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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Aujeszkysche Krankheit (AK; Pseudowut, Pseudorabies)

Erreger

Das Alphaherpesvirus Suid Herpesvirus 1 (SHV-1) wird auch als Pseurdorabiesvirus (PrV) bezeichnet.

Vorkommen und Übertragung

Der Hauptwirt für PrV-Infektionen ist das Schwein (Schwarzwild), aber mit Ausnahme der hoch resistenten Primaten und Equiden sind fast alle Säugetierarten empfänglich.

Einmal infizierte Schweine bleiben – wie für Herpesvirusinfektionen charakteristisch – lebenslang latent infiziert. Das Virus kann dann jederzeit wieder produziert und ausgeschieden werden.

Deutschland ist zurzeit frei von der AK – allerdings gilt dies nicht für Schwarzwild.

Untypisch für Herpesviren bleibt das PrV im Fleisch relativ lange infektiös (Fleischreifung reicht nicht für eine Inaktivierung), sodass neben der direkten Übertragung über Kontakt und Aerosole auch die orale Aufnahme von infiziertem Material z. B. für Jagdhunde eine wichtige Infektionsquelle darstellen kann.

Krankheitsbild

Hauptwirt Schwein: Das Krankheitsbild variiert deutlich mit dem Lebensalter der Tiere und der Virulenz des Virusstammes. Bei sehr jungen Tieren überwiegen Zentrale-Nervensystem-Symptome (ZNS-Symptome). Bestände mit adulten Tieren können klinisch unauffällig durchseuchen, trächtige Sauen abortieren. In Mastbetrieben dominiert die respiratorische Problematik.

Andere Säugetierarten: Es überwiegt die Pseudowut (ZNS-Symptome, starker Juckreiz), die innerhalb von Stunden bis Tagen zum Tod führt.

Diagnostik

Für die Virologie geeignete kommerzielle Tupferentnahmesysteme (Nasen-, Rachen- und Genitaltupfer), Abortmaterial und ganze Tierkörper von kürzlich verendeten oder getöteten Tieren können eingesandt werden. Einfrieren und Auftauen von Probenmaterial führt zur deutlichen Senkung der Nachweiswahrscheinlichkeit.

Der Virusnachweis wird am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) über die Virusisolierung in Zellkultur geführt.

Untersuchungen zum Nachweis der Seuchenfreiheit, im Rahmen eines Monitorings und des Tierverkehrs werden serologisch über Antikörper-ELISA-Systeme durchgeführt.

Gesetzliche Regelungen, Referenzlabor

Verordnung zum Schutz gegen die Aujeszkysche Krankheit in der jeweils gültigen Fassung, Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung.

Nationales Referenzlabor: Friedrich-Loeffler-Institut, Seestr. 55, 16868 Wusterhausen, Tel.: 033979 80-0.