Physikalische Umweltfaktoren
Allgemein
Im Bereich der physikalischen Faktoren beschäftigt sich das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit den Wirkungen von Strahlung (nicht-ionisierende und ionisierende) und Lärm auf die menschliche Gesundheit.
Im elektromagnetischen Spektrum kann nicht-ionisierende und ionisierende Strahlung anhand der Frequenz der Wellen bzw. der Wellenlänge unterschieden und in Untergruppen eingeteilt werden. Zu den nicht-ionisierenden Strahlungen gehören die
- statischen Felder, z. B. das Erdmagnetfeld oder die Kernspin-Tomographie,
- niederfrequente Felder, z. B. Felder des Bahnstroms oder von Haushaltsgeräten und Elektroinstallationen,
- hochfrequente Felder, z. B. Felder von Rundfunk, Fernsehen und Mobilfunk,
- Infrarot,
- sichtbares Licht.
Die UV-Strahlung liegt an der Grenze zwischen nicht-ionisierender und ionisierender Strahlung. Die wichtigste natürliche Quelle ist die Sonne. Zu der ionisierenden Strahlung gehören die Röntgenstrahlung und die gamma-Strahlung.
Unter Lärm werden im Allgemeinen Geräusche verstanden, die laut sind und als störend empfunden werden. Da aber auch Geräusche, die nicht stören, sondern denen wir uns absichtlich aussetzen, gesundheitliche Konsequenzen haben können, werden auf den Internetseiten des LGL sämtliche Geräusche bzw. Schallereignisse als Lärm bezeichnet. Das LGL befasst sich mit den Wirkungen von Arbeitslärm, Umgebungslärm (Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm, Gewerbelärm) und auch mit den Wirkungen von Freizeitlärm (z. B. Diskothekenlärm und Schallpegel von tragbaren Musikabspielgeräten).
Weiterführende Informationen
Auf den untergeordneten Seiten finden Sie allgemeine Informationen zum Thema Lärm, zu der Fachausstellung Lärm am LGL sowie zu den im Bereich Freizeitlärm schwerpunktmäßig durchgeführten Projekten.
Ein Schwerpunkt am LGL stellt die Frage nach der Wirkung des Freizeitlärms insbesondere bei Jugendlichen dar. Vor allem der Konsum von Musik über tragbare Musikabspielgeräte und Diskotheken- und Konzertbesuche werden verdächtigt, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hörschäden zu verursachen. Im Jahr 2005/2006 hat das LGL gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) eine Messreihe in bayerischen Diskotheken durchgeführt. Hierbei zeigte sich, dass der Mittelungspegel auf der Tanzfläche zwischen 23:00 Uhr und 2:00 Uhr im Median bei 100 dB(A) liegt.
Um aktuelle Daten über die Verbreitung von Hörschäden unter Jugendlichen in Bayern zu erhalten, führte das LGL die epidemiologische Studie Ohrkan durch. In Ohrkan wurde das Gehör von ca. 2.000 Jugendlichen der Jahrgangstufe 9 aus Regensburger Schulen untersucht. Parallel wurden von den Jugendlichen über standardisierte Fragebögen Faktoren erhoben, die möglicherweise ein Risiko für das Gehör darstellen. Hierzu gehören insbesondere die Nutzung von tragbaren Musikabspielgeräten und der Besuch von Konzerten und Diskotheken. Weitere Informationen zu dem Studienkonzept und zu ersten Ergebnissen finden sie auf der Projektseite Ohrkan-Studie.
Vor dem Hintergrund von Gehörrisiken durch Freizeitlärm entwickelte die Hochschule München unter Förderung durch das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) die Software earaction. In dieser interaktiven Software können Nutzer auf spielerische Art Informationen zum Gehör, möglichen Risiken durch Musikkonsum und Gehörschutz erhalten. Das LGL hat gemeinsam mit der Hochschule München die Betreuung dieser Software übernommen. Über den Internetzugang earaction kann die Software aufgerufen werden.

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