Daten zur Influenzasaison 2019/20 – Grippeerkrankungen in Bayern

Influenzaüberwachung in Bayern – Das Bayern Influenza Sentinel (BIS)

Um zeitnahe Daten zur aktuellen Influenzazirkulation in Bayern zu erhalten, wurde am LGL ein Netzwerk von niedergelassenen Allgemein-, Haus-, und Kinderärzte aus Bayern gebildet, die zusammen in einem Sentinel, dem BIS, die Influenzaviren-Aktivität in Bayern erfassen und überwachen. Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte schicken Abstrichtupfer von zufällig ausgewählten Patienten mit Symptomatik einer akuten respiratorischen Erkrankung (ARE) zur kostenfreien Diagnostik ans LGL. Diese Daten ergänzen die virologische Überwachung des Meldewesens durch das IfSG. Zusätzlich melden die Ärzte wöchentlich die Häufigkeit der ARE direkt an das RKI (syndromische Überwachung, siehe unten).

Aktuelle Berichterstattung aus dem BIS, Stand KW10 2020

In KW 10 wurden 67 Abstriche von Patienten mit akuter Atemwegsinfektion am LGL untersucht. 23 dieser Proben enthielten Influenzaviren (18 Influenza A- und 5 Influenza B-Nachweise).
Die weitere Subtypisierung der Influenza A-Nachweise ergab 5-mal A(H1N1)pdm09. Bei 13 weiteren Influenza A Nachweisen und den 5 Influenza B Nachweisen ist die Subtypisierung bzw. Differenzierung noch ausstehend. Die Positivenrate liegt bei 34% (95% KI [23;47]). Die Grippewelle hat in Bayern nach Definition der AGI mit KW 2/2020 begonnen.

Liniendiagrammzur Entwicklung des positiven Nachweises an Influenza-Viren; x-Achse Kalenderwochen y-Achse links Zahl der Proben, y-Achse rechts Positivrate in %, Balken mit unterschiedlichen Subtypen des Influenza-Virus

Respiratorische Synzytial Virus (RSV)

In KW 10 wurden 3 Proben von Kindern (≤ 5 Jahre) mit akuter Atemwegsinfektion auf RSV untersucht. In keine dieser Proben konnte RSV nachgewiesen werden.

Liniendiagramm zum Respiratorischen Synzytial Virus

Influenzasaison 2019/2020

Mit dem Influenza-Wochenbericht zur 40. Kalenderwoche (KW) 2019 beginnt die neue Influenzasaison 2019/20 und damit die wöchentliche Berichtserstattung.

Influenza Wochenbericht der AGI für Deutschland:
Aktualität der AGI-Daten

Auszug aus dem Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) für die Kalenderwoche 11 2020

Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist in der 11. Kalenderwoche (KW) 2020 bundesweit stabil geblieben, die Werte des Praxisindex lagen insgesamt im Bereich deutlich erhöhter ARE-Aktivität.

Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 11. KW 2020 in 106 (50 %) von 214 Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter 22 Proben mit Influenza A(H1N1)pdm09-, 34 Proben mit Influenza A(H3N2)- und zehn Proben mit Influenza B-Viren. Die Influenza-Positivenrate ist im Vergleich zur Vorwoche gesunken und lag bei 31 %. In der 11. KW ist in einer von 192 untersuchten Sentinelproben (0,5 %) SARS-CoV-2 identifiziert worden.

Für die 11. Meldewoche (MW) 2020 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 17.241 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut übermittelt (Datenstand: 17.3.2020).

Für die 11. KW 2020 wurden insgesamt rund 290.000 Influenza-bedingte Arztbesuche geschätzt (95 % KI 230.000 bis 350.000). Die Influenza-Aktivität ist im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Aktualisierungen und weitere Informationen finden Sie unter: https://influenza.rki.de/

IfSG Meldedaten zur Influenzasaison 2019/2020

Aktuelle Meldungen nach IfSG in Bayern

Für die 11. Meldewoche 2020 wurden in Bayern laut alter Referenzdefinition 2.110 Influenzafälle bzw. mit neuer Referenzdefinition 3.719 Influenzafälle nach Infektionsschutzgesetz durch die Gesundheitsämter an das LGL übermittelt.

Insgesamt erhöht sich damit die Gesamtfallzahl der Saison 2019/20 (ab MW 40 2019) auf 33.925 Fälle nach alter Referenzdefinition bzw. auf 51.135 nach neuer Referenzdefinition.

Die Grafik stellt alle an das LGL übermittelten Influenzameldungen im Verlauf der Influenzasaison im Vergleich zu den Vorjahren dar. Die Bewertung der Fälle erfolgt nach der alten (durchgezogene Linie) und nach der neuen (gestrichelte Linie) Referenzdefinition.

Alte Referenzdefinition (gültig bis 31.12.2018): klinisch-epidemiologisch und klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen.

Neue Referenzdefinition (gültig ab 01.01.2019): klinisch-epidemiologisch und klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen, sowie alle labordiagnostisch nachgewiesenen Infektionen mit nicht erfülltem oder unbekanntem klinischen Bild.

LiniendiagrammBild vergrössern

Abb.:Epidemiologische Verlaufskurve aller gemeldeten Fälle im Vergleich zu den Vorjahren

Statistische Daten siehe Übersicht Meldepflichtige Infektionserkrankungen