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  • Untersuchung von Lebensmitteln aus Asialäden auf gentechnische Veränderungen – Ergebnisse 2016

    Hintergrund

    Lebensmittel, die aus zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bestehen, diese enthalten oder daraus hergestellt werden, müssen nach der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 gekennzeichnet werden. Ist ein GVO in Europa nicht zugelassen, gilt die Nulltoleranz. Insbesondere gentechnisch veränderte (gv) Soja- und Maispflanzen werden weltweit in erheblichem Umfang kommerziell angebaut. Es sind außerdem gv -Reis- und
    Weizenlinien bekannt, die bisher in Europa nicht zugelassen sind. Bestandteile von GVO können daher besonders in importierten Lebensmitteln enthalten sein. Im Rahmen eines Sonderprogramms hat das LGL 105 Lebensmittel gezielt aus Asialäden auf gentechnische Veränderungen untersucht. Dabei handelte es sich um soja-, mais-, reis- und weizenhaltige
    Produkte (siehe Tabelle). In zwei Proben Tofu wies das LGL zwei in Europa zugelassene
    gv-Sojalinien mit Gehalten kleiner als 0,1 % nach. Diese sehr geringen Gehalte stufte das LGL als zufällige Verunreinigungen ein. Lebensmittel, die gv-Material mit einem Anteil enthalten, der nicht höher ist als 0,9 % der einzelnen Lebensmittelzutat, können von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen werden, wenn das Material zufällig oder technisch unvermeidbar im Lebensmittel enthalten ist. Acht von zehn Proben Maismehl enthielten gleichzeitig bis zu sieben verschiedene in Europa zugelassene gv-Maislinien in Spuren. Es handelte sich um Produkte zweier Hersteller aus verschiedenen Chargen. Dieser Befund lässt darauf schließen, dass es sich hierbei um Verunreinigungen während der Herstellung und des Transports handelte. Die Maismehle waren als „genetisch verändert“ gekennzeichnet.

    Fazit

    Bei der Untersuchung von Lebensmitteln aus Asialäden wies das LGL keine Bestandteile von GVO nach, die in Europa nicht zugelassen sind. Ebenso konnte das LGL keine Verstöße gegen die Kennzeichnungsvorschriften für gv-Zutaten feststellen. Bei zwei Proben bemängelte das LGL die Kennzeichnung dennoch, da die Angaben entgegen den rechtlichen Vorschriften nur in englischer Sprache vorlagen.

     
    Tabelle: Ergebnisse der Untersuchungen auf gentechnische Veränderungen
    Pflanzenart Produktbezeichnung Probenzahl gentechnisch verändertes Material nachgewiesen Kennzeichnung
    Soja Tofu 6 ja, (2 Proben, je < 0,1 %) nein
      Sojapaste 6 nein nein
      Sojabohne 2 nein nein
      Sojagetränk 2 nein nein
      Sojaeiweißerzeug 2 nein nein
      Sojasoße 1 nein nein
      gesamt 19    
             
    Mais Maismehl 10 ja ( 8 Proben, in Spuren)  ja
      Maiskörner 1 nein nein
      Popcorn 2 nein nein
      Mais geschrotet 1 nein nein  
      Maisnudeln 1 nein nein
      Maisstärke 1 nein nein
      gesamt 16    
             
    Reis Reismehl 6 nein nein
      Reiskörner 18 nein nein
      Reispapier 7 nein nein
      Reisnudeln 14 nein nein
      Reiscracker 1 nein nein
      gesamt 46    
             
    Sonstige Buchweizennudel 1 nein nein
      Weizengrütze 1 nein nein
      Weizenmehl 6 nein nein
      Nudeln 14 nein nein
      Fertiggericht 2 nein nein
      gesamt 24
    Probenzahl gesamt 105

     

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