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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Gesundheit – Aktuelles

„Gesundheit für Alle“
Einladung zum 7. LGL Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Unter dem Titel „Gesundheit für Alle“ findet vom 3. bis 5. Mai 2017 in München der 7. LGL-Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD), dem Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG) sowie der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) statt.
„Gesundheit für Alle“ dieses „alte“ Motto der Weltgesundheitsorganisation gewinnt wieder an Aktualität. Der Öffentliche Gesundheitsdienst steht vor der Aufgabe, neue Bevölkerungsgruppen zu integrieren, soziale Ausgrenzung zu vermeiden und dabei möglichst bevölkerungsorientiert vorzugehen. Die Handlungsfelder umfassen die Hygiene, Umweltmedizin und Prävention, den Infektionsschutz und die Kindergesundheit. „Gesundheit für Alle“ spielt aber auch eine Rolle im Gutachtenwesen und in der Gesundheitsberichterstattung.
Experten von Universitäten und anderen Wissenschaftseinrichtungen sowie Fachleute des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind herzlich eingeladen, mit ihren Beiträgen einen abwechslungsreichen wissenschaftlichen und zugleich praxisnahen Kongress aktiv mitzugestalten.

Erster bayerischer Bericht zur psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen erschienen

Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist überwiegend sehr gut. Unter den Gesundheitsproblemen, die im Kindes- und Jugendalter heutzutage besonders relevant sind, spielen psychische Störungen und Entwicklungsprobleme eine wichtige Rolle. Wussten Sie zum Beispiel, dass 2014 bei jedem vierten Heranwachsenden in Bayern eine solche Diagnose vorlag? Dass circa 5 % an ADHS leiden? Oder dass so wenige Kinder und Jugendliche rauchen wie noch nie? Diese und viele weitere Daten finden Sie im aktuellen Gesundheitsbericht über die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Bayern, den Gesundheitsministerin Melanie Huml am 8.6.2016 auf einem Fachforum in München vorgestellt hat. Der Bericht soll zur Sensibilisierung für dieses schwierige Thema beitragen und stellt die Grundlage für den Jahresschwerpunkt 2016 des Gesundheitsministeriums dar. Den Bericht, den das LGL maßgeblich mitgestaltet hat, können Sie hier herunterladen:

Neuer Jahresbericht für das Krebsregister Bayern erschienen

Im bevölkerungsbezogenen Krebsregister Bayern sind mittlerweile Meldungen zu 1,1 Millionen Tumorerkrankungen gespeichert. Seit 2002 werden hierzu Informationen flächendeckend in ganz Bayern gesammelt. Das Krebsregister stellt anonyme Daten für Forschung, Gesundheitsplanung, Gesundheitsberichterstattung und für die Bevölkerung zur Verfügung. Krebsregisterdaten helfen, Krebspräventions-und Früherkennungsmaßnahmen zu bewerten sowie regionale Besonderheiten zu untersuchen.

Der nun vorliegende neue Jahresbericht gibt für alle bösartigen Neubildungen insgesamt und für 24 verschiedene Krebsarten einen Überblick über die Häufigkeit und regionale Verteilung von neuen Krebserkrankungen und Krebssterbefällen in den Jahren 2011 und 2012. Zeitliche Trends des Auftretens von Krebserkrankungen und Angaben zu den Erkrankungsstadien ergänzen das Informationsangebot.

Der Bericht kann von folgender Adresse heruntergeladen werden:
http://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lgl_ges_00065.htm

Die Druckausgabe kann kostenfrei vom Zentrum für Krebsfrüherkennung und Krebsregistrierung am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bezogen werden:

Zikavirus-Infektionen

Aktuell wird von einer vermehrten Ausbreitung des zuvor vorrangig aus Afrika und Asien bekannten Zikavirus in mehreren Ländern Südamerikas, Mittelamerikas und der Karibik berichtet. Derzeit werden in Brasilien, wie auch schon 2014 in Französisch Polynesien, gehäuft Geburten von Kindern mit Kopfumfängen unter der Norm (sog. Mikrozephalie) und anderen Fehlbildungen des zentralen Nervensystems im zeitlichen Zusammenhang mit Zikavirus-Ausbrüchen registriert. Wegen des Auftretens dieser Häufungen im Zusammenhang mit Zikavirusinfektionen hat die WHO am 01.02.2016 eine Gesundheitliche Notlage von Internationaler Tragweite (GNIT) ausgerufen und erweiterte Empfehlungen, vor allem für die betroffenen Länder ausgesprochen. Unter anderem wird empfohlen, epidemiologische Untersuchungen zu intensivieren, die Bevölkerung aufzuklären und Infektionsschutzmaßnahmen umzusetzen.

Mittlerweile sind auch in Deutschland einige Infektionen bei Reiserückkehrern aus den genannten Endemiegebieten bestätigt. Bisher wurden in Bayern einzelne Infektionen bei Reiserückkehrern aus den Ausbruchsgebieten gemeldet.

In Deutschland besteht derzeit so gut wie keine Gefahr, sich anzustecken. Eine Verbreitung der Infektion in Deutschland ist gegenwärtig nicht zu erwarten, da der Hauptübertragungsweg über Vektoren (Aedes-Mücken) stattfindet, die derzeit in Deutschland nicht aktiv sind und keine nachhaltigen Übertragungszyklen aufbauen können. Neben der Übertragung durch Mücken ist auch die sexuelle Übertragbarkeit des Virus bekannt. Ende April 2016 wurde eine erste Übertragung von Zikavirus in Deutschland beobachtet. Da eine sexuelle Übertragung möglich ist, empfehlen das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin nach einer möglichen Exposition in den Ausbruchsgebieten bei Sexualverkehr mit Schwangeren den Kondomgebrauch bis zum Ende der Schwangerschaft. Frauen sollten mit einer neuen Schwangerschaft mindestens 8 Wochen nach Rückkehr aus den Ausbruchsgebieten warten. Für männliche Reiserückkehrer ist darüber hinaus zu überlegen, ob die Dauer des Aufenthaltes und das persönliche Risikoprofil vor Ort es rechtfertigen, nach Rückkehr seinen Sexualpartner generell für die Dauer von 8 Wochen durch Kondomgebrauch zu schützen. Männer, die Symptome einer Zikavirus-Infektion entwickeln, sollten laut WHO 6 Monate lang "Safer Sex" praktizieren.

Vor Reisen in betroffene Gebiete sollten unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (v. a. Mückenschutz) geplant und durchgeführt werden. Schwangere sollten Reisen in bekannte Zikavirus-Ausbruchsgebiete soweit wie möglich vermeiden. Bei unvermeidbaren Reisen muss auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen geachtet werden.

Stärkung des Impfwesens: Führende Rolle des LGL

Die Geschäftsstelle Nationaler Impfplan nimmt mit der Gründungssitzung der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen am 23.5. 2016 offiziell ihre Tätigkeit auf. Sitz der Geschäftsstelle ist am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Damit nimmt das LGL eine wichtige Rolle ein, indem es insbesondere die Arbeit der Institution Nationaler Impfplan stärkt und das Thema Impfen so insgesamt weiter voranbringt.
Die Geschäftstelle Nationaler Impfplan wird die Nationale Lenkungsgruppe Impfen, ein Gremium, in dem bundesweit alle für das Impfen verantwortlichen Akteure zusammen arbeiten, koordinieren. Ferner wird sie an der Weiterentwicklung des Nationalen Impfplans und dessen Anpassung an europäische Standards mitwirken, für Fragen zum Thema Impfwesen in Deutschland zuständig sein und die Öffentlichkeit weiter für das wichtige Thema „Impfen“ sensibilisieren.


Gesundheit

Gesundheit ist ein hohes Gut, das es zu schützen, zu erhalten und wo nötig wiederherzustellen gilt. Gesundheit ist vielen Einflüssen ausgesetzt: Diese reichen vom Verhalten des Einzelnen über die medizinische Versorgungsqualität bis zu einer gesundheitsförderlichen oder auch schädigenden natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Umwelt.

Für die Arbeit des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ergeben sich daraus arbeits-, umwelt- und sozialmedizinische, infektiologisch-hygienische, pharmazeutische, (versorgungs-)epidemiologische, präventionsbezogene und gesundheitskommunikative Fragestellungen. Die Fachleute in diesem Bereich überwachen und beschreiben Risiken und Chancen für die menschliche Gesundheit aus der Bevölkerungsperspektive. Sie schaffen damit eine Grundlage für Risikokommunikation und Risikomanagement. Die Arbeitsweise ist interdisziplinär, multiprofessionell und von intensivem fachlichem Austausch geprägt.

Diesem Austausch dienen auch mehrere bayerische Landesarbeitsgemeinschaften, die am LGL angesiedelt sind: die Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI), die Landesarbeitsgemeinschaft Hochkontagiöse Krankheiten (LAHOK) und die Landesarbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger (LARE). Hinzu kommen die Task Force Infektiologie mit einer Sieben-Tage/24-Stunden-Rufbereitschaft sowie die Spezialeinheit Infektionshygiene zur Überwachung medizinischer Einrichtungen.