Klassische Schweinepest (KSP) oder Europäische Schweinepest (ESP) - Das klassische an der Schweinepest ist ihr untypischer Verlauf!

Wesen der Erkrankung

Die Schweinepest ist eine ansteckende, fieberhaft verlaufende, virusbedingte Tierseuche, die sehr unterschiedliche Krankheitsbilder zeigen kann. Sie befällt Haus- und Wildschweine.
Die Erkrankung zeichnet sich durch ein weltweites Vorkommen mit Ausnahme Australiens, der USA und Skandinaviens aus.
In Europa wird das wiederholte Auftreten von Ausbrüchen der KSP als sog. Pestzyklen: 1951 – 1962 – 1973 – 1984 – 1993 – 1996 - 2002 beobachtet. In Bayern gab es zuletzt einen Ausbruch 1997 in einem oberbayerischen Landkreis.
Andere Spezies als das Schwein sind nicht für das Virus empfänglich. Auch auf den Menschen ist die Schweinepest nicht übertragbar.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Innerhalb eines Bestandes findet die Übertragung hauptsächlich von Tier zu Tier statt. Die Einschleppung in den Bestand kann über ungenügend erhitzte Futtermittel (Speiseabfälle), direkt über die Einstallung infizierter, aber klinisch symptomloser Tiere direkt und indirekt über Vektoren erfolgen. Wildschweine und daraus hergestellte Produkte können eine permanente Infektionsgefahr darstellen.
Die leichte Übertragung und Verbreitung und die oft längere Zeit schwer klinisch erkennbare Infektion machen die KSP so gefährlich und die Bekämpfung problematisch. Gefährliche Ansteckungsquellen sind Schweine mit klinisch unauffälligen und chronischen Verlaufsformen und Schweine, die während der Inkubationsphase das Virus bereits ausscheiden, bevor sie sichtbare Krankheitserscheinungen zeigen.

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?

Das klassische an der Schweinepest ist ihr untypischer Verlauf. Neben plötzlich auftretenden Todesfällen ohne weitere Symptomatik unterscheidet man den akuten Verlauf mit hohem Fieber, anfangs Verstopfung, später Durchfall und punkt- bis knopfgroßen Blutungen in der Haut, vom chronischen Verlauf mit Appetitlosigkeit, Abmagerung, Aborten und der Geburt lebensschwacher Ferkel. Daneben kann es auch vorkommen, dass Schweine völlig symptomlos erkranken.

An Schweinepest erkranktes Schwein von der Seite fotografiert
An Schweinepest erkranktes Schwein, Fotografie vom Kopfbereich

Wie wird die Krankheit festgestellt?

Aufgrund des vielfältigen Erscheinungsbildes der Krankheit sind neben klinischen Untersuchungen der Schweine - Fiebermessen sollte unbedingt erfolgen - zur spezifischen Abklärung auch Laboruntersuchungen erforderlich. Dabei unterscheidet man den Nachweis des Erregers oder seines genetischen Materials und den Nachweis von Antikörpern, die der befallene Organismus als Immunreaktion auf die Infektion mit dem Erreger bildet. Im Jahr 2007 beispielsweise wurden am LGL im Rahmen von Überwachungsuntersuchungen über 4000 Proben von Hausschweinen und über 1200 Proben von Wildschweinen entsprechend geprüft und ergaben keinen Hinweis auf das Vorliegen der Infektion.

Wie wird die Krankheit bekämpft?

Um eine Einschleppung in den Bestand zu verhindern, gibt es Vorschriften über die Verfütterung von Speiseabfällen, hygienische Maßnahmen, wie das Tragen von bestandseigener Schutzkleidung beim Betreten des Stalles, und Vorkehrungen, um den Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen zu verhindern.

Im Seuchenfall ist der gesamte Tierbestand zu töten und unschädlich zu beseitigen. Diese wirtschaftlichen Schäden werden verschärft durch großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten.

Weitere Informationen zu diesem Thema haben wir Ihnen unter Fachinformation/Schweinpest zusammengestellt.

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