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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Klassische Schweinepest (KSP), engl. classical swine fever (CSF), früher auch Europäische Schweinepest (ESP)

Erreger

Der Erreger der Klassischen Schweinepest ist ein behülltes (RNA-)Virus (Genus Pestivirus aus der Familie der Flaviviren). Es besteht eine Verwandtschaft zu anderen Pestiviren, welche ebenfalls Erkrankungen bei unseren Nutztieren verursachen, beispielsweise zum Virus der Bovinen Virusdiarrhö (BVD) der Rinder und zum Virus der Border Disease (BD) der Schafe.

Vorkommen und Übertragung

Nur Haus- und Wildschweine sind empfänglich für die Erkrankung und gelten als einzige natürliche Wirte. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend und wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen den Schweinen sehr schnell übertragen. Daneben kann sich das Schwein durch den Verzehr von infiziertem Fleisch (deshalb Verfütterungsverbot von Speiseabfällen), aber auch indirekt über sogenannte Vektoren (z. B. kontaminierte Gegenstände, Insekten, Mensch nach Kontakt mit erkrankten Schweinen etc.) und über kurze Distanzen auch über die Luft anstecken.

Krankheitsbild

Die Ausprägung der Erkrankung hängt von den krankmachenden Eigenschaften des Virusstammes (Virulenz) sowie der Konstitution und Kondition der betroffenen Tiere ab. Von plötzlichen Todesfällen (sogenannte perakute Verlaufsform) über hochfieberhafte (40–41 °C) Erkrankungen mit punktförmig- bis flächigen Blutungen in die Haut (akute Form) bis hin zu milden oder ganz unauffälligen Verlaufsformen ist alles möglich.

Diagnostik

Blutungen auf der Nierenoberfläche eines Schweines bei Vorliegen klassischer Schweinepest (KSP).

Abbildung 2: Blutungen auf der Nierenoberfläche eines Schweines bei Vorliegen klassischer Schweinepest (KSP).

Für die Diagnose der Klassischen Schweinepest ist ein Virusnachweis erforderlich. Als Probenmaterial eignet sich beim lebenden Tier am besten EDTA-Blut und bei sezierten Tieren Tonsillen, Milz und Lymphknoten.

Die schnellste Methode mit hoher Empfindlichkeit ist die RT-PCR; allerdings muss diese im Falle eines Erstausbruchs auf jeden Fall mit der zeitaufwendigen Virusisolierung (Ergebnis frühestens nach 3 Tagen) bestätigt werden.

Gesetzliche Regelungen, Referenzlabor

  • Richtlinie 2001/89/EG vom 23. Oktober 2001, in der Fassung vom 1. Dezember 2001, Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest in der Fassung vom 20. Dezember 2005, Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung
  • Entscheidung 2002/106/EG (KSP-Diagnosehandbuch)
  • Nationales Referenzlabor: Friedrich-Loeffler-Institut, 17493 Greifswald – Insel Riems, Tel. 038351 70

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