Perfluorierte Chemikalien (PFAS) in Lebensmitteln - Untersuchungsergebnisse 2013

Hintergrund

Wegen ihrer hohen Persistenz sind Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA) neben weiteren perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) mit ähnlicher chemischer Struktur seit 2011 Bestandteil des bundesweiten Lebensmittel-Monitorings. Bei diesem gemeinsamen Messprogramm von Bund und Ländern werden Lebensmittel repräsentativ für Deutschland auf Gehalte an gesundheitlich nicht erwünschten Stoffen untersucht. Das LGL analysierte im Rahmen dieses vorgegebenen Messprogrammes 20 Proben Schweineleber, 20 Proben Salat (hauptsächlich Kopfsalat) und 20 Proben Zwiebeln. Die Proben wurden überwiegend in Bayern erzeugt. Zusätzlich untersuchte das LGL acht Proben Tomaten sowie 15 Proben Erdbeeren aus bayerischen Erzeugerbetrieben auf PFAS, um Vergleichsdaten für diese beiden Lebensmittel zu erhalten, die für andere Bundesländer im Monitoringprogramm vorgesehen waren. Als Verdachtsprobe wurde noch eine Probe Wiesenchampignons analysiert. In keiner der pflanzlichen Proben konnten im Analysenspektrum PFAS nachgewiesen werden. Dies ist erfreulich, weil auch stichpunktartig pflanzliche Lebensmittel aus Regionen Bayerns untersucht wurden, für die aus der Vergangenheit eine Belastung der Umwelt mit PFAS bekannt war. Bei den Schweinelebern war nur in einer Probe ein geringer Gehalt an PFOA (1,5 µg/kg) nachweisbar, wogegen alle Proben PFOSRückstände zwischen 1,9 und 34,8 µg/kg (Mittelwert 12,2 µg/kg) aufwiesen, die jedoch in keinem Fall Anlass zu gesundheitlichen Bedenken gaben. Die Anreicherung der PFAS in der Leber geht auf deren Funktion als Entgiftungsorgan zurück und findet im Muskelfleisch kaum statt. Dies zeigten acht Fleischproben, die von denselben Tieren zusätzlich untersucht wurden und bei denen kein PFOS nachzuweisen war.

PFAS in Fischen

Fische reichern PFAS aus belasteten Gewässern an. Als weiteres Schwerpunktprogramm hat das LGL daher Fische aus dem Handel auf PFAS untersucht. Über die Rückstandsbelastung von Aalen aus heimischen Fließgewässern liegt bereits eine große Zahl von Untersuchungsergebnissen vor, jedoch wenige Daten zu den im Handel erhältlichen Aalen. Da rohe Aale eher selten angeboten werden, führte das LGL die Untersuchungen an geräucherten Aalen durch, die überwiegend überregional bezogen werden oder aus importierter Rohware, meist aus Aquakulturen, hergestellt werden. Alle zehn auf Rückstände der PFAS-Leitsubstanzen PFOA und PFOS untersuchten Räucheraale wiesen kein oder nur Spuren von PFOA auf. Die Gehalte an PFOS lagen bei sieben Proben unter oder nur geringfügig über der Nachweisgrenze. Lediglich in einer Probe, die nachweislich aus der Ostsee stammte, war ein Gehalt von 20,9 µg PFOS/kg festzustellen, der für einen Fisch aus einem belasteten Gewässer aber als eher gering einzustufen ist und keinerlei Anlass zu gesundheitlichen Bedenken gab. Das LGL untersuchte auch Proben vom Pangasius, einer überwiegend aus asiatischen Aquakulturen stammenden Schlankwels-Art. Bei 17 Proben Pangasiusfilet stellte das LGL nur Spuren von PFOS im Bereich von wenigen µg/kg fest, PFOA war in keiner Probe nachweisbar. Bei den oben genannten Proben waren in diesem Zusammenhang keine weiteren Maßnahmen notwendig.

PFAS in Trinkwasser

Für Trinkwasser hat die Trinkwasserkommission des Umweltbundesamtes im Jahr 2006 Empfehlungen für die Bewertung von PFAS-Gehalten ausgesprochen. Diese wurden über die Jahre weiterentwickelt und stellen die Beurteilungsgrundlage für das LGL dar. Regelmäßig analysiert das LGL Trinkwasserproben aus Regionen, für die eine Belastung der Umwelt mit PFAS in der Vergangenheit bekannt wurde. Daneben erfolgt auch eine umfangreiche Beprobung von Trinkwasserversorgungen, wenn dem LGL neue Anhaltspunkte für eine Kontamination mit PFAS bekannt werden, die unter Umständen einen Einfluss auf das Trinkwasser haben könnten. Vor diesem Hintergrund untersuchte das LGL im vergangenen Jahr 56 Trink- und Rohwasserproben aus sechs Regionen auf PFAS. Der gesundheitliche Leitwert für die Summe von PFOS und PFOA aus den Empfehlungen der Trinkwasserkommission von 0,3 µg/l wurde in keiner Trinkwasserprobe überschritten. In einem Fall erfolgte jedoch eine vorsorgliche Umstellung der Wasserversorgung, um die Gehalte im betroffenen Trinkwasser zu minimieren und auszuschließen, dass unter ungünstigen Umständen der gesundheitliche Leitwert überschritten werden könnte.