Futtermitteluntersuchungen: Untersuchungsparameter, Methoden und Ergebnisse

Voraussetzung für ein gesundes Tierfutter und damit auch für gesunde Tiere und sichere Lebensmittel ist eine funktionierende Futtermittelüberwachung. Dazu gehören auch regelmäßige, zielgerichtete und risikoorientierte Untersuchungen.

Im Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung untersucht das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit zertifizierten Labormethoden Einzel- und Mischfuttermittel sowie Zusatzstoffe auf verschiedenste Parameter und trägt damit wesentlich zur Futtermittelsicherheit bei. Darüber hinaus ist das LGL ständig bestrebt durch Projekte, Neuentwicklungen/-einführungen von Methoden und Teilnahme an Ringversuchen seine Methoden auf den neuesten Stand der Technik zu halten. Während jährlich aktuelle Themen in unseren Jahres-berichten einzusehen sind, möchten wir nachfolgend ausgewählte Untersuchungsparameter, Bestimmungsmethoden und Ergebnisse vorstellen.

Antibiotika und Kokzidiostatika

Im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle durch das LGL wird geprüft, ob die festgelegten Höchst- oder Mindestgehalte für Kokzidiostatika eingehalten werden oder ob ein unzulässiger, das heißt illegaler Einsatz von nicht mehr zugelassenen Antibiotika bzw. ein nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch (Anwendungen in Futtermittel für Tierarten, für die keine Zulassung besteht) vorliegt.

Methoden

Screening -Verfahren

Der qualitative Nachweis der Antibiotika erfolgt über ein Screening -Verfahren mit Dünnschichtchromatographie und Bioautogramm.

Futtermittel werden mit Gemischen aus Alkohol und Salzsäure extrahiert und davon kleine Mengen (20 µl) auf die Startlinie von Dünnschichtplatten aufgetragen. Diese Platten werden in je zwei Glaskammern (Abbildung 1) mit unterschiedlichen so genannten „Fließmitteln“ gestellt. Diese Fließmittel steigen durch Kapillarkräfte von der Flüssigkeitsoberfläche über die Startlinie bis fast zum Ende der Dünnschichtplatte (Frontlinie) und transportieren dabei aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Eigenschaften die Antibiotika unterschiedlich weit. Nach dieser „chromatographischen Trennung“ erfolgt die Visualisierung der Substanzen über den Nachweis ihrer antibiotischen Wirkung mit Hilfe des so genannten „Bioautogramms“. Hierzu wird die vom Fließmittel befreite Dünnschichtplatte mit den aufgetrennten Antibiotika mit einem Nährboden überschichtet, welcher mit bestimmten Bakterien (hier: Micrococcus luteus) beimpft ist (Abbildung 2).

Nach dem Bebrüten bei 37 °C über Nacht werden die Platten mit einem Detektionsmittel behandelt, so dass die Antibiotika anhand weißer Zonen erkennbar werden (Abb. 3). Das Verhältnis von Wanderstrecke (rote Linie) zur Laufstrecke (schwarze Linie) – der so genannte Rf-Wert - ist für jedes Fließmittel ein Charakteristikum einer jeden Substanz und dient zusammen mit den unterschiedlichen Empfindlichkeiten der gewählten Bakterienstämme zur Identifizierung der verschiedenen Antibiotika (im vorliegenden Beispiel: Startpunkte 3 und 4: Bakterienstamm in Bioautogramm 1 unempfindlich, in Bioautogramm 2 empfindlich).

Abbildung 1 Dünnschichtfolien in Chromatographie-Kammern

Dünnschichtfolien in Chromatographie-Kammern

Abbildung 2: Herstellen von Bioautogrammen

Herstellen von Bioautogrammen

Nachweis und Identifizierung von Antibiotika

Gehaltsbestimmung

Nach einem Positiv-Befund im Screening -Verfahren werden die Gehalte mit Hilfe der HPLC oder durch andere mikrobiologische Methoden (zum Beispiel Agar-Diffusion) bestimmt.

Ergebnisse

Das LGL untersucht pro Jahr mittels Screening -Verfahren und HPLC mehr als 1.100 Futtermittelproben auf den unzulässigen oder nicht bestimmungsgemäßen Einsatz von Antibiotika. Die Beanstandungsquote für den Nachweis nicht deklarierter Kokzidiostatika oder Tierarzneimittel liegt üblicherweise bei deutlich weniger als 1 % und die von falsch deklarierten Kokzidiostatika im unteren einstelligen Bereich.

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