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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Equine Infektiöse Anämie (EIA) – Ansteckende Blutarmut der Einhufer

Erreger

Die Erkrankung wird durch ein Virus hervorgerufen. Dabei handelt es sich um ein sog. Lentivirus aus der Familie der Retroviren.

Vorkommen und Übertragung

Die Erkrankung tritt weltweit und dabei regional gehäuft auf. In Deutschland ist das Virus nicht heimisch, es kommt aber immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen. Die Infektiöse Anämie erfasst ausschließlich Einhufer wie Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Maulesel. Der Mensch ist nicht gefährdet. Das Virus vermehrt sich ausschließlich in bestimmten Blut- bzw. Abwehrzellen (Monozyten, Makrophagen). Einmal infizierte Tiere beherbergen das Virus lebenslang und bilden somit ein dauerhaftes Virusreservoir. Grund dafür ist die ständige Änderung der Oberflächenstruktur des Virus, das sich auf diese Weise einer Immunantwort des Körpers und damit einer wirksamen Bekämpfung entzieht. Wichtigste Überträger sind blutsaugende Insekten, die das Virus über das Blut weiterverbreiten. Die Erkrankung ist daher im Wesentlichen an das Vorkommen der Insekten gebunden und tritt vor allem in Feuchtgebieten und jahreszeitlich gehäuft im Frühjahr und im Sommer auf. Einen weiteren Übertragungsweg stellen mit Blut kontaminierte Instrumente dar. Infektionen sind auch über den Deckakt, beim Fohlen ebenso intrauterin (im Mutterleib) oder über die Milch möglich.

Krankheitsbild

Typisch für die Erkrankung ist der anfallsweise Verlauf mit einer Dauer von meist zwei bis vier Tagen. Je nach Schweregrad der klinischen Symptome wird zwischen vier Formen unterschieden:

  • perakute Erkrankung: plötzlicher Todesfall ohne klinische Symptome
  • akute Erkrankung: hohes Fieber und Muskelschwäche. Gelegentlich werden punktförmige Blutungen im Bereich der Lidbindehäute, der Zungenunterseite, in der vorderen Augenkammer oder im Enddarm festgestellt. Seltene Todesfälle sind möglich.
  • chronische Erkrankung: Müdigkeit, Leistungsdepression, Abmagerung und Blutarmut
  • klinisch unauffälliger Verlauf (häufigste Form): ohne klinische Symptome. Durch Stressfaktoren bedingt können vorübergehend Symptome auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose kann serologisch mittels ELISA-Test oder einem Agar-Gel-Immunodiffusions-Test, dem sog. Coggins-Test, am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführt werden. Reaktive Ergebnisse des etwas empfindlicheren ELISA-Tests müssen mit dem Coggins-Test bestätigt werden. Die Testdurchführung bis zur endgültigen Ablesung dauert beim Coggins-Test mindestens 48 Stunden.

Gesetzliche Regelungen, Referenzlabor

  • Verordnung zum Schutz gegen die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (EinhBlutArmV) vom 4. Oktober 2010, in der Fassung vom 17. April 2014
  • Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung
  • Nationales Referenzlabor: Friedrich-Loeffler-Institut, 17493 Greifswald – Insel Riems

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