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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kontaminanten und Verunreinigungen

Der Begriff "Kontaminant" ist in der Verordnung (EWG) Nr. 315/93 des Rates vom 8. Februar 1993 zur Festlegung von gemeinschaftlichen Verfahren zur Kontrolle von Kontaminanten in Lebensmitteln (Kontaminanten-Rahmenverordnung V315 oder Kontaminanten-Kontrollverordnung) definiert.

Nach Artikel 1 Abs. 1 gilt als Kontaminant jeder Stoff, der dem Lebensmittel nicht absichtlich hinzugefügt wird, jedoch als Rückstand der Gewinnung (einschließlich der Behandlungsmethoden in Ackerbau, Viehzucht und Veterinärmedizin), Fertigung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung, Aufmachung, Verpackung, Beförderung oder Lagerung des betreffenden Lebensmittels oder infolge einer Verunreinigung durch die Umwelt im Lebensmittel vorhanden ist.

Kontaminanten sind keine Stoffe, die aufgrund einer absichtlichen Behandlung wie Anwendung von Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und Tierarzneimittel oder durch die Verwendung von Zusatzstoffen ins Lebensmittel gelangen können.

Beispiele für Kontaminanten aus der Primärproduktion, Fertigung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung usw.:

  • Mykotoxine, die durch eine Schimmelpilzbelastung auf dem Feld entstehen (Feldpilze),
  • Mykotoxine, die durch Schimmelpilze während der Lagerung gebildet werden (Lagerpilze),
  • Dioxine aus Futtermitteln,
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB) in Lebensmitteln aus Tieren, die mit belastetem Futter aufgezogen wurden (Silo, Altöl, Bindegarn),
  • 3-Chlor-1,2-propandiol (3-MCPD) in Eiweißhydrolysaten,
  • Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in geräucherten Lebensmitteln,
  • Acrylamid in erhitzten kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln.

Beispiele für Kontaminanten aus der Umwelt:

  • Dioxine in Fleisch von Weidetieren durch belastete Böden,
  • Flammschutzmittel aus der Gruppe der polybromierten Diphenylether,
  • Lösungsmittel in fetthaltigen Lebensmitteln (Nähe chemischer Reinigungen),
  • Benzinbestandteile (BTXE) in Lebensmitteln aus Tankstellen,
  • Tributylzinnverbindungen in Fischen, Muscheln etc.,
  • Perfluorierte Tenside (PFT) in Fischen durch Löschschäume.

Für die Begrenzung der Gehalte von bestimmten Kontaminanten in Lebensmitteln wurden in der

  • Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 der Kommission vom 19. Dezember 2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (zuletzt geändert durch Art. 1 ÄndVO (EG) 165/2010 vom 26. Februar 2010; Kontaminanten-Höchstgehalt-Verordnung)

und in der

  • Verordnung (national) zur Begrenzung von Kontaminanten in Lebensmitteln vom 19. März 2010 (Kontaminanten-Verordnung – KmV)

Höchstgehalte festgelegt.

Keine Kontaminanten im Sinne des Kontaminantenrechts sind Überreste von Insekten (Blattläuse, Maden), Tierhaare und anderer Fremdbesatz, Reste von Ackerboden und mikrobiologischer Befall. Derartige Verunreinigungen unterliegen dem Hygienerecht.

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Einzelne Gruppen von Kontaminanten/Verunreinigungen

Aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe

Chlorierte Kohlenwasserstoffe und Dioxine

Phthalate (Weichmacher)

Perfluorierte Tenside (PFT)

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