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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Jod

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement im Stoffwechsel des Menschen. Es wird für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt und muss daher dem Organismus in ausreichender Menge zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine tägliche Jodzufuhr von 0,2 mg. Deutschland ist aufgrund ungünstiger geologischer Bedingungen ein Jodmangelgebiet. Jod ist während der geologischen Entwicklung der Erde größtenteils mit dem Schmelzwasser der Gletscher aus dem Boden ausgewaschen und ins Meer geschwemmt worden. In Deutschland ist daher der Jodgehalt des Bodens sehr gering. Folglich sind alle heimischen pflanzlichen und tierischen Lebensmittel als überwiegend jodarm einzustufen. Die einzigen Lebensmittel, in denen Jod in nennenswerten Mengen vorkommt, sind Seefische und Meeresfrüchte.

Für die Bildung von Schilddrüsenhormonen ist Jod ein essentielles Element und muss dem Körper in ausreichender Menge zugeführt werden. Hohe Jodgehalte finden sich in Seefisch, aber auch Milchprodukte und Hühnereier können erheblich zur Jodversorgung beitragen. Auch die Jodierung von Speisesalz ist ein wichtiger Beitrag, einer Unterversorgung mit Jod entgegenzuwirken. Jodzusätze in Tierfutter sorgen dafür, dass in den von Tieren gewonnenen Lebensmitteln signifikante Jodgehalte vorhanden sind und tragen damit zur Vermeidung einer Mangelversorgung beim Menschen bei. Obst und Gemüse haben nur sehr geringe Jodgehalte. Es gibt jedoch auch eine geringe Anzahl von Personen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Spurenelement Jod aufweisen. Kinder- und Säuglingsnahrungen werden häufig mit Jod angereichert, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.

Jodsalz und Jodierung von Lebensmitteln

Jodsalz

Nach der derzeitigen Rechtslage in Deutschland gilt "jodiertes Speisesalz" als Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs. Es darf gewerbsmäßig als "jodiertes Speisesalz" in den Verkehr gebracht werden, wenn der Jodgehalt einschließlich des natürlichen Gehaltes mindestens 15 mg/kg und höchstens 25 mg/kg beträgt. Jodsalz enthält demnach im Mittel 20 µg Jod pro ein Gramm Salz. Zur Herstellung von jodiertem Speisesalz sind die Zusatzstoffe Natriumjodat und Kaliumjodat zugelassen.

Jodierung von anderen Lebensmitteln

Außer Jodsalz dürfen nach der Diät-Verordnung nur fünf diätetische Lebensmittel jodiert werden:

  • jodierter Kochsalzersatz,
  • diätetische Lebensmittel, die zur Verwendung als Mahlzeit oder anstelle einer Mahlzeit als Tagesration für Übergewichtige bestimmt sind,
  • Säuglingsflaschenahrung,
  • Lebensmittel auf Getreidegrundlage für Säuglinge und Kleinkinder,
  • bilanzierte Diäten.

Mindest- und Höchstmengen für den Jodgehalt sind in der Diät-Verordnung festgelegt. Weiterhin dürfen nach der Richtlinie 2002/46/EG vom 10. Juni 2002 auch "Nahrungsergänzungsmittel" mit den Stoffen Natriumjodid, Natriumjodat, Kaliumjodid und Kaliumjodat jodiert werden.