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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa – Monitoring in Bayern – Untersuchungsergebnisse 2015

In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) bisher noch nie nachgewiesen. Dennoch erschien es im Jahr 2014 auch in Bayern sinnvoll, Konzepte für ein ASP-Monitoring von Schwarzwild und Hausschweinen zu entwickeln und umzusetzen. Anlass ist die in den letzten Jahren ungehindert fortschreitende Ausbreitung der ursprünglich in Afrika heimischen Infektion aus dem Osten in Richtung Europa. Diese Entwicklung erfordert deutschlandweit eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie Informations- und Präventionskonzepte.

Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest

Die ASP wird durch das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASPV) verursacht. Das Virus ist in allen Körperflüssigkeiten und Geweben infizierter Schweine zu finden und in der Regel in der Umwelt sehr stabil. Für die gefürchtete Erkrankung der Schweine, Warzenschweine und Wildschweine sind alle Altersgruppen gleich empfänglich. Zwar ist das Virus schon seit 1978 auch in Teilen Europas verbreitet – nämlich lokal auf Sardinien begrenzt und bisher ohne Ausbreitungstendenz –, seit Eintrag des ASPV aus Afrika nach Georgien vor etwa sieben Jahren aber hat sich die Infektion ungehindert bis nach Russland und von dort weiter Richtung Westen ausgebreitet. Seit Anfang 2014 hat die ASP auch östliche Gebiete der EU erreicht. Behörden aus Litauen, Lettland, Estland und Polen meldeten seither Ausbrüche bei Schwarzwild. Für Hausschweinehaltungen liegen Meldungen aus Litauen, Lettland und Polen vor. Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Tschechien ist auch diese Gefahr gegeben.

Mögliche Wege einer Einschleppung

Ein Eintrag der ASP aus Risikogebieten nach Bayern wäre in der aktuellen Seuchenlage vor allem über virushaltige Produkte aus nicht durchgegartem Schweinefleisch (Schinken, Salami usw.) möglich. Diese können über lange Zeiträume infektiöse Viren enthalten und leicht über weite Strecken transportiert werden. Entsprechende Aufklärungskampagnen für Reisende wurden vom Bund lanciert. Zusätzlich müssen indirekte Übertragungswege über Fahrzeuge und Gegenstände berücksichtigt werden. Ort und Zeit eines Eintrages über Speiseabfälle, Fahrzeuge und Gegenstände in die Wildschwein- oder Hausschweinpopulation sind daher nicht vorherbestimmbar und erfordern eine kontinuierliche, gesteigerte Überwachung.
Alternativ könnte ein Eintrag über direkten Kontakt innerhalb der Schwarzwildpopulation erfolgen, dann wäre mit Erstbefunden in den östlichen Teilen Bayerns an den Grenzen zu Tschechien und Österreich zu rechnen. Noch kann aber von der ASP-Freiheit auch aller direkt an Bayern angrenzender Staaten ausgegangen werden.

Voraussichtlicher Krankheitsverlauf

Die aktuell in der Russischen Föderation kursierenden Stämme gelten als besonders krankmachend (hochvirulent). Diese Stämme würden in Deutschland auf eine hochempfängliche Wirtspopulation treffen, sodass deutliche klinische Symptome bis hin zu plötzlichen Todesfällen zu erwarten wären. Es kann zunächst eine Mortalität von 100 % innerhalb von zwei bis zehn Tagen nach Erkrankung angenommen werden.

Monitoring in Bayern

Nach aktuellem Kenntnisstand würden Europäische Wild- und Hausschweine an der Infektion verenden, bevor eine Antikörperbildung stattfinden könnte. Aktuell muss daher besonders auf auffällige, nicht diagnostizierte, klinische Geschehen in den Populationen geachtet und am LGL auf das Genom des ASPV untersucht werden.
Im Jahr 2015 untersuchte das LGL Proben von 35 tot aufgefundenen oder krank erlegten Tieren auf das Vorhandensein von Genomen des ASP-Virus (ASPV). Zusätzlich zu diesen Untersuchungen überprüfte das LGL auch ausgewählte Proben von gesund erlegten Wildschweinen. In keiner der 661 untersuchten Stichproben wies das LGL Genome
des ASPV nach. Bisher wurde also kein Anzeichen auf einen Eintrag der KSP oder der ASP in die bayerischen Wildschweinepopulation festgestellt. Aufgrund der bestehenden Seuchensituation im Osten Europas ist auch für 2016 eine gezielte Kommunikation und Fort führung der Überwachungsuntersuchungen im Rahmen der Tierseuchenprävention vorgesehen.
Um die Stichprobe möglichst aussagekräftig zu halten, sollte eine räumliche und zeitliche Verteilung der Proben gewährleistet sein. In keiner der 613 am LGL untersuchten Stichproben wies das LGL Genome des ASPV nach. Bisher wurde also kein Anzeichen auf einen Eintrag der Tierseuche in die bayerischen Schweine- und Hausschweinepopulationen festgestellt. Da die Seuchensituation im Osten Europas nach wie vor als unverändert eingestuft werden muss, ist auch für 2015 eine gezielte Kommunikation und Durchführung von Überwachungsuntersuchungen als wichtige Aufgabe der Tierseuchenprävention vorgesehen.

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