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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Erneute Berufung zum Nationalen Referenzzentrum für Borrelien

Das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für Borrelien ist seit 01.01.2008 am LGL angesiedelt. Im vergangenen Jahr wurde es durch den Wissenschaftlichen Beirat für Public Health Mikrobiologie des Robert-Koch-Instituts evaluiert. Der Beirat und externe Gutachter haben dabei empfohlen, das NRZ weiterzuführen. Nachdem sich das Robert-Koch-Institut dieser Empfehlung angeschlossen hat, erfolgte nun die erneute Berufung durch das Bundesministerium für Gesundheit für die Berufungsperiode 2017-2019. Das LGL wird damit weiterhin ein umfangreiches Leistungsangebot (Beratung, Fortbildung, Diagnostik und Forschung) zum Thema Borrelien bereithalten können.

Grippewelle hat begonnen

Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung. Anders als sogenannte "grippale Infekte" wird die echte Grippe durch Influenzaviren verursacht und kann eine zum Teil schwer verlaufende und plötzlich auftretende, systemische Infektion mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl und unter bestimmten Umständen lebensbedrohlichen Komplikationen hervorrufen.

In der Saison 2016/17 wurde in Bayern bisher fast ausschließlich das Influenza-A-Virus nachgewiesen; in den meisten Fällen der Subtyp A/H3N2. Die diesjährige Grippeschutzimpfung beinhaltet eine wirksame Komponente gegen das Influenza-A/H3N2-Virus, weshalb eine Impfung, falls noch nicht geschehen, empfohlen wird. Vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen ab 60 Jahren und Schwangere sollten sich auf diese Weise schützen.
In Bayern wird die Virus-Grippe (Influenza) sowohl über die Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz als auch im Bayern Influenza Sentinel (BIS) überwacht. In der Kalenderwoche 51 wurden 59 % der im BIS mit einer akuten Atemwegserkankung eingegangenen Patientenproben positiv auf Influenza getestet. Im Vergleich dazu lag die Positivrate in der Kalenderwoche 50 bei 31 %, in den Wochen davor deutlich darunter. Rückblickend hat die Grippewelle in Bayern damit in der 50. Kalenderwoche 2016 begonnen.

Masern ernst nehmen, Impflücken schließen

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit, sie sind weltweit eine führende Todesursache bei Kindern, obwohl seit 40 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. Auch Erwachsene können durch das Virus schwer erkranken. Das LGL wertet wöchentlich die landesweiten Masernmeldungen aus und analysiert die epidemiologische Situation in Bayern hinsichtlich Verbreitung und Bekämpfung der Masernerkrankungen. Zwar war die Zahl der Masernfälle in Bayern im Jahr 2016 sehr niedrig, aber dennoch gilt: Noch vorhandene Impflücken sollten geschlossen werden.

Backwaren schonend herstellen – auf Ofentemperaturen und Backzeiten achten

Braten, Grillen, Frittieren und Backen: Während gerade in der Vorweihnachtszeit in vielen Haushalten wieder Lebkuchen und Plätzchen selbst hergestellt werden, finden sich z. B. Pommes Frites und Kekse auch unterjährig auf dem Teller. Um diese Produkte in bestmöglicher Qualität zu bekommen, rät das LGL dazu, die Backzeit und die Backtemperatur möglichst kurz und niedrig zu halten. Denn je brauner, desto mehr unliebsame Nebenprodukte des Backprozesses können entstehen. Eines dieser Nebenprodukte ist Acrylamid. Risikoabschätzungen zum Beispiel der Weltgesundheitsorganisation lassen den Schluss zu, dass der Verzehr von Lebensmitteln mit Acrylamid zum allgemeinen Krebsrisiko beiträgt. Daher sollte aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes möglichst wenig Acrylamid aufgenommen werden.

Tierschutz bei der Schlachtung

Das LGL führt derzeit zusammen mit den Vollzugsbehörden vor Ort ein „Sonderkontrollprogramm Tierschutz im Schlachthof“ durch. Das Sonderkontrollprogramm soll die Eigenkontrollen der Betriebe im Tierschutz überprüfen. Nur wenn der Schlachthofunternehmer seine Verantwortung zur betrieblichen Eigenkontrolle konsequent wahrnimmt, ist zu erwarten, dass keine Tierschutzmängel auftreten.
Außerdem hat die Bayerische Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf das LGL zusätzlich mit der Durchführung eines „Sonderkontrollprojektes Tierschutz“ beauftragt. Im Jahr 2017 werden unter Leitung der Spezialeinheit des LGL große Schlachtbetriebe in Bayern kontrolliert. Das neue Projekt soll damit auch die Übergabe von Schlachthöfen an die neue Kontrollbehörde vorbereiten, die im Rahmen der geplanten Reform der Veterinärverwaltung in Bayern Anfang 2018 ihre Arbeit aufnehmen soll.

Die Nährwertdeklaration wird zur Pflichtangabe

Am 13. Dezember 2016 wird die Nährwertdeklaration für verpackte Lebensmittel verpflichtend. Ab diesem Zeitpunkt müssen bei allen vorverpackten Lebensmitteln der Brennwert sowie der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz in Tabellenform angegeben werden. Die entsprechenden Vorschriften der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 25. Oktober 2011 (Lebensmittelinformationsverordnung bzw. LMIV) sind bereits seit 2011 in Kraft, gelten jedoch erst ab 13. Dezember 2016. Die Verordnung sieht auch einige Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertdeklaration vor, z. B. für die Abgabe kleiner Mengen direkte vom Hersteller an den Endverbraucher.

Verleihung des „Bayerischen Preises für Arbeitsmedizin“

Am 01. Dezember 2016 wurde erstmalig der „Bayerische Preis für Arbeitsmedizin“, ausgelobt vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS), verliehen. Wichtiges Kriterium bei der Ausschreibung des Preises, an der das LGL maßgeblich beteiligt war, war die Veröffentlichung einer hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin. Als Preisträgerin wurde Frau Dr. Verena Eveline Rozanski von der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Klinikums Großhadern der LMU München für ihre Arbeit „Aufgabenspezifische Dystonie bei professionellen Musikern“ geehrt.

Geflügelpest in Bayern

Der Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest in einem kleinen Hobbygeflügelbestand im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hat sich bestätigt, es wurde nun das hochpathogene Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N8 nachgewiesen. Zuvor wurde dieser Subtyp in mehreren bayerischen Landkreisen und Städten bei Wildvögeln nachgewiesen, nachdem er bereits in Proben von verendeten Wasservögeln am Plöner See in Schleswig Holstein und fast zeitgleich am Bodensee in der Schweiz und in Österreich und Deutschland festgestellt worden war. Am 18. November 2016 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet, veranlasst wurde zudem ein bayernweites Verbot für Ausstellungen und Märkte mit Geflügel. Für die Anordnung der Maßnahmen sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig.

Weitere Informationen:

1. Interdisziplinäres Symposium der ARE-Vet und der LARE

„Das Thema Antibiotikaresistenz berührt so unterschiedliche Bereiche wie beispielsweise die Krankenhaushygiene sowie die Haltungsbedingungen landwirtschaftlicher Nutztiere und auch die Verschreibungs- und Anwendungspraxis von Antibiotika bei Mensch und (Haus-)Tier. Daher ist eine Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche zur Etablierung von wirksamen Maßnahmen gegen die Entstehung von Antibiotikaresistenzen von zentraler Bedeutung.
In Bayern erfolgt die Zusammenarbeit unter anderem durch den gegenseitigen Austausch der Arbeitsgemeinschaft resistente Erreger in der Veterinärmedizin (ARE-Vet) mit der Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger (LARE) unter dem gemeinsamen Dach des Bayerischen Aktionsbündnisses gegen Antibiotikaresistenzen (BAKT). Dieser Austausch schafft Transparenz und fördert das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsfelder, die normalerweise nur wenige Schnittstellen miteinander haben.
Das erste gemeinsame Symposium der ARE-Vet und der LARE ist ein weiterer wichtiger Schritt in diesem Austausch zwischen den Akteuren aus dem Gesundheitswesen und aus Veterinärmedizin und Landwirtschaft. Vertreter aus beiden Bereichen werden zu verschiedenen Themen referieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Das Symposium findet am 7.Dezember 2016 im Bürgerzentrum Oberschleißheim statt. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung erhalten Sie hier:

LGL ist offizieller Kooperationspartner am NRZ für Retroviren an der LMU München

In einem offenen Ausschreibungsverfahren des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert-Koch-Institutes wurde dem Lehrstuhl für Virologie (Leitung: Prof. Oliver T. Keppler) des Max von Pettenkofer-Instituts der LMU München die Aufgabe des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) für Retroviren (insbesondere AIDS-Erreger HIV sowie Humane T-lymphotrope Viren (HTLV)) übergeben. Das LMU-Institut tritt damit die Nachfolge des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt an.

Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl des Münchner Standorts war das Potential von Zusammenarbeiten im Bereich der HIV-Diagnostik, -Klinik und -Forschung unter anderem mit den medizinischen Kliniken und virologischen Instituten von LMU und TU sowie mit dem LGL. Synergien zwischen NRZ und LGL ergeben sich u.a. durch die Möglichkeit des fachlichen Austausches bei diagnostischen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Das LGL untersucht jährlich rund 100.000 Blutproben auf HIV. So können z. B. ungewöhnliche HIV-Laborbefunde und andere wichtige Fragestellungen zusammen mit dem NRZ wissenschaftlich bearbeitet und publiziert werden. Auch labordiagnostische Methodenvergleiche in der Bestimmung von HIV-Parametern sind geplant. Durch die bereits in der Vergangenheit bestehenden sehr guten Kontakte zur Virologie des Max von Pettenkofer-Instituts wird das LGL sicherlich von dieser Entscheidung profitieren.

LGL Kongress „Sichere Lebensmittel – Von der Früherkennung bis zur Sanktion“

Am 18. und 19.10.2016 fand in Erlangen der 2. LGL Kongress Lebensmittelsicherheit unter dem Motto „Sichere Lebensmittel – von der Früherkennung bis zur Sanktion“ statt. Circa 600 Teilnehmer, darunter angesehene Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Vertreter nationaler und internationaler Behörden wie der EFSA, dem BMEL, dem BfR oder dem BVL, tauschten hier Fachwissen und Erfahrungen zu zentralen Themen der Lebensmittelsicherheit aus.

Die fortschreitende Globalisierung, komplexe rechtliche Vorgaben, neue Technologien, aber auch ein gesteigertes Medieninteresse und ein oft zu geringes Verbraucherwissen über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln stellen die Lebensmittelüberwachung und -kontrolle vor ständig neue Herausforderungen. Die Bayerische Staatsministerin für Umwelt-und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, würdigte bei ihrem Besuch der Veranstaltung den Kongress als hervorragende Plattform für den Austausch zu diesen wichtigen Themen, lobte ausdrücklich die Arbeit der verschiedenen Überwachungsbehörden und stellte die Grundzüge der anstehenden organisatorischen Veränderungen in amtlicher Lebensmittelüberwachung und Veterinärverwaltung vor.

In zahlreichen Vortragsblöcken wurde der breite Zuständigkeitsbereich des LGL mit Themen, wie z. B. Bewertung von Rückständen und Kontaminanten, Lebensmittelkennzeichnung, Lebensmittelrecht, Zoonosen, oder alternative Ernährungsformen, abgedeckt. Zwei spannende Podiumsdiskussionen sowie ein öffentlicher Abendvortrag zu den Themen „Information der Öffentlichkeit“, „Grenzen der Lebensmittelsicherheit“ und „Lebensmittelbetrug“ gaben kompetenten Stakeholdern aus Industrie, Verbraucherschutz und Politik Gelegenheiten zum intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Über die Integration der Jahrestagung Lebensmittelkontrolle in den LGL-Kongress bestand zudem eine hochkarätige Fortbildungsmöglichkeit für die bayerischen Überwachungsbeamten.

Neuer Gesundheitsreport zum Alkoholkonsum in Bayern veröffentlicht

Das LGL hat einen neuen Kurzbericht zum Alkoholkonsum veröffentlicht. Demnach ist Alkoholmissbrauch nach wie vor für eine erhebliche Krankheitslast und mehrere tausend vorzeitige Sterbefälle jährlich in Bayern verantwortlich, es zeichnen sich aber auch einige positive Trends ab. So gehen beispielsweise neuerdings die Krankenhauseinweisungen aufgrund von Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen, mit zuletzt etwa 4.800 Einweisungen, zurück.

Ausschreibung des 14. Bayerischen Präventionspreises

Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege schreibt das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) den 14. Bayerischen Präventionspreis aus. Damit wird die im Jahr 2002 begründete Erfolgsgeschichte fortgesetzt, beste Präventionspraxis aus Bayern bekannt zu machen.
Der Bayerische Präventionspreis zeichnet beispielhafte Initiativen und herausragende Projekte aus Prävention und Gesundheitsförderung aus. Er prämiert besondere Leistungen, fördert innovative Ideen und ihre Umsetzung, gibt Anregungen für neue Aktivitäten und knüpft das landesweite Netzwerk Prävention immer enger.
Landesweit engagieren sich Menschen dafür, gesundheitsorientierte Lebensweisen zu stärken und die Lebenswelt nachhaltig gesundheitsorientiert zu verändern. Das ZPG lädt Sie herzlich ein, im Wettbewerb um den 14. Bayerischen Präventionspreis über Ihre Aktivitäten zu berichten!

Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Wettbewerb:

Identifizierung von Speise- und Giftpilzen mit Hilfe der MALDI-TOF MS-Methode

Mit Hilfe der Methode der Matrixunterstützten Laser-Desorption/ Ionisation Flugzeit-Massenspektrometrie (MALDI-TOF MS) können Arten anhand ihrer molekularen Fingerabdrücke identifiziert werden. Bislang wird die MALDI-TOF MS basierte Artidentifizierung vor allem für Mikroorganismen eingesetzt. Längst aber geht der Trend auch hin zur Artidentifizierung von Lebensmitteln, wie Muscheln oder Landtieren.
Am LGL wird ein Verfahren entwickelt, das die MALDI-TOF MS basierte Identifizierung und Differenzierung von Speise- und Giftpilzen zulässt. Die Möglichkeit, Giftpilze selbst in kleinen Mengen von Putzresten (15 mg) innerhalb von Minuten zu identifizieren, macht diese Methode nicht nur für die Lebensmittelüberwachung, sondern darüber hinaus auch zur Pilzidentifizierung beim Verdacht einer Pilzvergiftung interessant. Die Methode wurde vom LGL in einem wissenschaftlichen Beitrag auf dem 45. Deutschen Lebensmittelchemikertag (12.9-14.9.2016) in Freising vorgestellt. Die Arbeit wurde dort mit einem Posterpreis ausgezeichnet.

„Gesundheit für Alle“ – Einladung zum 7. LGL Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Unter dem Titel „Gesundheit für Alle“ findet vom 3. bis 5. Mai 2017 in München der 7. LGL-Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD), dem Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG) sowie der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) statt.
„Gesundheit für Alle“ dieses „alte“ Motto der Weltgesundheitsorganisation gewinnt wieder an Aktualität. Der Öffentliche Gesundheitsdienst steht vor der Aufgabe, neue Bevölkerungsgruppen zu integrieren, soziale Ausgrenzung zu vermeiden und dabei möglichst bevölkerungsorientiert vorzugehen. Die Handlungsfelder umfassen die Hygiene, Umweltmedizin und Prävention, den Infektionsschutz und die Kindergesundheit. „Gesundheit für Alle“ spielt aber auch eine Rolle im Gutachtenwesen und in der Gesundheitsberichterstattung.
Experten von Universitäten und anderen Wissenschaftseinrichtungen sowie Fachleute des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind herzlich eingeladen, mit ihren Beiträgen einen abwechslungsreichen wissenschaftlichen und zugleich praxisnahen Kongress aktiv mitzugestalten.

Zum Schutz vor Infektionen: Rohmilch vor dem Verzehr abkochen

Das LGL rät zum Schutz vor Infektionen dazu, Rohmilch vor dem Verzehr abzukochen, da in Rohmilch immer wieder Krankheitserreger vorkommen können. Dabei liegt die Gefahr hauptsächlich in einer Übertragung von Campylobacter- und EHEC-Bakterien. Die Krankheitserreger stammen in den meisten Fällen nicht unmittelbar aus der Milch, sondern gelangen beim Melken aus der Stallumgebung in die Rohmilch und lassen sich auch bei einer vorbildlichen Melkhygiene niemals gänzlich ausschließen. Durch Abkochen der Milch können Verbraucher diese Keime zuverlässig abtöten. Das LGL weist zudem darauf hin, dass die Übertragung von EHEC grundsätzlich unter anderem auch über den Verzehr von Rohmilchprodukten, z. B. Rohmilchweich- und Rohmilchschnittkäse, möglich ist.

LGL -Forschungsprojekt zum Nachweis von Mikroplastik in ausgewählten Lebensmitteln

Unter dem Begriff „Mikroplastik“ versteht man kleine Kunststoffteilchen primären oder sekundären Ursprungs, deren Größe häufig zwischen einem Mikrometer und fünf Millimetern angegeben wird. Seit einigen Jahren werden vermehrt Studien zum Vorkommen von Mikroplastik in der Umwelt durchgeführt. Die bisherigen Untersuchungen belegen, dass Mikroplastik praktisch ubiquitär zu finden ist.
Unter anderem berichten einige Studien auch über den Nachweis von Kunststoffpartikeln in Lebensmitteln, jedoch fehlt es bisher an validen und einheitlichen Verfahren zur qualitativen und quantitativen Analyse der Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik.
Das LGL entwickelt nun erstmals in einem Forschungsprojekt routinetaugliche Untersuchungsverfahren für den Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln. Ziel dieses Projekts ist es, erste belastbare Daten zu Menge, Größe und Zusammensetzung der Kunststoffpartikel in verschiedenen Lebensmitteln zu erarbeiten. Diese Daten sind eine wichtige Voraussetzung für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos für den Menschen aufgrund der potentiellen Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik.

Weitere Informationen:

LGL rät zu Überprüfung des Tetanus-Impfschutzes

Die Tetanus-Erkrankungen in Deutschland gingen in den letzten Jahrzenten stark zurück und liegen derzeit bei ca. zehn bis fünfzehn Fällen pro Jahr. Mit diesem Erfolg, der maßgeblich einer hohen Impfquote geschuldet ist, wächst zugleich die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit für die auch als Wundstarrkrampf bezeichnete Krankheit bei der Bevölkerung und auch bei der Ärzteschaft abnimmt. Dabei gab es erst in jüngster Zeit einen Tetanus-Todesfall in Bayern.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ruft daher dazu auf, den individuellen Tetanus-Impfschutz zu überprüfen.

Listeriennachweise in Fleisch- und Wurstwaren und vegetarischen Produkten

Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes haben das Bayerische Verbraucherschutzministerium und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit seit 27.05.2016 davon abgeraten, Produkte der Fa. Sieber, Geretsried, zu konsumieren. Inzwischen sind diese Produkte (auch bei Eigenmarken des Handels) zurückgerufen und aus dem Handel genommen worden, da die Produkte möglicherweise mit Listerien belastet waren. Um die Sicherheit ihrer Produkte wiederherzustelllen, wurden der Firma verschiedene behördliche Auflagen auferlegt, bevor sie erneut Produkte in Verkehr bringen darf. Da diese Auflagen inzwischen erfüllt sind, ist das Verbot des Inverkehrbringens zum 24.08.2016 weggefallen und die Firma Sieber darf nun wieder Produkte in Verkehr bringen.

Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse aktualisiert

Nach langen Beratungen der deutschen Lebensmittelbuchkommission wurde die Neufassung der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse veröffentlicht. Neuerungen gab es insbesondere zu Kochschinken, zu Geflügelfleischprodukten und zur Wiederverarbeitung von Brühwurst in Spitzenqualität.

Untersuchung von Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile 2015

Das LGL untersucht regelmäßig Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile. In diesem Jahr wurden bei 2 von 91 untersuchten Maissaatgutproben gentechnisch veränderte Bestandteile nachgewiesen. Die betroffenen Saatgutpartien wurden vor der Auslieferung vom Markt genommen und kamen nicht zur Aussaat. Drei untersuchte Senf- und drei Soja-Saatgutproben waren ohne Befund. Der Anteil der positiv getesteten Proben hat in den letzten Jahren abgenommen. Noch im Jahr 2010 wurden in 5 von 54 untersuchten Mais-Saatgutproben gentechnisch veränderte Verunreinigungen gefunden.

"Laktosefreie" Produkte – Wie verlässlich sind Angaben zur Laktosefreiheit?

Laktose (Milchzucker) ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten. Da Laktose aber auch sehr häufig als Trägerstoff für Aromen, zur Verbesserung der Beschaffenheit oder zur Geschmacksabrundung eingesetzt wird, können auch viele andere Lebensmittel Laktose enthalten.
Die meisten Menschen vertragen Laktose-enthaltende Lebensmittel gut, weil sie den Milchzucker von einem körpereigenen Enzym (Laktase) im Dünndarm in seine beiden Bestandteile, Galaktose und Glukose, spalten können und diese Spaltprodukte dann in das Blut aufgenommen werden können. Daher sind laktosefreie Produkte für die meisten Menschen nicht erforderlich und bringen keinen Zusatznutzen. Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz hingegen fehlt die Laktase, so dass Laktose nicht gespalten und aufgenommen werden kann. Die Folge sind dann Beschwerden wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. Laktoseintolerante Personen sind daher auf eine korrekte Kennzeichnung der Lebensmittel angewiesen.
Das LGL untersucht immer wieder unterschiedlichste Lebensmittel, die mit dem Hinweis "laktosefrei" beworben werden. Dabei wird geprüft, ob die Erzeugnisse tatsächlich weniger als die genannte Grenzkonzentration an Laktose enthalten.


Kennzeichnung von Allergenen

Lebensmittelallergene sind nur dann kennzeichnungspflichtig, wenn sie dem Lebensmittel absichtlich als Zutat hinzugesetzt wurden. Sie können jedoch auch als unbeabsichtigte Verunreinigung bei der Herstellung oder beim Transport in das Lebensmittel gelangen. Zur Sicherheit der Verbraucher gehen die Behörden solchen Spuren nicht deklarierter allergener Bestandteile nach.