Lebensbaumlogo Geschäftsbereich lebensministerium.bayern.de

Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tiergesundheit – Aktuelles

CWD (Chronic Wasting Disease; auch: Chronische Auszehrungskrankheit) bei Hirschartigen

Anfang April 2016 wurde erstmals in Europa CWD bei Hirschartigen nachgewiesen. Betroffen war ein wildlebendes Rentier aus Norwegen. Zwei weitere Fälle traten in der Folge bei wildlebenden Elchen, ebenfalls in Norwegen, auf. Bei der CWD handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Die infektiösen Erreger werden Prionen genannt. Die CWD gehört zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE), zu denen auch Scrapie bei kleinen Wiederkäuern und BSE beim Rind zählen. Die CWD ist seit Ende der 1960er bekannt und hat sich in den letzten Jahrzehnten über den gesamten nordamerikanischen Kontinent verbreitet.

Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen – Virusvariante 2 auch in Bayern gehäuft nachgewiesen

Die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (Rabbit Haemorrhagic Disease / RHD) ist erstmals 1984 bei europäischen Kaninchen in China aufgetreten und wurde daher als sog. Chinaseuche bezeichnet. Mittlerweile hat sich die Erkrankung auch auf Europa, Korea, Marokko, Kuba, Australien und Neuseeland ausgebreitet. RHD zeichnet sich durch einen raschen Krankheitsverlauf, häufig ohne vorausgehende deutliche klinische Symptomatik, aus und verursacht hohe Verluste bei Haus- und Wildkaninchen.

Arbeitsgemeinschaft resistente Erreger in der Veterinärmedizin (ARE-Vet)

Nicht nur in der Human-, sondern auch in der Tiermedizin sind Antibiotikaresistenzen ein vielbeachtetes Thema. In Bayern wurde bereits 2012 das Bayerische Aktionsbündnis Antibiotikaresistenz (BAKT) gegründet, unter dessen Dach die Landesarbeitsgemeinschaft multiresistente Erreger (LARE) angesiedelt ist, die sich mit der Thematik Antibiotikaresistenz im Bereich der Humanmedizin beschäftigt. Zur weiteren Umsetzung von BAKT wurde mit Unterstützung des StMUV die Arbeitsgemeinschaft resistente Erreger in der Veterinärmedizin (ARE-Vet) ins Leben gerufen.

Primäres Ziel der ARE-Vet ist es, Akteure aus den Bereichen Agrarwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Veterinärmedizin zu vernetzen, um Aktivitäten zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen in der Tierhaltung und bei Lebensmitteln tierischer Art zu fördern. Daneben wird durch Dialog mit der LARE, der gegenseitige Austausch und die Transparenz zwischen Human- und Veterinärmedizin unterstützt.

Drei Säulen Programm - Gute Lebensmittel aus Bayern

Kontrolle von Geflügelgroßbetrieben

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat ein 3-Säulen-Aktionsprogramm entwickelt, das für den bestmöglichen Schutz des Verbrauchers im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit sorgen soll. Ein Bestandteil des Programms ist die verstärkte Kontrolle von Geflügelgroßbetrieben durch das LGL. Als Geflügelgroßbetriebe gelten Betriebe, die gemäß § 1 der 4. Bundesimmissionsschutzverordnung erfassungspflichtig sind (mehr als 40.000 Tierplätze für Geflügel). An dieser Stelle können sich Geflügelhalter über rechtliche Vorgaben aus den Bereichen Tierschutz, Tierarzneimittel, Tiergesundheit, Nebenprodukte, Lebensmittelsicherheit und Futtermittelsicherheit informieren.

Die Unterlagen sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind vorbehalten. Es ist jedoch gestattet, die Unterlagen nach Maßgabe des Urheberrechts unentgeltlich zu nutzen, insbesondere das Dokument herunter zu laden, zu speichern oder in kleiner Zahl zu drucken. Die entgeltliche Weitergabe der Unterlagen ist untersagt. Bei publizistischer Verwertung – auch von Teilen – wird um Angabe der Quelle und Übersendung eines Belegexemplars gebeten.

Die Unterlagen wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden.

Blauzungenkrankheit (BT) wieder auf dem Vormarsch – Freiwillige Impfungen

Infektionen von Hauswiederkäuern mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Bluetongue-Virus, BTV) vom Serotyp 8 verursachten in den Jahren 2006 bis 2009 in Deutschland erhebliche Schäden infolge klinischer Erkrankungen. Nach umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen erhielt Deutschland am 15.02.2012 den BTV-Freiheitsstatus zurück. Dieser Status wird aufgrund des erneuten Auftretens von BTV-8 in Frankreich und der Ausbreitung einer BTV-4 Epidemie vom Balkan über Rumänien, Ungarn, Slowenien und Österreich weiter nach Nordwesten bedroht. Nach einer Bewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes ist das Eintragsrisiko der Blauzungenkrankheit für Bayern und Baden-Württemberg aktuell als „wahrscheinlich bis hoch“ einzustufen.

In Vorbereitung auf eine mögliche weitere Ausbreitung der Blauzungenkrankheit wurden vom Bund die rechtlichen Voraussetzungen für eine prophylaktische Impfung von Wiederkäuern geschaffen. Bund und Länder favorisieren derzeit eine freiwillige Impfung der Wiederkäuerbestände. Die Entscheidung über eine Impfung obliegt damit der Verantwortung der Tierhalter. Durchgeführte Impfungen sind der zuständigen Behörde mitzuteilen und durch den Tierhalter oder durch einen von ihm beauftragten Dritten (z. B. Impftierarzt) in der HIT-Datenbank zu erfassen.

Genauere Informationen zum Krankheitsbild BTV finden Sie unter folgenden Links:

Eine Qualitative Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts zur Einschleppung der Blauzungenkrankheit, Serotyp 4, finden Sie unter folgendem Link:

Leitfäden für die Eingabe von BT-Impfdaten in die HIT-Datenbank finden Sie unter folgenden Links:

Tiergesundheit – Themen

Die Aufgaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf dem Gebiet der Tiergesundheit umfassen die Diagnostik von Tierkrankheiten, deren Prävention und Bekämpfung, den Tierschutz sowie die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln. Der diagnostische Bereich deckt neben der pathologischen Untersuchung mit dem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Nutztieren ein breites Spektrum an Virusinfektionen, bakteriellen Erkrankungen und Pilzerkrankungen sowie Parasitosen ab. Daneben erreichen das LGL Aufträge aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutzt (StMUV) sowie Anfragen und Bitten um Unterstützung von den Regierungen und Veterinärämtern. Die Überwachung des Tierarzneimittelverkehrs bei Lebensmittel liefernden Tieren steht insbesondere aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Qualität der Lebensmittel und damit auf die Verbrauchergesundheit im öffentlichen Interesse. Auf dem Gebiet des Tierschutzes ist das Fachwissen des LGL bei der Beurteilung von Tierhaltungen und im Zusammenhang mit weiteren tierschutzrechtlichen Fragestellungen wie dem Tiertransport, dem Handel mit Tieren und der Tiertötung gefragt. Die Prävention von Tierseuchen wird vorrangig unterstützt. Im Tierseuchen-Verdachtsfall und bei Ausbrüchen ist die schnelle und sichere Diagnostik essenziell für eine gezielte Bekämpfung. Die Aktivitäten des LGL sollen die durch Tierseuchen bedingten wirtschaftlichen Schäden möglichst gering halten. Des Weiteren hat das LGL eine wichtige Funktion in der amtlichen Futtermittelüberwachung, unter anderem durch die behördlich angeordnete Untersuchung von Futtermittelproben und die Erstellung von Gutachten für das StMUV und die Regierung von Oberbayern.