Kokzidiostatika als unerwünschte Stoffe in Futtermitteln für Nichtzieltierarten - Untersuchuungsergebnsisse seit 2010

Kokzidiose, ist eine durch bestimmte Einzeller verursachte Darmkrankheit, die zu verminderter Leistungsfähigkeit und bei starkem Befall zum Tod infizierter Tiere führen kann. Zur Vorbeugung können Kokzidiostatika, die als Futtermittelzusatzstoff zugelassen sind, bei Mastkaninchen, Junghennen und Mastgeflügel – nicht jedoch bei Legehennen – eingesetzt werden.

Bei der Herstellung von Mischfuttermitteln mit Kokzidiostatika in einer Produktionslinie zusammen mit Kokzidiostatika freien Futtermitteln kann es zu einer Verschleppung dieser Wirkstoffe in anschließende Futtermittelchargen und über ein sogenanntes „carry over“ auch zum Auftreten von Kokzidiostatika Rückständen in Lebensmitteln tierischer Herkunft kommen.

Um einerseits die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und die Tiergesundheit zu schützen, anderseits aber auch den Stand der Produktionstechnik zu berücksichtigen, sind seit dem Jahr 2009 Höchstgehalte für Rückstände aus unvermeidbaren Verschleppungen zugelassener Kokzidiostatika in Futtermittel für Nichtzieltierarten gesetzlich geregelt und in Anhang I Abschnitt VII der RL 32/2002/EG als unerwünschte Stoffe aufgenommen worden.

Untersuchungsergebnisse

Seit Inkrafttreten der genannten rechtlichen Normen wurden in Bayern bislang 503 Futtermittelproben auf die Einhaltung der Kokzidiostatika-Höchstgehalte in Futtermittel für Nichtzieltierarten geprüft. Dabei lagen insgesamt lediglich 2,4 % der untersuchten Proben (12 Proben) über den derzeit geltenden Höchstgehalten.

Wie in Abbildung 1 deutlich wird, nahm die Verschleppungshäufigkeit mit Einführen der gesetzlichen Regelungen und zunehmender Prüfung durch die amtliche Futtermittelüberwachung kontinuierlich von ca. 50 % auf ca. 20 % ab. Grenzwertüberschreitungen werden aber nur noch vereinzelt festgestellt. Am häufigsten wurde Monensin-Natrium nachgewiesen, gefolgt von Narasin, Lasalocid-Natrium und Salinomycin-Natrium (Abb. 2). In ca. 28 % der positiven Proben war mehr als ein Kokzidiostatikum feststellbar (Abb. 3). Problematisch bei der Beurteilung von Mehrfachrückständen ist aber, dass zwar für die einzelnen Wirkstoffe Höchstgehalte festgelegt sind, es jedoch für die Summe an Kokzidiostatika-Rückständen derzeit noch keine gesetzliche Regelung gibt. Bei Mehrfachrückständen können je nach Stoffkombination Wirkungen sowohl abgeschwächt, als auch kumuliert (z. B. Substanzen mit gleichem Wirkungsmechanismus, wie die ionophoren Kokzidiostatika) oder möglicherweise auch potenziert werden. Aus diesem Grund wird von hier aus das Festlegen von Summengrenzwerten als notwendig erachtet. Da über die beschriebene Problematik hinaus die Verschleppung von Kokzidiostatika in Futtermitteln für Nichtzieltierarten analog zu den Arzneimitteln auch zur Ausbreitung von Resistenzen beitragen und dadurch die Behandlung erkrankter Tiere erschweren könnte, werden auch in Zukunft diese Art der Untersuchungen fortgeführt.

Balkendiagramm: Anzahl/Kontaminationsraten der Kokzidiostatika-Untersuchung in Futtermitteln für Nichtzieltierarten.

Abbildung 1: Anzahl/Kontaminationsraten der Kokzidiostatika-Untersuchung in Futtermitteln für Nichtzieltierarten.

Kreisdiagramm: Die Häufigkeit der festgestellten Kopkzidioostatika beträgt: 33,5 % Monensin natrium, 18,5 % Narasin, 15,5 % Lasalocid-Natrium, 13,5 % Salinomycin-Natrium, 10,5 % Nicarbazin, 5,5% Decoquinat, 2,5% Maduramicin-Ammonium, 0,5% Robenidin-Hydrochlorid.

Abbildung.2: Anzahl/Kontaminationsraten der Kokzidiostatika-Untersuchung in Futtermitteln für Nichtzieltierarten:

Kreisdiagramm: Darstellung der Rückstandsituation in positiven Kokzidiostatika-Nachweisen.

Abb. 3: Darstellung der Rückstandsituation in positiven Kokzidiostatika-Nachweisen

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