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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Erkrankungen durch Zeckenstiche: FSME

Sie kommen pünktlich mit dem Frühjahr und bleiben aktiv bis in den Herbst hinein: Zecken. Die kleinen Blutsauger leben im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz und warten dort auf Spaziergänger, Sportler, Jäger und andere Naturfreunde. Beim Vorbeigehen heften sie sich an deren Kleidung und suchen nach einer unbedeckten Körperstelle. Zeckenstiche sind alles andere als ungefährlich, da sie Krankheitserreger beherbergen, die sie beim Blutsaugen übertragen.

Die häufigsten durch Zecken übertragbaren Infektionen in Europa sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis; auch Europäisches Zeckenbissfieber)

Diese zeckenübertragene Virusinfektion ruft jedes Jahr etwa 300 Erkrankungen in Deutschland (davon etwa 130 Fälle pro Jahr in Bayern) hervor. Das Virus kann unter anderem zu einer Hirnhautentzündung führen. EineTherapie existiert bislang nicht, aber die Erkrankung kann wirksam durch eine Impfung verhindert werden.

Für FSME-Erkrankungen können aufgrund der seit dem Jahr 2001 bestehenden Meldepflicht genauere Aussagen zu Häufigkeit und Verteilung in Deutschland getroffen werden. Die gemeldeten Fallzahlen zeigen zyklische Schwankungen in mehrjährigen Abständen. Nachdem im Jahr 2012 mit 195 Fällen im gesamten Bundesgebiet (davon 90 in Bayern) die niedrigste Fallzahl seit Einführung der Meldepflicht verzeichnet wurde, stiegen die Fallzahlen zwischen 2013 und 2015 wieder auf das durchschnittliche Niveau der Vorjahre an. Die FSME tritt vorwiegend in bestimmten Endemiegebieten auf. Diese liegen in Süddeutschland (Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen) sowie in Teilen von Österreich und der Schweiz, in Skandinavien und Osteuropa. In Höhenlagen über 1.000 Meter kommen meist keine Zecken vor.

Risikogebiete für FSME in Bayern

In FSME-Risikogebieten wird für Besucher und Bewohner wegen des erhöhten Erkrankungsrisikos die Impfung empfohlen, sofern sie sich beruflich oder in der Freizeit in der Natur aufhalten. In Bayern wurde aufgrund der gemeldeten Fälle im Jahr 2015 ein neues Risikogebiet ausgewiesen. Insgesamt sind nun 83 von 96 Kreisen in Bayern zum Risikogebiet erklärt worden.

Krankheitsbild

Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Infektion. Nach erfolgter Infektion treten bei rund 30 % der Infizierten Krankheitserscheinungen auf. Die Krankheit verläuft in zwei Phasen: Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit mäßigem Fieber (in der Regel nicht über 38 °C), Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche bis 20 Tagen entsteht bei ca. 10 % der Patienten eine Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) mit Fieber, Erbrechen, meningealen Reizerscheinungen, vereinzeltem Auftreten von Stupor oder Koma. Bei älteren Patienten kann sich zusätzlich eine Myelitis entwickeln. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Paresen, Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft erst Monate nach der Erkrankung auftreten. Häufig kommt es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung. Schwere Krankheitsverläufe werden fast nur bei Erwachsenen beobachtet. Bei ca. 0,5 % der Betroffenen führt die FSME-Erkrankung zum Tod.

Behandlung der FSME

Die FSME kann nicht ursächlich behandelt werden. Lediglich die Symptome können gelindert werden, z. B. durch Fieber- und Schmerzmittel. Spätschäden lassen sich dadurch nicht verhindern.

FSME-Impfung

Die Verhütung von FSME-Infektionen ist besonders wichtig, weil es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit gibt. Empfohlene Abwehrmaßnahmen wie Tragen langer Kleidung und Benutzen von Insektenabwehrmitteln mindern zwar das Risiko, bieten aber keinen sicheren Schutz. Die einzige zuverlässige Schutzmaßnahme ist die aktive Impfung. Die FSME-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Personen empfohlen, die in den Risikogebieten das Risiko haben, mit Zecken in Kontakt zu kommen. Die FSME-Schutzimpfung verhindert eine Erkrankung an FSME. Dabei werden abgeschwächte Krankheitserreger in den Muskel gespritzt, die dann im Organismus der beimpften Person eine Antikörperbildung gegen FSME-Viren bewirken. Ein vollständiger und für die Dauer von drei bis fünf Jahre anhaltender Schutz vor der Erkrankung ist erst nach drei Impfungen gegeben. Nach einer Erstimpfung erfolgt zwei bis zwölf Wochen später eine Zweitimpfung. Nach dieser zweiten Impfung ist bereits ein zuverlässiger Schutz erreicht, dieser hält allerdings nur circa für ein Jahr. Die dritte Impfung sollte neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung verabreicht werden. Um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, muss alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischung erfolgen. Alternativ für Eilige kann die Impfung bereits 7 und 21 Tage nach der Erstimpfung wiederholt werden. Eine erste Auffrischung sollte dann nach einem und alle weiteren nach drei bis fünf Jahren erfolgen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für Personen, die in Risikogebieten leben. Bei beruflicher Exposition ist der Arbeitgeber für die Kostenerstattung zuständig. Bei Urlaubsreisen sind die Kassen nicht verpflichtet, die Impfungen zu bezahlen. Privatkassen entscheiden in letzterem Fall frei über die Kostenübernahme.

Entfernung der Zecke

Eine Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Informationen zur fachgerechten Entfernung von Zecken finden Sie hier

Die Lyme-Borreliose (Lyme-Krankheit)

Neben der FSME kommt noch eine zweite zeckenübertragene Krankheit in Deutschland vor: die Lyme-Borreliose. Weitere Informationen zur Lyme-Borreliose finden Sie unter den unten genannten Links bzw. im Verweis-Kasten "Verwandte Themen" im oberen rechten Bereich dieser Seite.