Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI)
Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) wurde im November 2006 gegründet und hat ihre Geschäftsstelle am LGL. Sie vereint Vertreter von Ärzteverbänden, Apothekern, Körperschaften, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, gesetzlichen wie privaten Krankenkassen und Wissenschaft einschließlich aller bayerischen Mitglieder der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut). Die LAGI hat zum Ziel, den Impfschutz der bayerischen Bevölkerung auf der Basis der Freiwilligkeit und informierten, mündigen Entscheidung in jeder Lebensphase zu verbessern. Aus diesem Grund hat die LAGI beispielsweise vom 20. April 2009 bis 25. April 2009 die erste Bayerische Impfwoche veranstaltet.
- Warum impfen?
- Impfprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
- Gründung der LAGI
- Mitglieder der LAGI
- Ziele der LAGI
- Auswahl aktueller Projekte der LAGI
- Mehr zu diesem Thema (Links und Dokumente zum Download)
- Informationen zur Impfwoche 2009 (neue Seite)
Warum impfen?
Impfungen zählen zu den wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Durch ihren Einsatz sind viele in der Vergangenheit gefürchtete Infektionskrankheiten, wie Kinderlähmung oder Diphtherie, zurückgedrängt worden. Die lebensgefährlichen Pocken konnten im Jahr 1980 durch konsequente weltweite Impfprogramme und kontinuierliche Überwachung sogar ausgerottet werden.
Trotz dieser großen Erfolge bestehen aktuell noch Defizite bei der Akzeptanz von einzelnen empfohlenen Impfungen in Deutschland und auch in Bayern. Als Beispiel sei die Masernimpfung genannt: Die oft als harmlose Kinderkrankheit verkannte Erkrankung kann schwere bis tödliche Verläufe nehmen und verursacht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich weltweit immer noch über 340.000 Todesfälle bei Kindern. Seit vielen Jahren ist daher die globale Masernelimination ein erklärtes Ziel der WHO. Die Masernelimination erfordert eine sehr hohe Bevölkerungsimmunität, die 95 Prozent der Bevölkerung schützend umfassen sollte. Dass dies möglich ist, haben die bereits als masernfrei erklärten Kontinente Amerika, Australien und die Länder Skandinaviens vorgemacht. Deutschland zählt zu den Ländern Europas, die noch nicht die ausreichend hohen Durchimpfungsraten flächendeckend erreicht haben. Dies zeigt sich in immer wieder auftretenden, regional begrenzten Masernausbrüchen - auch in Bayern. Es ist daher zweifelhaft, ob die jetzt geltende Zielmarke der WHO für die Masernelimination in Europa bis zum Jahr 2010 erreicht werden kann.
Auch weitere komplikationsreiche Erkrankungen wie Keuchhusten (Pertussis) bei Säuglingen oder Virus-Grippe (Influenza) bei Senioren könnten durch ein Zusammenspiel von individuellem Impfschutz und hohen Impfraten in der Bevölkerung vermieden werden. Die aktuellen Impfraten der Schulanfänger in Bayern werden regelmäßig von den Gesundheitsämtern erhoben und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für ganz Bayern zusammengefasst, veröffentlicht und bewertet (siehe „Dokumente zum Download“: Gesundheitsmonitor).
Impfprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Die umfassende und professionelle Beratung zur Impfentscheidung des mündigen Bürgers ist daher von großer Bedeutung. Impfprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ein Zusammenspiel aller in der Impfprävention Verantwortlichen erfordert.
Gründung der LAGI
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) hat daher zusammen mit dem LGL und weiteren Partnern im Jahr 2005 das Bayerische Impfkonzept entwickelt, das eine effektive Umsetzung der aktuellen nationalen Impfempfehlungen gewährleisten will. Dabei sollen auch Gruppen mit erschwertem Zugang zu Impfungen einbezogen werden.
Das Kernstück des Bayerischen Impfkonzepts war die Etablierung eines unabhängigen Arbeitsgremiums, das die in Bayern für die Impfprävention tätigen Akteure und Institutionen vernetzt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeitet ermöglicht. Dies wurde auch von dem Landesverband der Kinder- und Jugendärzte sowie der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V. angeregt. Mit der Gründung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) im November 2006 unter reger Beteiligung aller eingeladenen Mitglieder ist dies gelungen.
Mitglieder der LAGI
In der LAGI sind im Einzelnen vertreten:
- Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE) u.a.:
- vdek - Verband der Ersatzkassen e.V.(Landesvertretung Bayern)
- AOK Bayern - Die Gesundheitskasse
- BKK – Betriebskrankenkassen (BKK Landesverband Bayern)
- KK - Innungskrankenkassen
- Knappschaft
- LKK - Landwirtschaftliche Krankenkasse
- Ärzteverband Öffentlicher Gesundheitsdienst Bayern e.V.
- Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V.
- Bayerische Landesapothekerkammer
- Bayerische Landesärztekammer
- Bayerischer Hausärzteverband
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Geschäftsstelle der LAGI)
- Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
- Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Bayern
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte – bvkj, Landesverband Bayern
- IBE - Institut für Medizinische Informatik Biometrie Epidemiologie
der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
- Landeshauptstadt München - Referat für Umwelt und Gesundheit
- Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. von Haunersches Kinderspital (PD Dr. Johannes Liese)
- Nationales Referenzzentrum Meningokokken, Universität Würzburg
- Vertreter der Regierungen und Gesundheitsämter
- VDBW - Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V., Landesverbände Bayern Nord und Süd
- Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Landesausschuss Bayern
- Vereinigung der Bayerischen Internisten e.V.
- Bayerischer Hebammen Landesverband e.V.
- Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Jilg (STIKO-Mitglied), Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg
Klinische Virologie und Infektionsimmunologie Universität Regensburg - Frau Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach (STIKO-Mitglied), Kinder- und Jugendärztin
- Herr Prof. Dr. Rüdiger von Kries (STIKO-Mitglied), Abteilung für Epidemiologie im Kindes- und Jugendalter, Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin
der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München - Herr Prof. Dr. Frank von Sonnenburg (STIKO-Mitglied), Medizinische Fakultät
Institut für Infektions- und Tropenmedizin, LMU München - Herr Prof. Dr. Martin Röllinghof, (STIKO-Mitglied), Institut für klinische Mikrobiologie,
Immunologie und Hygiene, Universität Erlangen
Die Geschäftsführung wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wahrgenommen.

Abbildung 1: Mitglieder der LAGI im April 2007 bei einer Sitzung im LGL.
Ziele der LAGI
Die LAGI hat das Ziel, den empfohlenen Impfschutz der gesamten bayerischen Bevölkerung - also Menschen in jeder Lebensphase - zu verbessern. Durch dieses neu geschaffene interdisziplinäre Gremium wird dem Grundsatz „Impfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ Rechnung getragen. Folgende Schwerpunkte hat sich die LAGI gesetzt:
- Verbesserung und transparente Gestaltung der Datenlage: Sowohl zu impfpräventablen Erkrankungen wie auch zu Impfungen einschließlich der jeweiligen Komplikationen
- Öffentlichkeits- und Medienarbeit: Stärkung und Verbreitung des Impfgedankens in der bayerischen Bevölkerung durch aktuelle, unabhängige Information zum Thema Impfen
- Identifizierung und Abbau von Impfhindernissen (beispielsweise „missed opportunities“, Ängste vor Impfkomplikationen)
- Expertenaustausch zu wichtigen Impffragestellungen
- gemeinsame Erarbeitung von Impfkonzepten
- wissenschaftliche Evaluation und Begleitung
Auswahl aktueller Projekte der LAGI
- Öffentlichkeitsarbeit:
- Organisation der ersten Bayerischen Impfwoche vom 20. bis 25. April 2009 mit einer Vielzahl von Aktionen zum Thema „Impfen“
- gemeinsam erarbeitete Broschüre „Geimpft - Geschützt“ (Neuauflage 2009)
- Film- und Plakatkampagne zur Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung im Großraum München (initiiert von der Landeshauptstadt München)
- Veröffentlichungen der LAGI in verschiedenen Zeitschriften
- Masernaktionsplan für Bayern
- bayernweite Erhebung der Impfraten in 6. Schulklassen
- Einführung und wissenschaftliche Begleitung von Impferinnerungssystemen (Recall) im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung der Gesundheitsämter
- Erarbeitung weiterer Impferinnerungssysteme (KVB, Praxissoftware)
- Förderung der Ausbildung von Medizinstudenten und Fortbildungen für alle Ärzte zum Thema „Impfen“
- aktuelle Bewertung der Masern-, Mumps- und Pertussis-Situation in Bayern, Verbesserung der „Kokonstrategie“ für Neugeborene in Bayern
Mehr zu diesem Thema
Links
- Die Bayerische Impfwoche 2009
- Aktuelle Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
- Informationen des Robert Koch Instituts zum Thema Impfen
- Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit
- 1. Nationale Impfkonferenz 5.-7. März 2009: Programm und Abstractband
- Kinderärzte im Netz
- Impfwoche-Informationen der KVB
Dokumente zum Download
- Gemeinsamer Beschluss der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen und des Landesgesundheitsrats Bayern zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1)(
56KB) - Gesundheitsreport 01/2009 - Der Impfstatus der Kinder in Bayern - Update 2009 (
1,3 MB) - LAGI-Flyer für die Impfwoche: Impfen. Wer? Wann? Was? (PDF, 507KB)
- LAGI-Plakat (Kinder, Hüpfspiel) (PDF, 1,9 MB)
- LAGI-Plakat (Kinder, Fußball) (PDF, 3,9 MB)
- LAGI-Plakat (Erwachsene) (PDF, 2,2 MB)
- LAGI-Plakat (Senioren) (PDF, 3,9 MB)
- Broschüre "Geimpft - Geschützt"
- Liste der regionalen Impfwoche-Veranstaltungen (
100 KB) - LZG-Informationen "Gesund in Bayern" 2009-02: Bayerische Impfwoche vom 20. bis 25. April 2009 (PDF, 1,2 MB)
- Gesundheitsmonitor 02/2008: Der Impfstatus der Kinder in Bayern - Update 2008 (PDF, 887 KB)
- Gesundheitsmonitor 04/2006: Der Impfstatus der Kinder in Bayern - Update 2006 (PDF, 770 KB)
- Bayerisches Ärzteblatt 3/2009: Bayerische Impfwoche im April 2009 (PDF, 227KB)
- Bayerisches Ärzteblatt 4/2009: Bayerische Impfwoche im April 2009, S. 165 (PDF, 435KB)
- Bayerisches Impfkonzept (PDF, 1,73 MB)
- Masernaktionsplan (Beitrag im Gesund-in-Bayern, LZG) (PDF, 1MB)


