Aktuelle Maßnahmen gegen die Geflügelpest in Bayern

Bayernweite Pflicht zur Einhaltung weitergehender Biosicherheitsmaßnahmen für alle privaten und gewerblichen Geflügelhalter mit nun auch bis zu 1.000 Tieren (Stand: 02.02.2021)

Aufgrund des sich weiterhin sehr dynamisch entwickelnden Geflügelpest (HPAI)-Geschehens in Deutschland und auch Bayern, werden ab sofort bayernweit weitergehende Biosicherheitsmaßnahmen nun auch für Halter bis zu 1.000 Stück Geflügel verpflichtend sein. Als Biosicherheitsmaßnahmen werden alle Vorsorgemaßnahmen verstanden, die gegen eine Einschleppung oder Weiterverbreitung von Seuchenerregern gerichtet sind. Die ab sofort geltenden weitergehenden Biosicherheitsmaßnahmen tragen dazu bei, das Risiko des Eintrags von Geflügelpestviren in Geflügelhaltungen bzw. dessen Verbreitung zu vermindern. Im Folgenden werden die Maßnahmen genannt, welche nun auch von den oben genannten Geflügelhaltern (bis 1.000 Stück Geflügel einschließlich Hobbyhalter) einzuhalten sind. Es ist sicherzustellen, dass:

  1. die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert sind,
  2. die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen,
  3. Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird,
  4. nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel die dazu eingesetzten Gerätschaften und der Verladeplatz gereinigt und desinfiziert werden und dass nach jeder Ausstallung die frei gewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert werden,
  5. betriebseigene Fahrzeuge unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz gereinigt und desinfiziert werden,
  6. Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt und von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt werden, jeweils im abgebenden Betrieb vor der Abgabe gereinigt und desinfiziert werden,
  7. eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchgeführt wird und hierüber Aufzeichnungen gemacht werden,
  8. der Raum, der Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert werden,
  9. eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

Pressemitteilung des StMUV vom 29.01.21 zu verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen gegen Geflügelpest

Allgemeines Fütterungsverbot für Wildvögel in ganz Bayern (Stand: 02.02.2021)

Des Weiteren gilt ab sofort ein allgemeines Fütterungsverbot für Wildvögel in ganz Bayern (gilt für Wildvögel gemäß Geflügelpest-Verordnung: freilebende Vögel der Ordnungen Hühnervögel, Gänsevögel, Greifvögel, Eulen, Regenpfeiferartige, Lappentaucherartige oder Schreitvögel sowie ein zu wissenschaftlichen Zwecken gehaltene Vögel dieser Ordnungen).
Der Grund dafür liegt darin, dass Fütterungsplätze naturgemäß entsprechende „Hot-Spots“ darstellen, an denen viele Wildvögel zur gleichen Zeit zusammentreffen und sich gegenseitig entweder durch direkten Kontakt zwischen Wildvögeln oder durch Kontakt mit Kot infizieren können und die Ausbreitung des Virus damit Beschleunigen. Das allgemeine Fütterungsverbot von Wildvögeln erfolgt auf Grundlage von Art. 6 und Art. 7 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes über das Landesstrafrecht und das Verordnungsrecht auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Landesstraf- und Verordnungsgesetz – LStVG).