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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Bienenkrankheiten

Krankheitsbild und Labordiagnose von Bienenkrankheiten, deren Bekämpfung durch die Bienenseuchenverordnung geregelt ist

Amerikanische Faulbrut (Bösartige Faulbrut), anzeigepflichtig

Die Bösartige Faulbrut ist eine hochkontagiöse Krankheit, insbesondere der jüngsten Larvenstadien. Der Erreger, Paenibacillus larvae larvae, wird durch seine Dauerform, die Faulbrutsporen, mit dem Futter auf die Larven übertragen. Die infizierten Larven verwandeln sich nach dem Deckeln der Zelle in eine braune fadenziehende Masse, die durch Eintrocknen immer dunkler wird. Die vegetativen Formen der Faulbruterreger sind dann schon abgestorben, es haben sich wieder Sporen gebildet.

Wabe bei Vorliegen amerikanischer Faulbrut: fadenziehender Inhalt der Zellen.

Abbildung 2: Wabe bei Vorliegen amerikanischer Faulbrut: fadenziehender Inhalt der Zellen

Untersuchungsmaterial zum Nachweis des Faulbruterregers:

  • Verdächtige Brutwaben (ganze Waben - gedeckelt): Kennzeichen: Lückenhaftes Brutnest, die Zelldeckel der stehengebliebenen Brutzellen sind dunkel, sinken mehr und mehr ein. Bei der Streichholzprobe an der verdeckelten Zelle zieht sich ein mehrere Zentimeter langer Faden.
  • Futterkranzproben (mindestens 10 ml, auslaufsicher verpackt) : Besonders zur Nachkontrolle der Amerikanischen Faulbrut nach erfolgter Bekämpfung, laut Verordnung.

Labordiagnose: Mikrobiologischer Nachweis des Faulbruterregers und mikroskopischer Nachweis der Geißelzöpfe.

Varroose (Brutmilbenkrankheit), nicht mehr anzeigepflichtig, Behandlungspflicht

Es handelt sich um eine Brutkrankheit, verursacht durch Parasiten. Der Erreger, Varroa destructor, eine Milbenart, die ursprünglich aus Asien stammt, parasitiert an der Brut in der gedeckelten Zelle. Verkümmerte und verkrüppelte Jungbienen, die auch schon in der Brutzelle absterben können, sind die Folge. Durch den Saugakt der Milben können bei Bienen aller Altersstufen Infektionskrankheiten verbreitet werden, insbesondere Viruskrankheiten. Bereits 1-3 Jahre nach erfolgter Einschleppung der Varroamilben können unbehandelte Bienenvölker zusammenbrechen.

Untersuchungsmaterial zum Nachweis der Varroamilbe:

  • Gemüllproben, Gewinnung über Varroagitter.
  • Brutwaben mit gedeckelter Brut, speziell Drohnenbrut.

Labordiagnose: Nachweis der Milben direkt, z. B. in gedeckelten Brutzellen oder durch ein Flotationsverfahren, im Gemüll.

Acarapiose (Tracheenmilbenkrankheit), nicht mehr anzeigepflichtig, bei Befall Behandlungspflicht

Infizieren können sich Bienen nur in den ersten Lebenstagen. Die Milben dringen in das erste Stigmenpaar des Thorax ein und vermehren sich dort. Die Parasiten ernähren sich von der Haemolymphe, die Tracheen verkrusten mehr und mehr. Das Lumen wird immer enger, die Luftzufuhr wird gedrosselt, es kommt zur Flugunfähigkeit der Bienen. Größere Schäden am Bienenvolk entstehen dann, wenn die Bienen ein höheres Lebensalter erreichen z. B. im Winter oder auch im Sommer bei Trachtlosigkeit.

Untersuchungsmaterial zur Feststellung der Acarapiose:

  • Wintertotenfall: ca. 25-30 Bienen pro Volk.
  • Flugunfähige Bienen.

Labordiagnose: Nachweis der Milben in den Tracheen durch Präparation.

Krankheitsbild und Labordiagnose von weiteren Bienenkrankheiten

Nosemose (Nosemaseuche)

In fast jedem Bienenvolk ist der Erreger der Nosemose, Nosema apis, ein Einzeller, latent vorhanden. Längere Schlechtwetterperioden begünstigen den Ausbruch der Nosemose. Die Symptome, wässriger Kot, aufgetriebener Hinterleib und Flugunfähigkeit treten besonders bei schwachen Völkern auf.

Untersuchungsmaterial zur Feststellung der Nosemose:

  • ca. 10 Bienen pro Volk.

Labordiagnose: Mikroskopischer Nachweis der Nosemasporen.

Ascosphaerose (Kalkbrut)

Die Kalkbrut ist eine Brutkrankheit, hervorgerufen durch den Pilz Ascosphaera apis. Die Infektion erfolgt bei den Rundmaden über Pilzsporen im Futter. Die Larven sterben meist als Streckmaden ab, nachdem die Zelle verdeckelt worden ist. Es bilden sich Fruchtkörper, die Kalkbrutsporen enthalten. Die Krankheit wird durch kühle, feuchte Witterung begünstigt und tritt vorwiegend bei schwachen Völkern auf.

Untersuchungsmaterial zur Feststellung der Kalkbrut:

  • Brutwaben mit gedeckelten Zellen, die beim Schütteln klappern (Kalkbrutmumien).

Labordiagnose: Differenzierung der Pilze aus den Mumien.