Untersuchung von Alleinfuttermitteln für Fische auf Terphenyl

Hintergrund

Terphenyl ist ein natürlicher Bestandteil von Erdöl. Terphenyle werden industriell als Gemische aus drei Isomeren in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen verwendet. Die Isomere werden als ortho-, meta-, und para-Terphenyl (kurz o-, m- und p-Terphenyl) bezeichnet. Sie werden als Wärmespeicher bzw. -tauscher, als Trägersubstanz für Textilfarbstoffe und zur Produktion von Schmiermitteln eingesetzt. Das LfU fand bei Untersuchungen o-Terphenyl in Regenbogenforellen einer Teichanlage. Bei der Ursachenermittlung wurde das eingesetzte Alleinfutter als Eintragsquelle für das Terphenyl erkannt. Im Futter der Teichanlage wurden die drei Isomere des Terphenyls – o-, m-, und p-Terphenyl – in einem Mischungsverhältnis nachgewiesen, wie es in kommerziell erhältlichen
Schmiermitteln zu finden ist. In den untersuchten Futterproben wurden unterschiedliche Mengen Terphenyl gefunden. Die älteste Rückstellprobe, also eine vom Tierhalter entnommene Probe des Futters für eventuell erforderliche Untersuchungen, wies den höchsten Wert auf, die aktuellste Charge den niedrigsten Wert. Dies weist auf ein einmaliges Kontaminationsgeschehen im Futterherstellerbetrieb hin.

Bewertung

Das LGL hat die in den Futtermittelproben gefundenen Terphenylgehalte im Hinblick auf eine mögliche Schädigung der Fische bewertet. Terphenyl gilt aufgrund seiner langfristigen, also chronischen Wirkung als sehr giftig für Wasserorganismen. Die akute, also kurzfristige aquatische Toxizität (Eigenschaft eines Stoffes, einen Wasserorganismus bei kurzfristiger
aquatischer Exposition zu schädigen) von o-Terphenyl wird nach einer EU-Verordnung mit dem LC50-Wert (Konzentration eines Stoffes, welche 50 % der Fische innerhalb von 96 Stunden tötet) kategorisiert. Bei Fischen gilt ein Stoff mit einem LC50-Wert von 1mg/l als gefährdend mit kurzfristiger Wirkung. Für Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) liegt der LC50-Wert von Terphenyl bei über 1.000mg/l. Es handelt sich damit nicht um einen Stoff mit einer kurzfristigen Toxizität für Forellen.
Im Ergebnis fand das LGL bei keiner der untersuchten Proben Terphenylgehalte, die ein Risiko für Mensch, Tier oder Umwelt darstellen. Dies gilt auch für die 17 Futtermittelproben, die das LGL im Rahmen einer im Anschluss vorgenommenen systematischen Untersuchung von Alleinfuttermitteln für Fische überprüft hat.