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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Lebensmittel - Aktuelles

„Bio-Tomaten oder Tomaten aus konventionellem Anbau“? LGL entwickelt neue Analysemethode zur Prüfung von Biolebensmitteln

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Biolebensmitteln ist für einen effektiven Verbraucherschutz nicht nur die Kontrolle ökologischer Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe wichtig. Ebenso entscheidend ist es, bei den im Handel angebotenen Bioprodukten analytisch zu überprüfen, ob die Bezeichnung „Bio“ bzw. die Verwendung des Bio-Siegels gerechtfertigt ist. Da über die bisher verfügbaren Analyseverfahren nicht immer eine gesicherte Aussage zur Bioqualität gewährleistet ist, wurde am LGL im Rahmen eines Forschungsvorhabens ein neues Untersuchungsverfahren entwickelt und getestet. Dieses Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. In Kooperation mit der Universität Würzburg und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau konnten Lebensmittelchemiker in der LGL-Dienststelle Würzburg am Beispiel von Anbauversuchen verschiedener Tomatensorten erstmals zeigen, dass die Methode der Protonen-Kernresonanzspektroskopie (1H-NMR) geeignet ist, konventionelle Produkte von ökologisch angebauten Produkten zu unterscheiden. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein einer entsprechenden Datenbank mit authentischen Vergleichsproben. Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung zu den ersten Ergebnissen im Journal of Agricultural and Food Chemistry ist international auf sehr großes Interesse gestoßen. Um zu testen, ob ein Einsatz der Methode in der Routine sowie auch bei anderen Lebensmitteln möglich ist, sind am LGL weitere Untersuchungen geplant.

Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung auf der Basis von Ziegenmilchproteinen ist zulässig

Die Europäische Kommission hat im August 2013 Säuglingsanfangsnahrung (ab der Geburt) und Folgenahrung (ab dem 6. Monat) auf der Basis von Ziegenmilchprotein zugelassen. Die EU-Mitgliedsländer waren aufgefordert, die neuen Vorgaben bis Ende Februar 2014 in nationales Recht umzusetzen, was in Deutschland durch Anpassung der Diätverordnung erfolgt ist.

Nitrosamin in Bier

Nitrosamine können bei der Bierherstellung während der Trocknung bzw. Röstung der Gerste entstehen. Sie gehören zu den karzinogenen (krebserzeugenden) Substanzen. Das LGL hat deutsche und ausländische Biere getestet. Das Ergebnis: Die Nitrosamin-Werte sind aufgrund verbesserter Herstellungsverfahren gesunken.

Nitratgehalt in Roter Bete

Die Rote Bete, auch bekannt als Rote Beete oder Rote Rübe, gilt als klassisches Wintergemüse. Die Knollen dieser Pflanze sind entweder frisch im Handel zu bekommen (Haupterntezeit von August bis zum ersten Frost) oder in konservierter bzw. eingelegter Form erhältlich. Aufgrund ihres Gehaltes an zahlreichen Inhaltstoffen, wie Folsäure, beta-Carotin, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Jod, Kalium und verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen gilt die Rote Bete als sehr gesundes Gemüse. Ähnlich wie die botanisch verwandten Arten Spinat und Mangold kann die Rote Bete verhältnismäßig viel Nitrat aus dem Boden aufnehmen und speichern. Dabei kann der Nitratgehalt in Abhängigkeit von den Kultivierungsbedingungen wie Bodenbeschaffenheit und Düngung sowie den klimatischen Verhältnissen relativ stark schwanken. Während Nitrate als relativ ungefährlich gelten, können sie bei unsachgemäßem Transport oder falscher Lagerung sowie unter dem Einfluss von Bakterien in gesundheitlich bedenkliche Nitrit- oder Nitrosamin-Verbindungen umgewandelt werden.

Am LGL wurden daher frische und konservierte Rote Bete im Hinblick auf ihren Nitratgehalt untersucht. Bei allen analysierten Proben traten keine unerwartet hohen Nitratgehalte auf. Dabei waren die mittleren Nitratgehalte in der konservierten Ware mehr als zweimal niedriger als in frischer Roter Bete. Mögliche Risiken durch leicht erhöhte Nitratwerte in Roter Bete sollten Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch nicht von einem ausreichenden Gemüseverzehr abhalten, da dieser wichtig für eine genügende Mineralstoff- und Vitaminzufuhr ist. In jedem Fall sollte man aber einen übermäßig hohen Konsum an Roter Bete vermeiden und auf eine abwechslungsreiche, vielfältige und ausgewogene Gemüseauswahl achten.

Antibiotikaresistente Erreger in Lebensmitteln

Daten Sonderuntersuchungsprogramm

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht regelmäßig im Rahmen von Sonderuntersuchungsprogrammen Lebensmittel unter anderem auf das Vorkommen antibiotikaresistenter Erreger. Die vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass nicht nur, wie bereits seit einigen Jahren bekannt, mit dem Vorkommen von MRSA, sondern auch mit dem Nachweis von ESBL-E. coli insbesondere bei rohem Geflügelfleisch gerechnet werden muss.

Lebensmittel – Themen

Als Lebensmittel sind alle Stoffe oder Erzeugnisse definiert, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden können. Zu Lebensmitteln zählen auch Getränke, Kaugummi sowie alle Stoffe, einschließlich Wasser, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Be- oder Verarbeitung absichtlich zugesetzt werden (Artikel 2 der VO (EG) 178/2002). Lebensmittel werden vom Menschen zum Zwecke der Ernährung oder des Genusses über den Mund aufgenommen.

Lebensmittel lassen sich nach den Hauptgruppen (Pflanzliche LM, Tierische LM, Getränke) weiter in Warengruppen gliedern. Die Untersuchungsergebnisse des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind unter den jeweiligen Warengruppen einzusehen.

Um qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel herzustellen, werden diese meist technologisch be- oder verarbeitet. Die Technologien reichen vom Salzen und Trocknen bis zu hochtechnischen Verarbeitungen.

Verantwortlich für die Lebensmittelsicherheit ist in erster Linie der Lebensmittelunternehmer. Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert den Lebensmittelverkehr sowie die Lebensmittelbetriebe. Stichprobenartig und risikoorientiert entnimmt die Lebensmittelüberwachung Lebensmittelproben. Diese werden am LGL mit chemischen (Lebensmittelchemie) sowie mikro- und molekularbiologischen (Hygiene) Methoden untersucht. Das LGL überprüft auch die Kennzeichnung der Proben.