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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Erkrankungen durch Zeckenstiche - Borreliose

Sie kommen pünktlich mit dem Frühjahr und bleiben aktiv bis in den Herbst hinein: Zecken. Die kleinen Blutsauger leben im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz und warten dort auf Spaziergänger, Sportler, Jäger und andere Naturfreunde. Beim Vorbeigehen heften sie sich an deren Kleidung und suchen nach einer unbedeckten Körperstelle. Zeckenstiche sind alles andere als ungefährlich, da sie Krankheitserreger beherbergen, die sie beim Blutsaugen übertragen.

Die häufigsten durch Zecken übertragbaren Infektionen in Europa sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.

Die Lyme-Borreliose (Lyme-Krankheit)

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion (Borrelia burgdorferi, ein bewegliches, spiralförmiges Bakterium), gegen die es keine Impfung gibt, die aber mit Antibiotika gut behandelbar ist. Im Gegensatz zur FSME, die nur in bestimmten Regionen auftritt, kann es in ganz Deutschland nach einem Zeckenstich zur Entwicklung einer Lyme-Borreliose kommen.
In Bayern ist die Lyme-Borreliose aufgrund der länderspezifischen Meldepflichten seit 2013 eine meldepflichtige Erkrankung.

Entfernung der Zecke

Eine Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Informationen zur fachgerechten Entfernung von Zecken finden Sie hier

Übertragung

Der Zeckenstich ist der Hauptübertragungsweg für den Erreger der Lyme-Borreliose. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt mit der Dauer des Saugaktes an, weshalb Zecken grundsätzlich möglichst rasch entfernt werden sollten. Etwa 10–20 % der Zecken tragen das Lyme-Borreliose-Bakterium in sich.

Krankheitsbild

Die Lyme-Borreliose wird in drei Stadien eingeteilt, wobei atypische Verläufe möglich sind. Das Frühstadium geht meistens mit einer ringförmig nach außen wandernden Hautrötung einher, die sich in der Regel innerhalb einiger Tage bis weniger Wochen nach dem Zeckenstich langsam ausbreitet. Unbehandelt kann auch nach Rückbildung dieser Rötung Wochen bis Monate später das Zweitstadium auftreten, in dem vor allem das Nervensystem betroffen ist. Neben schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kann es dabei zu Lähmungen (vorwiegend der Gesichtsnerven) kommen. Auch Herzmuskelentzündungen sind möglich. Im dritten Stadium, das normalerweise nach Monaten bis Jahren eintreten kann, werden vor allem die Gelenke befallen, insbesondere in Form von entzündlichen Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke. Noch nach Jahren können auch Erkrankungen der Haut und des Nervensystems auftreten. Es wurden auch Krankheitszeichen beobachtet, die denen der Multiplen Sklerose (MS) ähnlich sind. Relativ häufig durchläuft die Zecken-Borreliose nicht die Reihenfolge der geschilderten Stadien. Die Infektionskrankheit kann wahrscheinlich mit jedem Stadium beginnen.

Behandlung

Eine vorsorgliche Gabe von Antibiotika nach jedem Zeckenstich wird nicht empfohlen. Beim Auftreten der Krankheitsbilder sollte aber umgehend ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser nach entsprechender Diagnostik und angepasst an das jeweilige Krankheitsstadium eine Behandlung mit Antibiotika einleitet.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis; auch Europäisches Zeckenbissfieber)

Neben der Lyme-Borreliose kommt noch eine zweite zeckenübertragene Krankheit in Deutschland vor: die FSME. Mehr Informationen zu dieser Erkrankung finden Sie hier.