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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Warum impfen?

Impfungen zählen zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen in der Medizin. Durch Impfungen sind viele in der Vergangenheit gefürchtete Infektionskrankheiten, wie Kinderlähmung oder Diphtherie, zurückgegangen. Die lebensgefährlichen Pocken konnten im Jahr 1980 durch konsequente weltweite Impfprogramme und kontinuierliche Überwachung sogar ausgerottet werden.

Trotz dieser großen Erfolge bestehen aktuell noch Defizite bei der Akzeptanz von einzelnen empfohlenen Impfungen in Deutschland und auch in Bayern. Ein Beispiel ist die Masernimpfung: Die oft als harmlose Kinderkrankheit verkannte Erkrankung kann schwere bis tödliche Verläufe nehmen. 2011 starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit über 158.000 Kinder.

Masernfrei ist möglich

Im Jahr 2015 erkrankten in Deutschland über 2.400 Menschen an Masern, ein großer Teil im Rahmen eines großen Ausbruches in Berlin. Ein Kleinkind starb in Folge der Maserninfektion. Über 42 % der Erkrankten waren Erwachsene ab 18 Jahre. Von diesen musste jeder Dritte im Krankenhaus behandelt werden. Auch bei Erwachsenen kann eine Masern-Erkrankung sehr dramatisch verlaufen.

Seit vielen Jahren will die WHO daher die Masern weltweit ausrotten. Um dies zu erreichen, müssten 95 Prozent der Bevölkerung immun und damit vor Masern geschützt sein. Die Kontinente Amerika, Australien und die Länder Skandinaviens haben dies vorgemacht und gelten als masernfrei.

Impfen schützt den Einzelnen und die Allgemeinheit

Deutschland hat zu geringe Durchimpfungsraten. Daher brechen immer wieder regional begrenzt die Masern aus – auch in Bayern. Das von der WHO gesetzte Ziel, die Masern in Europa bis 2015 zu eliminieren, wurde nicht erreicht. Ein neuer Nationaler Aktionsplan zur Masern- und Rötelnelimination setzt für Deutschland das Ziel 2020. Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen leistet ihren Beitrag darin, die bayerische Bevölkerung über die Masernimpfung aufzuklären.

Impfungen können auch andere folgenschwere Erkrankungen wie Keuchhusten (Pertussis) bei Säuglingen oder Virus-Grippe (Influenza) bei Senioren verhindern. Wichtig ist dabei auch die soziale Komponente des Impfens: Ein durch Impfung geschütztes Umfeld kann einzelne nicht geimpfte Personen (z. B. wegen schweren Erkrankungen) vor Ansteckung schützen (sog. Herdenimmunität).

Die aktuellen Impfraten der Schulanfänger in Bayern werden regelmäßig von den Gesundheitsämtern erhoben und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für ganz Bayern zusammengefasst, veröffentlicht und bewertet.