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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschung - Aktuelles

Identifizierung von Speise- und Giftpilzen mit Hilfe der MALDI-TOF MS-Methode

Mit Hilfe der Methode der Matrixunterstützten Laser-Desorption/ Ionisation Flugzeit-Massenspektrometrie (MALDI-TOF MS) können Arten anhand ihrer molekularen Fingerabdrücke identifiziert werden. Bislang wird die MALDI-TOF MS basierte Artidentifizierung vor allem für Mikroorganismen eingesetzt. Längst aber geht der Trend auch hin zur Artidentifizierung von Lebensmitteln, wie Muscheln oder Landtieren.
Am LGL wird ein Verfahren entwickelt, das die MALDI-TOF MS basierte Identifizierung und Differenzierung von Speise- und Giftpilzen zulässt. Die Möglichkeit, Giftpilze selbst in kleinen Mengen von Putzresten (15 mg) innerhalb von Minuten zu identifizieren, macht diese Methode nicht nur für die Lebensmittelüberwachung, sondern darüber hinaus auch zur Pilzidentifizierung beim Verdacht einer Pilzvergiftung interessant. Die Methode wurde vom LGL in einem wissenschaftlichen Beitrag auf dem 45. Deutschen Lebensmittelchemikertag (12.9-14.9.2016) in Freising vorgestellt. Die Arbeit wurde dort mit einem Posterpreis ausgezeichnet.

LGL-Forschungsprojekt zum Nachweis von Mikroplastik in ausgewählten Lebensmitteln

Unter dem Begriff „Mikroplastik“ versteht man kleine Kunststoffteilchen primären oder sekundären Ursprungs, deren Größe häufig zwischen einem Mikrometer und fünf Millimetern angegeben wird. Seit einigen Jahren werden vermehrt Studien zum Vorkommen von Mikroplastik in der Umwelt durchgeführt. Die bisherigen Untersuchungen belegen, dass Mikroplastik praktisch ubiquitär zu finden ist.

Unter anderem berichten einige Studien auch über den Nachweis von Kunststoffpartikeln in Lebensmitteln, jedoch fehlt es bisher an validen und einheitlichen Verfahren zur qualitativen und quantitativen Analyse der Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik. Das LGL entwickelt nun erstmals in einem Forschungsprojekt routinetaugliche Untersuchungsverfahren für den Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln. Ziel dieses Projekts ist es, erste belastbare Daten zu Menge, Größe und Zusammensetzung der Kunststoffpartikel in verschiedenen Lebensmitteln zu erarbeiten. Diese Daten sind eine wichtige Voraussetzung für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos für den Menschen aufgrund der potentiellen Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik.

Das LGL startete am 01.10.2015 ein neues Forschungsprojekt zur Synthetischen Biologie. Die Synthetische Biologie ist ein junger, interdisziplinärer und dynamischer Forschungszweig, der sich in Folge des rasanten technischen Fortschritts im Bereich der Lebenswissenschaften in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Synthetische Biologie kombiniert dabei Ansätze aus der Biologie und den Ingenieurstechniken mit dem Ziel, biologische Systeme mit neuen Eigenschaften und Funktionen zu konstruieren. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll eine aktuelle Recherche nationaler und internationaler Forschungsvorhaben im Bereich der Synthetischen Biologie durchgeführt werden, um einen repräsentativen Überblick über die derzeitigen weltweiten Forschungsaktivitäten zu erhalten. Der Fokus dieses Projektes liegt weiterhin erstmals auf der Entwicklung und Diskussion konkreter Strategien für die analytische Überwachung der Synthetischen Biologie anhand ausgewählter Forschungsfelder. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gefördert.

Charakterisierung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) über Next Generation Sequencing (NGS)

Zum 01.08.2015 hat am LGL ein vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gefördertes Forschungsprojekt zur Charakterisierung von unbekannten und neuartigen gentechnisch veränderten Pflanzen unter Verwendung des Next Generation Sequencing (NGS) begonnen.

Forschung am LGL

Lebensmittelchemie, Humanmedizin, Veterinärmedizin oder Molekularbiologie sind Beispiele für Tätigkeitsfelder des LGL, die einem schnellen Wandel von Methoden sowie hohem Erkenntniszuwachs unterliegen. Um seine Aufgaben im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes und zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier erfüllen zu können, führt das LGL sowohl im eigenen Hause, wie auch in Kooperation mit externen wissenschaftlichen Einrichtungen zeitlich begrenzte Forschungsvorhaben durch.

Impulse für Forschungsprojekte erhält das LGL durch:

  • besondere Auffälligkeiten bei Routineuntersuchungen
  • Beobachten der Forschungslandschaft und Auswertung neuer Forschungsergebnisse
  • Adaptation neuer Methoden für hausinterne Untersuchungen
  • Notwendigkeit zur Methodenentwicklung
  • Schwerpunktsetzungen durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP)

Durchführung und Finanzierung

Die Durchführung von Forschungsprojekten erfolgt in Form von Screening- und Reihenuntersuchungen oder auch durch die Weiterentwicklung von Methoden. Durch das hohe Untersuchungsaufkommen im LGL verfügt das Haus über einen großen Bestand an Daten und Proben, welche als wissenschaftlich interessante Materialien für externe Partner angeboten werden. Kooperationen mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen finden bereits statt. Die im LGL durchgeführten und etablierten Methoden vieler Spezialuntersuchungen können auch im Rahmen von internationalen Projekten eingebracht werden und sind hier konkurrenzfähig.

Zur Finanzierung werden z.T. eigene Haushaltsmittel verwendet. Es besteht auch die Möglichkeit, in einem kompetitiven Verfahren beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), beim Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) oder anderen Fördereinrichtungen Mittel zu beantragen. Die Förderung über Drittmittel, z. B. von EU, Bund und fachspezifischen Verbänden, wird vom LGL intensiv angestrebt.

Zielsetzung

Die im LGL betriebene anwendungsorientierte Forschung stellt sicher, dass auch in Zukunft eine zeitgemäße Analytik am LGL betrieben werden kann, die kostenorientiert ist und soweit möglich alle erfassbaren Gesundheitsgefahren abdeckt. Nur auf der Basis belastbarer Daten kann die Notwendigkeit einer Vorsorgemaßnahme gegen eine mögliche Bedeutungslosigkeit eines Anfangsverdachtes abgewogen werden, und somit ein sachlich fundierter Ratschlag an die politischen Entscheidungsträger begründet werden.

Forschungsprojekte des LGL/EU-Projekte