Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tuberkuloseüberwachung bei Rotwild 2018

Die Tuberkulose ist eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheit (Zoonose), die vor allem vom Rind ausgeht, heute in Deutschland und Europa aber kaum mehr eine Rolle spielt. Übertragen wird die bovine Tuberkulose durch die Erreger Mycobacterium (M.) bovis und M. caprae.

Bei Wildtieren sind sogenannte Reservoirwirte bekannt, die eine Infektionsquelle für andere empfängliche Tierarten darstellen können. Seit 2008 werden im südlichen Alpenraum und in angrenzenden österreichischen Gebieten vereinzelt Fälle von M.-caprae-Infektionen bei Rindern und Rotwild nachgewiesen.

Da von einer Tuberkuloseübertragung zwischen Rotwild und Rind auszugehen ist, wird am LGL neben der ständigen Überwachung der rinderhaltenden Betriebe seit 2011 ein intensives, vom StMUV initiiertes nationales Überwachungsprogramm bei Rotwild durchgeführt. Nach einem jährlich festgelegten Stichprobenschlüssel, der sich am geschätzten Rotwildvorkommen im bayerischen Alpenraum orientiert, untersucht das LGL in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Jagdverband (BJV), Revierinhabern und Jagdausübungsberechtigten seither Proben von erlegten Tieren pathologisch- morphologisch. Veränderungen in den eingesandten Organen, die verdächtig für eine Mykobakterieninfektion sind, werden bakteriologisch auf die Präsenz von zoonotischen Mykobakterien abgeklärt. Seit Beginn des Programms in der Jagdsaison 2011/12 untersuchte das LGL bis Ende 2018 Proben von 6.299 Stück Rotwild aus dem bayerischen Alpenraum.

Im Jahr 2018 hat das LGL insgesamt 449 Proben untersucht und in einer der Proben M. caprae nachgewiesen.