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  • Untersuchungsergebnisse: Diagnostik von Zoonoseerregern

    Besonders beim raschen Nachweis von Zoonoseerregern sind neben den klassischen kulturellen, serologischen und mikroskopischen Verfahren mittlerweile auch modernste molekularbiologische Methoden wie PCR, Real-Time-PCR oder die Sequenzierung der ribosomalen Gene aus der veterinärmikrobiologischen Diagnostik nicht mehr wegzudenken. Eine klassische Zoonose ist die Psittakose/Ornithose, die durch Erreger aus der Familie Chlamydiaceae verursacht wird. Proben von verschiedenen Tierarten werden am LGL mittels Real-Time-PCR schnell und sensitiv auf das Vorhandensein von Chlamydien-DNA überprüft. Über eine weitere, Spezies-spezifische PCR wird darüber hinaus Chlamydia psittaci festgestellt, deren Nachweis bei Papageienvögeln (Psittaziden) anzeigepflichtig ist. Im Jahr 2008 konnten in 1.380 untersuchten Proben 104-mal Chlamydien, davon 77-mal Chlamydia psittaci diagnostiziert werden. Darüber hinaus wurden die im Jahr 2007 begonnen Untersuchungen zum Nachweis von Francisella tularensis, dem Erreger der Hasenpest (Tularämie), fortgeführt. Dieser Zoonoseerreger kann beim Menschen schon in geringen Keimzahlen schwere Krankheitsbilder auslösen. In 2008 wurden Organe von 28 Feldhasen beziehungsweise Kaninchen kulturell und mittels PCR auf Tularämie untersucht. In fünf Fällen (17,9 %) gelang der molekularbiologische Nachweis, in drei Fällen konnte auch der Erreger isoliert werden. Dabei handelte es sich jeweils um Francisella tularensis ssp. holarctica, eine weniger pathogene Variante. Erstmals waren auch Feldhasen aus dem südbayerischen Raum betroffen. Eine wichtige Zoonose ist auch das durch Coxiella burnetii übertragene Q-Fieber. Während die tierischen Wirte (meist Schafe und Rinder) außer Aborten häufig keine klinischen Erscheinungen zeigen, kann das Q-Fieber beim Menschen durchaus schwere, fieberhafte Erkrankungen auslösen. Im Rahmen der ständigen Überprüfung und Optimierung der eingesetzten Methoden wurde der bisher am LGL übliche mikroskopische Erregernachweis aus Abortmaterial mittels neuester, molekularbiologischer Verfahren überprüft. Während von 235 mikroskopisch unter-suchten Proben drei als positiv und fünf als verdächtig zu bewerten waren, wies das LGL mittels PCR in 29 Proben DNA von Coxiella burnetii nach.

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