Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Mykotoxine in Futtermitteln Untersuchungsergebnisse 2006-2010

Situation in Bayern

Nachfolgend werden Ergebnisse der amtlichen bayerischen Futtermitteluntersuchungen aus den letzten Jahren vorgestellt. Alle Gehalte beziehen sich auf das jeweilige Futtermittel bei 88% Trockensubstanz.

Deoxynivalenol (DON)

Von den insgesamt etwa 600 untersuchten Einzelfuttermitteln liegen alle Proben unter den derzeit gültigen EU-Orientierungswerten. Den höchsten DON-Gehalt wies eine Probe Corn-Cob-Mix mit 5,8 mg/kg bezogen auf 88% TS (Trockenmasse) auf. Mais und Weizen sowie insbesondere deren Nebenprodukte (z. B. Maiskleber, Weizenkleie) erreichen im Vergleich mit anderen Einzelfuttermitteln meist höhere DON-Werte.

Bei den insgesamt etwa 350 untersuchten Mischfuttermitteln überschreiten vier Produkte für Schweine mit Gehalten zwischen 0,97 und 2,14 mg/kg) den Orientierungswert. Eine Gefährdung der Tiergesundheit ist bei solchen Gehalten nicht mehr ausgeschlossen.

Abbildung 1: Verteilung der analysierten DON-Gehalte in Futtermittel. getrennt nach Einzel- und Mischfuttermitteln dar Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg (1 µg/kg = 0,001 mg/kg) angegeben.

Diagramm mit der Verteilung der analysierten DON-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg = 0,001 mg/kg angegeben.

Zearalenon (ZEA)

Die ZEA-Gehalte der insgesamt etwa 600 untersuchten Einzelfuttermittel liegen deutlich unterhalb der empfohlenen Orientierungswerte von 2 bzw. 3 mg/kg (max. Wert 0,9 mg/kg). Im Vergleich der Ausgangserzeugnisse zeigt sich hier, dass Mais und dessen Nebenprodukte höhere Gehalte als andere Einzelfuttermittel aufweisen.

Zudem wurden etwa 300 Mischfuttermittel untersucht. Bei jeweils einer Probe Mischfuttermittel für Schweine (0,41 mg/kg) sowie Ergänzungsfuttermittel für Rinder (0,55 mg/kg) wurden die empfohlenen Werte geringfügig überschritten.

Abbildung 2: Verteilung der analysierten ZEA-Gehalte in Futtermittel.Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg (1 µg/kg = 0,001 mg/kg) angegeben.

Verteilung der analysierten ZEA-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg = 0,001 mg/kg angegeben.

Ochratoxin A (OTA)

Hier werden die empfohlenen Werte weder bei Einzel-, noch bei Mischfuttermitteln überschritten (siehe Abbildung 3). Die höchsten Gehalte lagen für Einzelfuttermittel bei 0,01 mg/kg (Weizenkleie) sowie für Mischfuttermittel bei 0,08 mg/kg (Ergänzungsfuttermittel für Rinder).

Abbildung 3: Verteilung der analysierten OTA-Gehalte in Futtermittel.Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg (1 µg/kg = 0,001 mg/kg) angegeben.

Verteilung der analysierten OTA-Gehalte in Futtermittel.Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg = 0,001 mg/kg angegeben.


Fumonisine

Insgesamt wurden mehr als 300 Futtermittelproben auf das Vorkommen von Fumonisin B1 und B2 untersucht. Lediglich eine Probe Körnermais lag mit 62 mg/kg über dem Orientierungswert für Fumonisine B1 und B2. Bei der Mehrzahl der Proben waren die Fumonisine B1 und B2 nicht nachweisbar .

Abbildung 4: Verteilung der analysierten FUM-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg (1 µg/kg = 0,001 mg/kg) angegeben.

Verteilung der analysierten FUM-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg = 0,001 mg/kg angegeben.

Aflatoxin B1

Eine große Zahl von Proben wird auch auf Aflatoxin untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Sojaextraktionsschrot sowie anderen Importfuttermitteln (z. B. Palmkernexpeller). Alle der hier untersuchten etwa 1.150 Futtermittel weisen Aflatoxin-Gehalte unterhalb der gesetzlichen Höchstgehalte auf. Bei dem größten Anteil der Proben war Aflatoxin B1 nicht nachweisbar (< 0,3 µg/kg). Den höchsten Aflatoxin-Gehalt wies mit 7 µg/kg eine Probe Sojaextraktionsschrot auf.

Abbildung 5: Verteilung der analysierten Aflatoxin B1-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg (1 µg/kg = 0,001 mg/kg) angegeben.

Abbildung 5: Verteilung der analysierten Aflatoxin B1-Gehalte in Futtermittel. Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Gehalte in µg/kg = 0,001 mg/kg angegeben.

T2/HT2-Toxin

Seit Beginn der Statuserhebung im Jahr 2006 wurden bis jetzt nahezu 100 Futtermittelproben (darunter überwiegend Futtergetreide und Getreidemischungen). In 86 % der Futtermittelproben war T2- und HT2-Toxin nachweisbar, wobei in 29 % der Proben die Gehalte unter der Bestimmungsgrenze lagen. Bei allen Proben lagen die Gehalte an HT2-Toxin wesentlich höher als die Gehalte an T2-Toxin (siehe Abbildung 6).

Die höchsten Kontaminationsraten (bis zu 95 % für HT2-Toxin) und Gehalte (Median: 36 µg/kg T2- und 142 µg/kg HT2- Toxin) waren bei Hafer feststellbar (siehe Tabelle).

Tabelle 1: Kontaminationsraten und Gehalte von T2- und HT2-Toxin in Futtermitteln
Art T2-Toxin HT2-Toxin
Positiv (%) >BG (%) Median
µg/kg
Max.
µg/kg
Positiv (%) >BG (%) Median
µg/kg
Max.
µg/kg
Hafer 87 84,2 36 181 95 89,4 142 2200
Weizen 37,5 0 2 10 80 13,4 5 10
Sonstige (Gerste, Mais, Roggen) 66,7 8,3 2 35 83,3 33,3 5 150
Mischfutter 72,2 44,4 6 10 77,8 50 20 115

Abbildung 6: Verteilung der analysierten T2/HT2-Gehalte in Futtermittel.

Abbildung 6: Verteilung der analysierten T2/HT2-Gehalte in Futtermittel.

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