem Drittel der Lebensmittel, für deren Herstellung Schweineleber verwendet wird (Leberwurst), nachgewiesen werden. Der Verzehr nicht ausreichend erhitzter Fleischerzeugnisse vom Schwein und Wildschwein spielt damit bei der Übertragung des Virus in Deutschland möglicherweise eine besondere Rolle.

Laufzeit: 2012-2013