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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Geflügelpest in zahlreichen bayerischen Landkreisen – Allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel in Bayern ist gelockert

Am 15. März 2017 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) aufgrund des aktuell rückläufigen Geflügelpestgeschehens bei Wildvögeln in Bayern die zuvor am 18. November 2016 und 23. November 2016 angeordnete allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel sowie das Verbot von Markten und Ausstellungen mit Geflügel aufgehoben. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht und ein Verbot von Märkten und Ausstellungen mit Geflügel bei neuen Nachweisen der Geflügelpest und in noch bestehenden Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten bis zu deren Aufhebung.

Die im letzten Jahr vom Bund (BMEL) erlassene Dringlichkeitsverordnung bleibt unbelassen und hat ihre Gültigkeit wie bisher bis zum 20 Mai. 2017. So sind die Geflügelhalter (Klein und Großbetriebe) nach wie vor verpflichtet, die strikten Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Mit der Anpassung dieser Maßnahmen ist weiterhin ein Höchstmaß an Sicherheit geboten.

Geflügelpest in Bayern

Anfangs wurde in Bayern bei mehreren tot aufgefundenen Wildvögeln aus dem Landkreis Lindau der hochpathogene Subtyp H5N8 des aviären Influenza-Virus (AIV) bestätigt, das Friedrich-Loeffler-Institut wies den Subtyp H5N8 seither in weiteren Proben aus den Landkreisen Starnberg, Rosenheim, Traunstein, Weilheim-Schongau, Miesbach, Augsburg, Freising, Ostallgäu, Unterallgäu, Landshut, Rottal-Inn, Straubing-Bogen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Landsberg am Lech, Ebersberg, Hof, Erding, Neu-Ulm, Aichach, Roth, Weißenburg-Gunzenhausen, Donau-Ries, Cham, Aschaffenburg, Neuburg Schrobenhausen, Bad Kissingen, Dachau, Regensburg, Main-Spessart, Erlangen-Höchstadt, Schwandorf, Haßberge, Schweinfurt, Würzburg, Kitzingen, Neustadt a. d. Waldnaab, Miltenberg, Dingolfing-Landau, Ansbach, Neumarkt i. d. OPf., Kelheim, Bamberg und Dillingen sowie aus den Städten Nürnberg, Ingolstadt, München, Hof, Regensburg, Erlangen, Schweinfurt, Weiden i. d. OPf., Straubing, Amberg und Würzburg nach. Die hochpathogene Aviäre Influenza hat sich seit November 2016 in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern stark ausgebreitet.

Auch Geflügelbestände waren betroffen. So wurde das hochpathogene Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N8 in einem Hobbygeflügelbestand im Landkreis Neustadt-Aisch, bei einem Wildvogel in einer Greifvogelauffangstation im Landkreis Haßberge, in Geflügelbeständen im Landkreis Kitzingen und im Landkreis Hof, in zwei kleinen Hobbygeflügelbeständen im Landkreis Regensburg, in einem Putenbestand im Landkreis Straubing sowie in einem Wildpark und einem Geflügelzuchtverein im Landkreis Schwandorf nachgewiesen. Die jeweils zuständigen Veterinärämter haben umgehend die erforderlichen Maßnahmen laut Geflügelpestverordnung ergriffen.

Seit den weitreichenden H5N1-Geflügelpestgeschehen der Jahre 2005/2006 werden auch in Bayern kontinuierlich Monitoringprogramme auf AI in Wildvögel und Hausgeflügel durchgeführt. Im Rahmen des Hausgeflügelmonitorings werden nach Stichprobenschlüssel Seren von Hühnern, Puten, Enten, Gänsen und Vögeln aus sonstigen Haltungen auf Antikörper gegen das aviäre Influenza A Virus (AIV) untersucht. Für das Monitoring von Wildvögeln auf AI werden vorrangig Proben von tot aufgefundenen, aber auch von erlegten Wasservögeln auf AIV-Genom untersucht. Um eine Ausbreitung der aviären Influenza A Virus Infektionen zu verhindern, sollte der Kontakt von Wildvögeln zu Nutzgeflügel verhindert werden. Das LGL hat speziell für Tierhalter ein Merkblatt mit Empfehlungen für Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen eine Verbreitung der Aviären Influenza erarbeitet.

Merkblatt für Geflügelhalter

Vermarktung von Freilandeiern

Ab dem Zeitpunkt der Aufhebung der Aufstallungspflicht durch die zuständigen Behörden in den Kreisverwaltungsbehörden können Eier von Hühnern aus Freilandhaltung wieder als Freilandeier vermarktet werden. Weiterführende Informationen dazu unter:

Geflügelpest: Vermarktung von Freilandeiern in Bayern (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft)