FAQs: Status-Untersuchung Afrikanische Schweinepest (ASP)

1. Was ist die Status-Untersuchung ASP?

Die sogenannte „Status-Untersuchung ASP“ (auch „ASP-Früherkennungsprogramm“) ist ein freiwilliges Verfahren zur ASP-Früherkennung in Hausschweinebeständen und zur Erfüllung der Voraussetzungen für das Verbringen von Schweinen aus ASP-Restriktionszonen. Restriktionszonen werden im Falle eines ASP-Ausbruchs beim Wildschwein zur Seuchenbekämpfung eingerichtet. Für schweinehaltende Betriebe innerhalb dieser Restriktionszonen ergeben sich Reglementierungen und Beschränkungen für das Verbringen und die Ausfuhr von Schweinen.

2. Was ist die rechtliche Grundlage für die Status-Untersuchung ASP?

Rechtliche Grundlage für die Status-Untersuchung bilden § 14f Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b bzw. Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b bzw. Abs. 4 Nr. 2 Buchst. b der Schweinepest-Verordnung sowie Art. 3 Abs. 3 des Durchführungsbeschlusses der Kommission 2014/709/EU.

3. Warum werden Status-Untersuchungen auf ASP durchgeführt?

Mit der Teilnahme am Status-Verfahren können sich schweinehaltende Betriebe bereits in Vorfeld auf einen möglichen Ausbruch in ihrer Region vorbereiten. Im ASP-Seuchenfall ist das Verbringen von Schweinen aus Restriktionszonen strikt reglementiert und nur unter Einhaltung bestimmter Anforderungen genehmigungsfähig. Durch das Status-Verfahren erfüllen Betriebe mit anerkanntem ASP-Betriebsstatus bereits einige der Anforderungen für solche Ausnahmemöglichkeiten, sodass entsprechende Ausnahmegenehmigungen für das Verbringen von Schweinen aus Restriktionszonen in der Regel direkter erteilt werden können.

4. Ist die Status-Untersuchung ASP verpflichtend?

Nein, die Teilnahme am Status-Verfahren ist freiwillig. Im Seuchenfall müssen Betriebe ohne ASP-Status eine sogenannte Anlass-Untersuchung ASP („ ASP-Handelsuntersuchung“) durchführen, um eine Ausnahmegenehmigung für das Verbringen von Schweinen aus Restriktionszonen zu erhalten.

5. Welche Vorteile bringt die Status-Untersuchung ASP?

In ASP-Restriktionsgebieten gelten grundsätzlich Reglementierungen und Beschränkungen für das Verbringen von Schweinen. Aus Betrieben innerhalb eines gefährdeten Gebiets dürfen Schweine grundsätzlich nicht verbracht werden, aus Betrieben innerhalb der Pufferzone dürfen Schweine nicht innergemeinschaftlich oder in ein Drittland verbracht werden. Allerdings sind solche Verbringungen ausnahmsweise mit der Zustimmung der zuständigen Veterinärbehörde möglich. Für eine Ausnahmegenehmigung ist eine klinische sowie virologische Untersuchung von Schweinen auf ASP jeweils mit negativem Ergebnis notwendig.

Betriebe mit ASP-Betriebsstatus führen solche Untersuchungen auf ASP im Rahmen des Status-Verfahrens regelmäßig durch, sodass entsprechenden Ausnahmegenehmigungen zum Verbringen von Schweinen aus Restriktionszonen in vielen Fällen direkt erteilt werden können.

Betriebe ohne ASP-Betriebsstatus müssen im ASP-Seuchenfall sogenannte Anlass-Untersuchungen auf ASP („ ASP-Handelsuntersuchungen“) durchführen, um Schweine verbringen zu dürfen. Die Anlass-Untersuchungen sind aufwendig und, wenn viele Schweine verbracht werden sollen, umfangreich.

6. Welche Untersuchungen finden im Rahmen der Status-Untersuchung ASP statt?

Im Rahmen des ASP-Status-Verfahrens beantragt der Tierhalter zweimal jährlich im Abstand von mindestens vier Monaten eine Betriebsinspektion durch die zuständige Veterinärbehörde. Im Rahmen der Betriebsinspektion führt die Behörde oder ein von ihr beauftragter Tierarzt eine klinische Untersuchung der Schweine auf ASP durch und überprüft die Einhaltung der Biosicherheitsanforderungen im Betrieb gemäß Schweinehaltungs-Hygieneverordnung. Für die Anerkennung des ASP-Betriebsstatus hat der Tierhalter darüber hinaus dafür Sorge zu tragen, dass wöchentlich mindestens die ersten beiden verendeten Schweine in jeder gesonderten Betriebsabteilung virologisch auf ASP untersucht werden. Die Probenahme (Herzblut der verendeten Schweine) erfolgt durch einen Tierarzt.

7. Wie ist eine gesonderte Betriebsabteilung definiert?

Die gesonderte Betriebsabteilung (Produktionseinheit/Untereinheit) wird in der Schweinepest-Verordnung beschrieben als „ein räumlich und lüftungstechnisch abgegrenzter Bereich eines Betriebes, der auf Grund seiner Struktur, seines Umfangs und seiner Funktion in Bezug auf Haltung einschließlich der Betreuung, Fütterung und Entsorgung vollständig getrennt von anderen Bereichen des Betriebes ist.“

8. Wann wird der ASP-Betriebsstatus anerkannt?

Der ASP-Betriebsstatus wird anerkannt, sobald zwei Betriebsinspektionen (siehe Frage 6.) mit zufriedenstellendem Ergebnis durchgeführt wurden. Außerdem hat der Tierhalter wöchentlich alle verendeten Schweinen in der HI-Tier-Datenbank zu melden (Todmeldungen bzw. Nullmeldungen). Für die Anerkennung des Status müssen für die ersten beiden pro Woche verendeten Schweine virologische Untersuchungsergebnisse auf ASP-Virus mit negativem Ergebnis dokumentiert sein.

9. Wie wird der ASP-Status aufrechterhalten?

Für die Aufrechterhaltung des Status müssen die Betriebskontrollen weiterhin zweimal jährlich im Abstand von mindestens vier Monaten stattfinden. Der Tierhalter hat die Dokumentation über die verendeten Tiere und die dazugehörige virologische Untersuchung mit negativem Ergebnis lückenlos nachzuweisen (HI-Tier Datenbank). Die Status-Bescheinigung gilt längstens bis zur weiteren Betriebskontrolle (spätestens nach acht Monaten). Der Landwirt hat dafür Sorge zu tragen, dass die Anmeldung zur Kontrolle rechtzeitig erfolgt.

10. Wann erlischt der ASP-Status?

Werden die Anforderungen für die Status-Untersuchung gemäß Schweinepest-Verordnung nicht erfüllt, droht dem Betrieb der Verlust des ASP-Betriebsstatus. Hierzu zählen bspw. das Nichterfüllen von Untersuchungen verendeter Tiere, schwerwiegende Mängel in der Biosicherheit sowie klinische Auffälligkeiten. Die Entscheidung liegt im Ermessen der zuständigen Veterinärbehörde.

11. Was ist der Unterschied zur Anlass-Untersuchung ASP?

Bei der Anlass-Untersuchung ASP müssen innerhalb von 24 Stunden vor dem Verbringen alle zu verbringenden Schweine klinisch auf ASP untersucht werden. Darüber hinaus müssen alle zu verbringenden Schweine virologisch mit negativem Ergebnis auf ASP-Virus untersucht werden (sogenannte „ASP-Handelsuntersuchungen“; bei Schlachtschweinen, die direkt zum Schlachthof gebracht werden, reicht die Untersuchung einer Stichprobe von maximal 59 Tieren pro Produktionseinheit aus). Die Anlass-Untersuchung ist gegenüber der Status-Untersuchung insbesondere dann mit einem erhöhten Aufwand verbunden, wenn viele Schweine verbracht werden sollen.

12. Welche Betriebe können beim Verfahren Status-Untersuchung ASP teilnehmen?

Grundsätzlich können alle schweinehaltenden Betrieb am Verfahren der Status-Untersuchung ASP teilnehmen. Die Teilnahme am Status-Verfahren muss beim jeweils zuständigen Veterinäramt beantragt und genehmigt werden.

13. Wie erfolgt die Teilnahme am freiwilligen Status-Verfahren ASP?

  • Schritt 1: Anmeldung zum Status-Verfahren ASP mithilfe des Anmeldeformulars bei der zuständigen Veterinärbehörde.
  • Schritt 2: Die zuständige Veterinärbehörde bestätigt den Eingang der Anmeldung und die Ermächtigung des benannten Tierarztes.
  • Schritt 3: Die erste Betriebsinspektion durch den von der Behörde ermächtigten Tierarzt (klinische Untersuchung der Schweine auf ASP und Überprüfung der Biosicherheit) ist zeitnah durch den Tierhalter zu veranlassen.
  • Schritt 4: Spätestens ab der ersten Betriebsinspektion muss der Tierhalter wöchentlich alle verendeten Schweine in der HI-Tier melden (Todmeldung bzw. Nullmeldung).
  • Schritt 5: Wöchentlich müssen mindestens die ersten beiden pro Woche verendeten über 60 Tage alten Schweine virologisch auf ASP untersucht werden. Die Probenahme erfolgt durch den Tierarzt.

14. Wann können Betriebe mit der Status-Untersuchung ASP beginnen?

Die Status-Untersuchungen können ab dem 01.07.2020 begonnen werden.

Die Status-Untersuchung kann unabhängig davon erst beginnen, wenn der Betrieb die Teilnahme beim zuständigen Veterinäramt angemeldet hat. Die Probennahme für die virologische Untersuchung der verendeten Schweine durch den Hoftierarzt sollte erst dann beginnen, wenn die entsprechende amtliche Ermächtigung des Hoftierarztes durch die zuständige Veterinärbehörde vorliegt.

15. Welche Verpflichtungen bestehen im Zusammenhang mit dem Status-Verfahren ASP für den Schweinehalter?

Mit der Teilnahme am Status-Verfahren verpflichtet sich der Tierhalter zur zweimal jährlichen Betriebsinspektion (klinische Untersuchung der Schweine auf ASP sowie Überprüfung der Biosicherheit) durch einen ermächtigen Tierarzt. Der Tierhalter hat dafür zu sorgen, dass pro Kalenderwoche die ersten beiden über 60 Tage alten verendeten Schweine je Betriebsabteilung virologisch auf ASP untersucht werden. Die Probenahme erfolgt durch den benannten Tierarzt. Verendete Schweine werden im Bestandsregister getrennt nach gesonderten Betriebsabteilungen erfasst und wöchentlich in der HI-Tier-Datenbank gemeldet (Todmeldungen; wenn keine Schweine verendet sind, hat eine Nullmeldung zu erfolgen!). Die entsprechenden Vorgaben der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung müssen auf dem Betrieb vollumfänglich eingehalten werden. Alle im Rahmen des Verfahrens anfallenden Kosten sind grundsätzlich vom Tierhalter zu tragen. Für die Einhaltung der Termine ist der Tierhalter verantwortlich.

16. Welcher Tierarzt darf die Untersuchungen im Rahmen des Status-Verfahrens durchführen?

Mit der Anmeldung zum Status-Verfahren kann der Schweinehalter einen Tierarzt bzw. eine Tierarztpraxis (z. B. Hoftierarzt) hierfür benennen. Die zuständige Veterinärbehörde muss den benannten Tierarzt bzw. die Tierarztpraxis dazu ermächtigen, die Untersuchungen durchzuführen. Die Untersuchungen im Rahmen des Status-Verfahrens können erst begonnen werden, wenn der benannte Tierarzt von der zuständigen Behörde ermächtigt wurde.

17. Wie müssen die Proben für die virologischen Untersuchungen von verendeten Schweinen entnommen werden?

Die Tierärztin/der Tierarzt entnimmt für die virologische Untersuchung der ersten beiden pro Woche verendeten Schweine, die älter als 60 Tage sind, Herzblut der toten Tiere. Idealerweise sollten einige Milliliter Blut gewonnen werden. Es sind doppelt barcodierte EDTA-Blutröhrchen zu verwenden.Serum ist für die Untersuchung nicht geeignet. Für die Blutentnahme bei verendeten Mastschweinen sollte die Länge der Kanüle mindestens 11 cm betragen; die Einstichstelle für die Herzpunktion befindet sich unterhalb des Ellbogenhöckers. Bei verendeten Läufern kann alternativ Blut aus der V. cava cranialis entnommen werden (Einstichstelle rechts oder links am Brustbein vor der ersten Rippe). Nur im Ausnahmefall, wenn kein blutiges Material gewonnen werden kann, ist alternativ ein Bluttupfer - bevorzugt ein steriler trockener Tupfer - an einer anderen geeigneten Stelle durch die Tierärztin/den Tierarzt zu entnehmen. Hierbei ist zu beachten, dass die Untersuchung von Bluttupfer-Proben für das Labor mit erheblichem Mehraufwand verbunden ist, was ggf. zu erhöhten Untersuchungskosten führt. Die Probenverpackung muss den ADR-Vorschriften entsprechen.

18. Muss die Probenentnahme unmittelbar nach dem Verenden erfolgen?

Nein. Die Beprobung der ordnungsgemäß zu lagernden Tierkörper sollte aber durch den Tierarzt so früh wie möglich nach dem Verenden erfolgen.

19. Welche Probengefäße sind für die virologischen Untersuchungen im Rahmen der Status-Untersuchung zu verwenden?

Für die Blutentnahme sollten doppelt barcodierte EDTA-Blutröhrchen verwendet werden (mindestens 10 - 15 Mal schwenken). Durch das Doppeletikett verbleibt eine Barcodehälfte auf dem Röhrchen, die andere Barcodehälfte ist an der Perforationslinie abzutrennen und im HIT-Untersuchungsantrag an der vorgesehenen Stelle aufzukleben.

20. Wer darf die Proben für die Status-Untersuchung ASP entnehmen?

Die Proben müssen von einem Tierarzt entnommen werden.

21. Um welche Art der Untersuchung handelt es sich bei den Status-Blutproben?

Die Untersuchung der Proben ist eine molekularvirologische Untersuchung auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest mithilfe eines PCR-Verfahrens. Die PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) ist ein Verfahren zur Vervielfältigung und Detektion von spezifischen Nukleinsäuresequenzen im Erbgut des Erregers. Mithilfe des PCR-Verfahrens kann das Genom des ASP-Virus in der Probe nachgewiesen werden. Das ASP-Virus heftet sich insbesondere an die Erythrozyten im Blut und verbreitet sich so im Körper, die Virusvermehrung erfolgt hauptsächlich in Monozyten und Makrophagen. Da das Virus im Blut Zell-assoziiert vorliegt, ist der sensitivste Nachweis aus einer EDTA-Blutprobe zu führen.

22. Dürfen die Proben vor dem Versand gesammelt und gelagert werden?

Die Proben sollten möglichst zeitnah versandt werden. Falls dies nicht möglich ist, können frische Proben auch mehrere Tage gekühlt (im Kühlschrank bei ca. 4 – 7 °C, maximal eine Woche) aufbewahrt werden.

23. Können die Proben gepoolt werden?

Am LGL erfolgt die Poolung der Proben im Labor. Hierbei werden maximal fünf Proben in einer Pool-Untersuchung zusammengefasst. Die Kosten für die Untersuchung richten sich nach der Gesundheitsgebührenverordnung (GGebV). Proben mit schlechter Qualität (z.B. zu wenig Material, geronnenes Blut, Bluttupfer etc.) können nur einzeln untersucht werden, die entstehenden Kosten sind deutlich höher.

24. In welchen Laboren können die virologischen Untersuchungen auf ASP durchgeführt werden?

Die erforderlichen Laboruntersuchungen können grundsätzlich in allen für diese Untersuchung akkreditierten Laboren durchgeführt werden. Die virologischen Untersuchungen von Blutproben im Rahmen des Status-Verfahrens können beispielsweise am LGL durchgeführt werden.

Achtung: Untersuchungen zur Abklärung eines ASP-Verdachts bei klinisch auffälligen oder sonstigen verdächtigen Schweinen bzw. allgemein bei Vorliegen eines nicht-negativen Ergebnisses der klinischen Untersuchung in einem Bestand sind zwingend am LGL als staatliches Untersuchungslabor in Absprache mit dem zuständigen Veterinäramt zu veranlassen!

25. Welche weiteren Vorgaben gelten für den Versand der Status-Blutproben?

Die Probenverpackung muss den ADR-Vorschriften entsprechen. Die Einsendemodalitäten des jeweiligen Labors sind zu beachten. Die Proben sollten grundsätzlich zeitnah eingesandt werden. Wenn die Proben zur Untersuchung an das LGL eingesandt werden, sollte auf der Außenverpackung gut sichtbar der Hinweis „ASP-Statusuntersuchung“ angebracht sein.

26. Können die Status-Blutproben direkt beim LGL abgegeben werden?

Ja.

Die Probenannahmezeiten der Veterinärmedizin des LGL Oberschleißheim (Veterinärstraße 2; zentrale Probenannahmestelle im Gebäudeteil F neben der Sektionshalle - Einfahrt St. Hubertus Str.) sind:

Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.30 Uhr
Freitag von 8.00 bis 14.30 Uhr
Samstag von 9.00 bis 12.00 Uhr

Die Probenannahmezeiten der Veterinärmedizin des LGL Erlangen (Eggenreuther Weg 43) sind:

Montag bis Donnerstag von 7.00 bis 15.00 Uhr
Freitag von 7.00 bis 12.00 Uhr
Samstag von 9.00 bis 11.30 Uhr

27. Muss ein Untersuchungsantrag ausgefüllt werden und wo finde ich diesen?

Als Untersuchungsantrag ist zwingend ein HIT-Antrag zu erstellen. Die Eintragung in die HIT erfolgt nur mit entsprechendem Antrag. Der Antrag kann entweder durch den Tierhalter oder durch den Tierarzt (benötigt Vollmacht des Betriebes) erstellt werden. Im Feld „Grund“ ist für Status-Blutproben der Untersuchungsgrund „ASP-Früherkennungsprogramm“ auszuwählen. Im Feld „Probennahme“ ist das Datum der Verendung anzugeben. Der HIT-Antrag muss der Blutprobe in Papierform (Ausdruck) beigelegt werden, auf dem Antrag ist/ sind an der vorgesehenen Stelle der/ die Barcode(s) des/der Probenröhrchen(s) aufzukleben.

28. Wie lange dauert die Untersuchung der Status-Blutproben?

Die Untersuchungsdauer ist vom jeweiligen Labor abhängig. Am LGL werden die Untersuchungen in Abhängigkeit vom Probenaufkommen durchgeführt, um eine sinnvolle Poolung zu gewährleisten. Der Tierhalter erhält den Untersuchungsbefund nur in digitaler Form über die HIT.

29. Welche Kosten fallen für die Status-Untersuchung an?

Die Teilnahme am „Freiwilligen Verfahren Status-Untersuchung ASP“ ist nicht verpflichtend für den Tierhalter. Die Bayerische Tierseuchenkasse übernimmt ab dem 01.07.2020 die Kosten für die Untersuchung von Blut- und Tupferproben durch ein Untersuchungsinstitut, die im Rahmen des Verfahrens „Status-Untersuchung“ ASP durchzuführen sind. Die Kostenübernahme erfolgt ausschließlich direkt gegenüber dem Untersuchungsinstitut. Weitere Informationen hierzu auf: www.btsk.de.

Die übrigen Kosten (Kosten für die Betriebsinspektion und klinische Untersuchung der Schweine) sind allerdings vom Tierhalter zu tragen.
Die Kosten für die Betriebsinspektionen machen die Tierärzte bei der beauftragenden Kreisverwaltungsbehörde geltend, diese erhebt die entsprechenden Gebühren dann beim Tierhalter. Die Kosten für die Betriebsinspektionen werden entsprechend den Vorgaben der Gesundheitsgebührenverordnung (GGebV) festgelegt:

  • Die Kosten für die klinische Untersuchung richten sich nach der Gesamtzahl der gehaltenen Schweine im Betrieb.
  • Die Kontrolle der Biosicherheit wird stundenweise vergütet; notwendige Hygienemaßnahmen (z.B. Aus-/Einduschen etc.) werden zeitlich mitberücksichtigt.
  • Die Reisekosten des Tierarztes werden vergütet.
  • Die Befunderhebung wird entsprechend vergütet.

Weitere Informationen zu den durch den Tierhalter zu tragenden Kosten sind im „Info-Blatt Veterinärverwaltung Freiwilliges Verfahren Status-Untersuchung ASP“ enthalten.

30. Welche Daten muss der Tierhalter für die Status-Untersuchung ASP in der HI-Tier melden?

Ab dem Zeitpunkt der ersten Betriebsinspektion muss der Tierhalter wöchentlich alle verendeten Schweine für jede Produktionseinheit über die HIT-Tier melden (Todmeldungen). Wenn keine Schweine verendet sind, hat wöchentlich eine entsprechende Nullmeldung zu erfolgen. Darüber hinaus müssen die Untersuchungsanträge für die virologischen Untersuchungen in der HIT erstellt werden.

31. Gibt es in Deutschland ein ASP-Monitoring beim Hausschwein?

Ein ASP-Monitoring für Hausschweine gibt es nicht. Die Gefahr der Einschleppung der ASP nach Deutschland besteht primär durch migrierende infizierte Wildschweine (Fälle von ASP bei Wildschweinen in Polen nahe der deutschen Grenze) sowie durch das Verbringen von kontaminiertem Material, z. B. tierische Erzeugnisse wie nicht ausreichend durcherhitzte Schweinefleischprodukte, aus Seuchengebieten in ASP-freie Regionen. In beiden Fällen ist zu erwarten, dass ein Erstausbruch der ASP in Deutschland die Wildschweinpopulation betrifft. Daher beschränkt sich das ASP-Monitoring zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland auf die Untersuchung von Wildschweinen (Schweinepest-Monitoring-Verordnung). Ziel des Monitorings ist es, alle verendet aufgefundenen Wildscheine auf ASP zu untersuchen.

Vorsorgliche Untersuchungen zum Ausschluss der ASP bei Hausschweinen gibt § 8 der SchHaltHygV vor. Bei gehäuftem Auftreten von verendeten Schweinen in einem Stall, gehäuftem Auftreten von Kümmerern, gehäuften fieberhaften Erkrankungen mit Körpertemperaturen über 40,5 °C in einem Stall, Totgeburten oder Todesfällen ungeklärter Ursache bei Schweinen in einem Stall sowie erfolgloser höchstens zweimaliger antimikrobieller Behandlung hat der Tierhalter unverzüglich durch den Tierarzt die Ursache feststellen zu lassen. Dabei ist immer auch auf Schweinepest und Afrikanische Schweinepest zu untersuchen.