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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tiergesundheit – Aktuelles

Geflügelpest bei Wildvögeln in mehreren bayerischen Landkreisen – Allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet

Nachdem in Bayern zunächst bei mehreren tot aufgefundenen Wildvögeln aus dem Landkreis Lindau der hochpathogene Subtyp H5N8 des Aviären Influenza-Virus (AIV) nachgewiesen wurde, bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut den Subtyp H5N8 nun auch in weiteren Proben aus dem Landkreis Starnberg sowie den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Weilheim-Schongau, Miesbach, Augsburg, Freising, Ostallgäu, Unterallgäu, Landshut, Rottal Inn, Straubing-Bogen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Landsberg am Lech, Ebersberg, Hof, Erding, Neu-Ulm und Aichach sowie aus den Städten Nürnberg, Ingolstadt und München. Der Subtyp H5N8 war zuvor bereits in Proben von verendeten Wasservögeln am Plöner See in Schleswig Holstein und fast zeitgleich am Bodensee in der Schweiz und in Österreich und Deutschland festgestellt worden. Des Weiteren hat das LGL bei Wildvögeln aus den Landkreisen Neuburg Schrobenhausen, Weissenburg-Gunzenhausen, Fürstenfeldbruck sowie Roth Aviäres Influenza Genom vom Subtyp H5 nachgewiesen. Diese Proben sind zur Bestätigung, weiteren Subtypisierung und Pathogenitätsbestimmung an das Nationale Referenzlabor, Friedrich-Loeffler-Institut, weitergeleitet worden.
Am 18. November 2016 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit.

Des Weiteren hat das Bayerische Umweltministerium veranlasst, dass ein bayernweites Verbot für Ausstellungen und Märkte mit Geflügel angeordnet wird. Für die Anordnung der Maßnahmen sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig.

Seit den weitreichenden H5N1-Geflügelpestgeschehen der Jahre 2005/2006 werden auch in Bayern kontinuierlich Monitoringprogramme auf AI in Wildvögel und Hausgeflügel durchgeführt. Im Rahmen des Hausgeflügelmonitorings werden nach Stichprobenschlüssel Seren von Hühnern, Puten, Enten, Gänsen und Vögeln aus sonstigen Haltungen auf Antikörper gegen das aviäre Influenza A Virus (AIV) untersucht. Für das Monitoring von Wildvögeln auf AI werden vorrangig Proben von tot aufgefundenen, aber auch von erlegten Wasservögeln auf AIV-Genom untersucht. Um eine Ausbreitung der aviären Influenza A Virus Infektionen zu verhindern, sollte der Kontakt von Wildvögeln zu Nutzgeflügel verhindert werden. Das LGL hat speziell für Tierhalter ein Merkblatt mit Empfehlungen für Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen eine Verbreitung der Aviären Influenza erarbeitet.

Merkblatt für Geflügelhalter

Weitere Informationen:

Besuch der LAG am Landesamt

Im Rahmen der 130. Fortbildungstagung der Landesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene und Tierschutz in Bayern (LAG) erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben fachlichem Austausch auch ein Besuch des LGL mit Laborführung. An vier Stationen, darunter die Pathologie und die Mikrobiologie, erhielten die Mitglieder der LAG eine Übersicht über die Vielseitigkeit des LGL als moderne Fachbehörde und einen spannenden Einblick in die täglich anfallenden Aufgaben der LGL-Mitarbeiter.

CWD (Chronic Wasting Disease; auch: Chronische Auszehrungskrankheit) bei Hirschartigen

Anfang April 2016 wurde erstmals in Europa CWD bei Hirschartigen nachgewiesen. Betroffen war ein wildlebendes Rentier aus Norwegen. Zwei weitere Fälle traten in der Folge bei wildlebenden Elchen, ebenfalls in Norwegen, auf. Bei der CWD handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Die infektiösen Erreger werden Prionen genannt. Die CWD gehört zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE), zu denen auch Scrapie bei kleinen Wiederkäuern und BSE beim Rind zählen. Die CWD ist seit Ende der 1960er bekannt und hat sich in den letzten Jahrzehnten über den gesamten nordamerikanischen Kontinent verbreitet.

Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen – Virusvariante 2 auch in Bayern gehäuft nachgewiesen

Die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (Rabbit Haemorrhagic Disease / RHD) ist erstmals 1984 bei europäischen Kaninchen in China aufgetreten und wurde daher als sog. Chinaseuche bezeichnet. Mittlerweile hat sich die Erkrankung auch auf Europa, Korea, Marokko, Kuba, Australien und Neuseeland ausgebreitet. RHD zeichnet sich durch einen raschen Krankheitsverlauf, häufig ohne vorausgehende deutliche klinische Symptomatik, aus und verursacht hohe Verluste bei Haus- und Wildkaninchen.

Podiumsdiskussion zum Thema Antibiotikaresistenzen beim Zentralen Landwirtschaftsfest (ZLF)

„Wiesn“-Zeit ist alle vier Jahre auch ZLF-Zeit. Zu dem wichtigen Thema Antibiotikaresistenzen und Küchenhygiene fand auf dem diesjährigen Landwirtschaftsfest eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Zwischen Küche und Kuhstall: Wie gefährlich sind resistente Keime“ statt. Die Veranstaltung wurde auf Anregung der am LGL angesiedelten Arbeitsgemeinschaft Resistente Erreger in der Veterinärmedizin (ARE-Vet) organisiert.

Als Gäste waren Frau Prof. Machold von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Herr Dr. Randt vom Tierärztlichen Gesundheitsdienst Bayern, beide Mitglieder der ARE-Vet, geladen. Die Runde vervollständigte Frau Löbert, eine Ernährungsexpertin des Bayerischen Bauernverbandes.

Mit großem Interesse folgten die Zuschauer dem lebendigen und informativen Gespräch, das von Herrn Michel-Berger vom Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt geleitet wurde. Auch die thematisch passenden Flyer zum Umgang mit Antibiotika wurden gerne vom Publikum angenommen. Die ARE-Vet als Initiator der Podiumsdiskussion freut sich über die positive Resonanz und dankt dem Bayerischen Bauernverband, insbesondere Frau Richelsen, herzlich für das tatkräftige Engagement und die praktische Umsetzung.

Drei Säulen Programm - Gute Lebensmittel aus Bayern

Kontrolle von Geflügelgroßbetrieben

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat ein 3-Säulen-Aktionsprogramm entwickelt, das für den bestmöglichen Schutz des Verbrauchers im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit sorgen soll. Ein Bestandteil des Programms ist die verstärkte Kontrolle von Geflügelgroßbetrieben durch das LGL. Als Geflügelgroßbetriebe gelten Betriebe, die gemäß § 1 der 4. Bundesimmissionsschutzverordnung erfassungspflichtig sind (mehr als 40.000 Tierplätze für Geflügel). An dieser Stelle können sich Geflügelhalter über rechtliche Vorgaben aus den Bereichen Tierschutz, Tierarzneimittel, Tiergesundheit, Nebenprodukte, Lebensmittelsicherheit und Futtermittelsicherheit informieren.

Die Unterlagen sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind vorbehalten. Es ist jedoch gestattet, die Unterlagen nach Maßgabe des Urheberrechts unentgeltlich zu nutzen, insbesondere das Dokument herunter zu laden, zu speichern oder in kleiner Zahl zu drucken. Die entgeltliche Weitergabe der Unterlagen ist untersagt. Bei publizistischer Verwertung – auch von Teilen – wird um Angabe der Quelle und Übersendung eines Belegexemplars gebeten.

Die Unterlagen wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden.

Blauzungenkrankheit (BT) wieder auf dem Vormarsch – Freiwillige Impfungen

Infektionen von Hauswiederkäuern mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Bluetongue-Virus, BTV) vom Serotyp 8 verursachten in den Jahren 2006 bis 2009 in Deutschland erhebliche Schäden infolge klinischer Erkrankungen. Nach umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen erhielt Deutschland am 15.02.2012 den BTV-Freiheitsstatus zurück. Dieser Status wird aufgrund des erneuten Auftretens von BTV-8 in Frankreich und der Ausbreitung einer BTV-4 Epidemie vom Balkan über Rumänien, Ungarn, Slowenien und Österreich weiter nach Nordwesten bedroht. Nach einer Bewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes ist das Eintragsrisiko der Blauzungenkrankheit für Bayern und Baden-Württemberg aktuell als „wahrscheinlich bis hoch“ einzustufen.

In Vorbereitung auf eine mögliche weitere Ausbreitung der Blauzungenkrankheit wurden vom Bund die rechtlichen Voraussetzungen für eine prophylaktische Impfung von Wiederkäuern geschaffen. Bund und Länder favorisieren derzeit eine freiwillige Impfung der Wiederkäuerbestände. Die Entscheidung über eine Impfung obliegt damit der Verantwortung der Tierhalter. Durchgeführte Impfungen sind der zuständigen Behörde mitzuteilen und durch den Tierhalter oder durch einen von ihm beauftragten Dritten (z. B. Impftierarzt) in der HIT-Datenbank zu erfassen.

Genauere Informationen zum Krankheitsbild BTV finden Sie unter folgenden Links:

Eine Qualitative Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts zur Einschleppung der Blauzungenkrankheit, Serotyp 4, finden Sie unter folgendem Link:

Leitfäden für die Eingabe von BT-Impfdaten in die HIT-Datenbank finden Sie unter folgenden Links:

Tiergesundheit – Themen

Die Aufgaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf dem Gebiet der Tiergesundheit umfassen die Diagnostik von Tierkrankheiten, deren Prävention und Bekämpfung, den Tierschutz sowie die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln. Der diagnostische Bereich deckt neben der pathologischen Untersuchung mit dem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Nutztieren ein breites Spektrum an Virusinfektionen, bakteriellen Erkrankungen und Pilzerkrankungen sowie Parasitosen ab. Daneben erreichen das LGL Aufträge aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutzt (StMUV) sowie Anfragen und Bitten um Unterstützung von den Regierungen und Veterinärämtern. Die Überwachung des Tierarzneimittelverkehrs bei Lebensmittel liefernden Tieren steht insbesondere aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Qualität der Lebensmittel und damit auf die Verbrauchergesundheit im öffentlichen Interesse. Auf dem Gebiet des Tierschutzes ist das Fachwissen des LGL bei der Beurteilung von Tierhaltungen und im Zusammenhang mit weiteren tierschutzrechtlichen Fragestellungen wie dem Tiertransport, dem Handel mit Tieren und der Tiertötung gefragt. Die Prävention von Tierseuchen wird vorrangig unterstützt. Im Tierseuchen-Verdachtsfall und bei Ausbrüchen ist die schnelle und sichere Diagnostik essenziell für eine gezielte Bekämpfung. Die Aktivitäten des LGL sollen die durch Tierseuchen bedingten wirtschaftlichen Schäden möglichst gering halten. Des Weiteren hat das LGL eine wichtige Funktion in der amtlichen Futtermittelüberwachung, unter anderem durch die behördlich angeordnete Untersuchung von Futtermittelproben und die Erstellung von Gutachten für das StMUV und die Regierung von Oberbayern.