Lebensbaumlogo Geschäftsbereich lebensministerium.bayern.de

Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

FAQs zum Thema Usutu-Virus

Bei der Usutu-Virus-Infektion handelt es sich um eine von Insekten (auf Vögel spezialisierte Stechmückenarten) übertragene Viruserkrankung bei Wildvögeln, die ursprünglich in Afrika, Südostasien und Südamerika vorkommt. Das Usutu-Virus wurde in Europa erstmalig 1996 in Italien, 2001 in Österreich und 2011 in Deutschland nachgewiesen.

Im afrikanischen Ursprungsgebiet des Usutu-Virus erkranken Wildvögel in der Regel nicht. Ebenso wurde Usutu-Virus in den Jahren 2005 – 2007 in Italien und Spanien gefunden, ohne dass eine erhöhte Mortalität bei Wildvögeln beobachtet worden wäre.
Es wird angenommen, dass neben wenigen hoch empfänglichen Arten (z. B. Amsel) Wildvögel überwiegend symptomlos auf den Erreger reagieren.

 

Gibt es Vögel, die immun sind bzw. nicht sterben?

  • Es sind nicht alle Vögel gleichermaßen empfänglich für das Virus. Neben empfänglichen Vogelarten wie z. B. Amseln, Eulen und Kauzen, gibt es auch Arten, die nicht klinisch erkranken.

Wie soll man sich verhalten, wenn man verendete Vögel findet?

  • Grundsätzlich sollten tote Vögel nicht mit bloßen Händen berührt werden; findet man vermehrt (mehr als drei) tote Vögel, sollte das zuständige Veterinäramt kontaktiert werden.
  • Einzelne tote Vögel können von Privatpersonen selbst an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) zur Untersuchung auf das Usutu-Virus eingesendet werden (siehe hierzu nebenstehenden Link zum BNITM).

Werden tot aufgefundene Vögel auch auf andere Krankheitserreger untersucht?

  • Eng verwandt mit dem Usutu-Virus ist das West-Nil-Virus (WNV)*. Wildvogel-Proben, die an das Nationale Referenzlabor am FLI oder an das Bernhard-Nocht-Institut gesendet werden, werden stets auf Usutu-Virus und WNV untersucht. Werden Vögel über ein Veterinäramt an das LGL verbracht, erfolgt zusätzlich eine Untersuchung auf Aviäre Influenza (Vogelgrippe) am LGL.

Wie wäre eine Entsorgung toter Tiere durchzuführen?

  • Beim Entsorgen der Tiere sind Handschuhe zu tragen. Anschließend sind die Hände gründlich mit Seife zu waschen und gegebenenfalls zu desinfizieren; verschmutzte Kleidungsstücke sollten gewaschen werden. Einzelne tote Singvögel können in Plastiktüten verpackt über den Restmüll entsorgt werden.

Welche Übertragungswege (nebst Stechmücke) von Tier zu Tier sind bekannt?

  • Bisher ist nur die Übertragung über Stechmücken bekannt.

Welche Übertragungswege auf den Menschen (theoretisch auch über Stechmücke denkbar) sind bekannt? Ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich?

  • Bisher sind nur sehr wenige Erkrankungsfälle bei Menschen bekannt. Besonders bei immungeschwächten Personen kann eine Infektion mit grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlägen einhergehen.

Ist bekannt, wie das Virus nach Europa kam?

  • Der Eintragsweg kann noch nicht gesichert bestimmt werden. Diskutiert wird ein Eintrag über den Vogelzug sowie globalen Menschen- und Güterverkehr.

Ist das Virus hitze- oder kälteempfindlich?

  • Es handelt sich um ein RNA-Virus (Abkürzung englisch: ribonucleic acid, Ribonukleinsäure). RNA-Viren sind hitzeempfindlich und werden durch Kälte eher konserviert.

Besteht das Risiko, dass sich Haustiere (insbes. Hunde/Katzen) anstecken?

  • Berichte über infizierte Katzen sind nicht bekannt. Aufgrund von Forschungsergebnissen mit marokkanischen Hunden und Pferden konnten Usutu-Virus-spezifischen Antikörper im Blut der Tiere nachgewiesen werden. Das bedeutet, die Tiere haben sich mit dem Usutu-Virus angesteckt, ohne selbst schwerwiegend zu erkranken.

Welche Risiken bestehen für Nutztiere?

  • Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist die Wahrscheinlichkeit für Nutztiere an Usutu zu erkranken sehr gering.

Kann theoretisch auch Geflügelfleisch, das in den Handel kommt, betroffen sein?

  • Natürliche Infektionen mit dem Usutu-Virus wurden beim Geflügel bisher nicht nachgewiesen. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass Geflügelfleisch betroffen ist sehr gering. Eine Ansteckung mit Usutu-Virus für den Verbraucher kann daher nahezu ausgeschlossen werden. Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten (z. B. rohes Geflügelfleisch gründlich durchgaren, nach dem Zubereiten gründlich Hände waschen) sollte jedoch grundsätzlich geachtet werden.

Solle man ab jetzt Biosicherheitsmaßnahmen (analog Aviäre Influenza) befolgen?

  • Die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise bei der Aviären Influenza ist nicht notwendig.

Gibt es bestimmte tierseuchenrechtlich relevante Rechtsvorschriften zu beachten?

  • Nein, Infektionen mit dem Usutu-Virus sind weder anzeige- noch meldepflichtig.

Welche Sicherheitsmaßnahmen wären sonst zu befolgen?

  • Es gelten die allgemeinen Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen, wie z. B. geeignete Kleidung, Repellentien und Insektennetze.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema