Blauzungenkrankheit (BT) – Regelungen für die Verbringung von Wiederkäuern aus BT-Sperrzonen in BT-Virus-freie Gebiete

Empfängliche Tiere (Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen) dürfen aus Sperrzonen nur unter bestimmten Voraussetzungen in freie Gebiete innerhalb bzw. außerhalb Deutschlands verbracht werden, wenn sie – neben ggf. weiteren Bedingungen – nachweislich über einen Impfschutz gegen das aktuelle BT-Virus (BTV-8) verfügen oder vor dem Verbringen virologisch mit negativem Ergebnis auf BTV untersucht werden. Es sind die Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 zu beachten!

Aktuelle Informationen zu Untersuchungen im Rahmen des BTV-Monitorings

Vorgaben für das Verbringen von Tieren aus der Blauzungen (BT) -Sperrzone

Folgende Tabelle gibt einen zusammenfassenden Überblick über die aktuellen Regelungen und Vereinbarungen zur Verbringung von empfänglichen Tieren aus den in Deutschland gelegenen Gebieten der BT-Sperrzone. Hierzu sind die einschlägigen Rechtsvorgaben und die genannten Memoranden in der Originalfassung zwingend zu beachten. Die nachfolgenden Informationen sind insoweit ohne Gewähr. Zudem wird auf die Allgemeinverfügungen der Kreisverwaltungsbehörden in Bezug auf die BT-Sperrzone verwiesen!

  Tiergruppen   Voraussetzungen für eine Verbringung aus der BT-Sperrzone   Zielgebiet
1. Tiere zur unmittelbaren Schlachtung Klinisch gesunde Tiere ohne Anzeichen von BT + Tierhaltererklärung, die dem amtlichen Tierarzt am Schlachthof zu übergeben ist Innerhalb Deutschland
2. Kälber (< 3 Monate) a. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* mind. 300 Tage vor der Geburt + ggf. jährliche Wiederholungsimpfungen + Biestmilchgabe** + Tierhaltererklärung

oder
Innerhalb Deutschland
b. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* vor dem Abkalben (mind. 28 Tage vor der Geburt) + Biestmilchgabe** + Tierhaltererklärung + negative virologische Untersuchung (PCR) frühestens 14 Tage vorher
3. Geimpfte Tiere (ab einem Alter von 3 Monaten) a .Grundimmunisierung* abgeschlossen + 60 Tage Wartezeit nach Grundimmunisierung

oder
Innerhalb Deutschland und EU
b. Grundimmunisierung* abgeschlossen + 35 Tage Wartezeit + negative virologische Untersuchung (PCR)
  Schafe und Ziegen (alternativ) Alle Tiere im Herkunftsbestand klinisch unauffällig + Grundimmunisierung* abgeschlossen + Wartezeit nach Herstellerangaben bis Ausbildung einer belastbaren Immunität + Tierhaltererklärung mit  Impfbescheinigung (Einzeltier/ Wanderschafherden) + Repellentbehandlung vor dem Verbringen Innerhalb Deutschland
 
Vereinbarungen zwischen Deutschland und bestimmten EU-Mitgliedsstaaten für die Verbringung von Rindern (Kälber) aus der BT-Sperrzone
1. Memorandum Niederlande Kälber
(< 90 Tage

negative virologische Untersuchung (PCR) frühestens 7 Tage vorher + Behandlung mit zugelassenem Insektizid + TRACES mit zusätzlichen Passus u. Aufzählung Ohrmarken***+
ergänzende Gesundheitsbescheinigung
Niederlande
2. Memorandum Italien
Kälber
(< 90 Tage)
TRACES mit zusätzlichem Passus u. Aufzählung Ohrmarken***  
und entweder
Italien
a. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* vor der Belegung + Biestmilchgabe**

oder
b. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* während der Trächtigkeit + Biestmilchgabe** + negative virologische Untersuchung (PCR) innerhalb 7 Tage vor Verbringen
3.

Memorandum Spanien
Kälber
(< 70 Tage)


gilt vorerst bis 31.12.19

TRACES mit zusätzlichem Passus u. Aufzählung Ohrmarken*** + ergänzende Gesundheitsbescheinigung

und entweder


Spanien
a. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* vor der Belegung + Biestmilchgabe** + aus geimpftem Bestand

oder
b. Mutterkuh mit abgeschlossener Grundimmunisierung* während der Trächtigkeit + Biestmilchgabe** + negative virologische Untersuchung (PCR) innerhalb 7 Tage vor Verbringen + PCR-Befund (HIT-Ausdruck)zu TRACES

oder
c. Behandlung mit zugelassenem Insektizid für mind. 14 Tage + anschließend negative virologische Untersuchung (PCR) binnen 14 Tage vor dem Verbringen + PCR-Befund (HIT-Ausdruck) zu TRACES

*Die Grundimmunisierung hat nach Angaben des Impfstoffherstellers zu erfolgen. Zur Aufrechterhaltung des nachweislichen Impfschutzes sind Wiederholungsimpfungen (Auffrischung) jeweils innerhalb eines Jahres erforderlich. Die Impfungen sind in die HI-Tier-Datenbank einzutragen.

**Das Kalb/die Kälber sind mit der Biestmilch der eigenen Mutterkuh unmittelbar nach der Geburt zu tränken.

***TRACES - Unter Punkt BT-2 muss folgender Wortlaut aufgeführt sein: „Tiere erfüllen die Bestimmungen von Artikel 8 (1) (b) der Verordnung (EG) 1266/2007“. Unter Punkt 1.31 (Identifizierung der Tiere) muss (auch in der elektronischen Form) eine Auflistung der Ohrmarken der Rinder enthalten sein.

 

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