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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Afrikanische Schweinepest (ASP) (African swine fever)

Erreger

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest, das African Swine Fever Virus (ASFV), ist der bislang einzige Vertreter der Familie Asfarviridae.

Vorkommen und Übertragung

Infektionen mit ASFV sind in Afrika endemisch. In neuerer Zeit werden Ausbrüche aus Osteuropa, insbesondere aus Russland berichtet. Die Infektionen sind hoch ansteckend und verbreiten sich in einer empfänglichen Schweinepopulation sehr schnell. Die Übertragung erfolgt direkt oder indirekt über Samen, tierische Erzeugnisse, tierische Rohstoffe, Speiseabfälle sowie Ektoparasiten (Zecken). Von besonderer epidemiologischer Bedeutung ist das Verbringen kontaminierten Materials (tierische Erzeugnisse) aus Endemiegebieten in ASP-freie Regionen.

Krankheitsbild

Die ASP ist eine seuchenhafte, perakut bis chronisch verlaufende Allgemeinkrankheit der Schweine und Wildschweine. Sie ist klinisch nur schwer von der europäischen (klassischen) Schweinepest zu unterscheiden.

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt am nationalen Referenzlabor über den Nachweis von Virusantigen oder -genom aus Blut oder Organmaterial (Lymphknoten, Milz, Tonsillen, Lunge, Niere und zusätzlich das ungeöffnete Brustbein) oder über den Nachweis ASP-spezifischer Antikörper aus Blutproben. Gerinnungsgehemmte Blutproben sowie ganze Tierkörper von kürzlich verendeten oder getöteten Tieren können untersucht werden. Ein spezifisches PCR-Verfahren zur schnellen differentialdiagnostischen Abklärung steht auch am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Verfügung. Im Falle eines ASPV-Genom-Nachweises erfolgt unmittelbar eine Bestätigung und weitere Charakterisierung am Nationalen Referenzlabor für ASP, dem Friedrich-Loeffler-Institut – Insel Riems.

Gesetzliche Regelungen, Referenzlabor

  • Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest in der jeweils gültigen Fassung, Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung, Richtlinie 2002/60/EG sowie Entscheidung 2003/422/EG (Diagnostik-Handbuch)

  • Nationales Referenzlabor: Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10, 17493 Greifswald – Insel Riems, Tel. 038351 7-1144