Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Fumonisine in der Tierernährung

Was sind Fumonisine?

Fumonisine sind Stoffwechselprodukte von Pilzen der Gattung Fusarium. Die Fumonisine sind hauptsächlich in Mais und Maiserzeugnissen zu finden. Innerhalb dieser Mykotoxingruppe sind die Fumonisine B1 und B2 am giftigsten und kommen auch am häufigsten und in höheren Gehalten vor als die anderen bekannten Fumonisine. Sie sind besonders hitzestabil und werden selbst bei Temperaturen von bis zu 100 °C nur in sehr geringem Umfang zerstört. Auch bei der Lagerung von Futtermitteln bleiben sie bis zu fünf Jahre lang aktiv.

 

Welche Wirkungen haben Fumonisine auf das Tier?

Insbesondere Schweine und Pferde können empfindlich auf Fumonisine reagieren. Als Folge von erhöhten Gehalten in Futtermitteln sind beim Schwein unter anderem Lungenödeme und Leberveränderungen bekannt. Beim Pferd kann es auch zu Schädigungen des Nervensystems kommen. Ausgewachsene Wiederkäuer und das Geflügel reagieren offenbar am wenigsten empfindlich auf Fumonisine.

 

Welche rechtlichen Bestimmungen existieren?

Es gibt eine „Empfehlung der Kommission vom 17. August 2006 betreffend das Vorhandensein von Deoxynivalenol, Zearalenon, Ochratroxin A, T-2- und HT-2-Toxin sowie von Fumonisinen in zur Verfütterung an Tiere bestimmten Erzeugnissen“ (2006/576/EG). Diese Empfehlung nennt unter anderem Richtwerte für die Summe der Fumonisine B1 und B2:

Tabelle 1: : Richtwerte für Fumonisine B1 + B2
Zur Fütterung bestimmte Erzeugnisse Richtwert in mg/kg für ein Futtermittel
mit einem Feuchtegehalt von 12%
Futtermittelausgangserzeugnisse (*)
Fumonisin B1 + B2
Mais und Maiserzeugnisse (**)
60
Ergänzungs- und Alleinfuttermittel für:
Schweine, Pferde (Equidae), Kaninchen und Heimtiere
5
Fische
10
Geflügel, Kälber (< 4 Monate), Lämmer und Ziegenlämmer
20
Wiederkäuer (> 4 Monate) und Nerze
20

(*) Bei Getreide und Getreideerzeugnissen, die unmittelbar an Tiere verfüttert werden, ist auf Folgendes zu achten: Ihre Verwendung in einer Tagesration sollte nicht dazu führen, dass das Tier einer höheren Menge an diesen Mykotoxinen ausgesetzt ist als bei einer entsprechenden Exposition, wenn in einer Tagesration nur die Alleinfuttermittel verwendet werden.
(**) Der Begriff „Mais und Maiserzeugnisse“ umfasst nicht nur die aus Mais gewonnenen Futtermittelausgangserzeugnisse, die unter der Überschrift 1 „Getreidekörner, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse“ des nicht ausschließlichen Verzeichnisses der wichtigsten Futtermittelausgangserzeugnisse in Teil B des Anhangs zur Richtlinie 96/25/EG aufgeführt sind, sondern auch andere aus Mais gewonnene Futtermittelausgangserzeugnisse, vor allem Maisgrünfutter und -Raufutter.

 

Wie ist die Situation in Bayern?

Seit dem Jahr 2010 wurden mittlerweile 1.211, im Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung entnommene Proben (davon 324 Mais bzw. Maiserzeugnisse), auf das Vorhandensein der Fumonisine B1 und B2 untersucht. In keiner der Proben wurde ein Gehalt nachgewiesen, der über dem jeweils empfohlenen Richtwert lag.


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