Samen der Beifuß-Ambrosie in Futtermitteln

Die in Nordamerika beheimatete, einjährige Pflanze Ambrosia artemisiifolia wurde im 19. Jahrhundert in Europa eingeschleppt und hat sich überwiegend in südlichen Ländern verbreitet. In den letzten Jahren wurde eine weitere Ausbreitung in kühlere Regionen, unter anderem auch in Deutschland, beobachtet.

Als Eintrags- bzw. Verbreitungsquellen von Ambrosia-Samen wird dem Vogelfutter, insbesondere dem Futter für Wildvögel, eine besondere Bedeutung beigemessen. Durch die allergenen Eigenschaften der Pollen von Ambrosia artemisiifolia kann die Gesundheit von Menschen und Tieren stark beeinträchtigt werden.

Um eine weitere Ausbreitung durch den Eintrag von Ambrosiasamen über Futtermittel zu reduzieren wurde im Jahr 2008 vom BVL zunächst ein Orientierungswert von 0,02 % (ca. 35 Ambrosia/Samen je kg Futtermittel) für die Einleitung weiterer Reinigungsmaßnahmen empfohlen. Im Jahr 2012 wurden Samen von Ambrosia Arten als unerwünschte Stoffe mit Höchstgehalt in Anhang I der RL/EU 32/2002 aufgenommen. In Futtermittel Ausgangserzeugnissen und Mischfuttermittel, welche ungemahlene Körner und Samen enthalten, dürfen nicht mehr als 50 und in Hirse (Körner von Panicum miliaceum L.) und Sorghum (Körner von Sorghum bicolor (L) Moench s.l.), die nicht zur direkten Verfütterung an Tiere bestimmt sind, nicht mehr als 200 keimfähige Samen von Ambrosia spp. enthalten sein.