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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Die Schweinepest-Monitoring in Bayern-Untersuchungsergebnisse 2017

Untersuchungen bayerischer Wildschweine auf Klassische und Afrikanische Schweinepest

Infektionsgeschehen in der Wildschweinpopulation stellen ein Risiko für einen Eintrag von anzeigepflichtigen Tierseuchen in die Hausschweinebestände dar. Untersuchungen zur Früherkennung dieser Infektionsgeschehen sind daher unverzichtbar. Die Untersuchungen auf die Afrikanische (ASP) und Klassische Schweinepest (KSP) sind über die Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen und der Afrikanischen Schweinepest bei Wild- und Hausschweinen (Schweinepest-Monitoring-Verordnung - SchwPestMonV) geregelt. Demnach sind in Bayern mindestens 3.620 Wildschweine auf die Präsenz von Antikörpern gegen den Erreger der KSP zu untersuchen. Um eine sinnvolle räumliche und zeitliche Verteilung dieser Proben über die Landkreise Bayerns zu gewährleisten, werden diese nach einem Stichprobenschlüssel verteilt untersucht.
Der letzte Ausbruch der KSP in einem bayerischen Hausschweinebestand datiert aus dem Jahr 1997, bei Wildschweinen trat die Tierseuche deutschlandweit zuletzt 2009 auf. Wie in den Vorjahren hat das LGL auch im Jahr 2017 in keiner der insgesamt untersuchten 4.549 Seren von gesund erlegten Wildschweinen Antikörper gegen das KSP-Virus nachgewiesen.
Neben den aufgeführten serologischen Untersuchungen von Proben gesund erlegter Wildschweine werden Proben von Fallwild und auffälligen Tieren nach SchwPestMonV virologisch auf die Erreger der KSP und ASP untersucht. Die ASP, eigentlich eine exotische Tierseuche, kommt seit Jahren in der Wildschweinpopulation östlicher EU-Staaten (Baltikum, Polen), auf Sardinien und in zahlreichen Nicht-EU-Ländern Osteuropas vor. Auch in den dortigen Hausschweinebeständen wurde die ASP wiederholt nachgewiesen. Die Bedrohung durch diese Infektion rückte im Verlaufe des Jahres 2017 durch erstmalige Ausbrüche in Tschechien und eine weitere Ausbreitung in Polen, erneut deutlich näher an Deutschland und Bayern heran. In keiner der 112 zur Früherkennung der KSP oder ASP virologisch untersuchten Proben wurden virale Genome gefunden. Es gibt bisher somit keine Anzeichen für einen Eintrag dieser Tierseuchen in die bayerische Wildschweinepopulation.

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