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  • Gentechnisch veränderte Lebensmittel - Untersuchungsergebnisse 2009

    Aufgrund der zunehmenden Anzahl an weltweiten Zulassungen verschiedener gentechnisch veränderter Pflanzenlinien wird die Analytik für die amtliche Überwachung immer umfangreicher. Im Berichtsjahr hat das LGL 887 Proben – davon 732 Lebensmittel, 69 Futtermittel und 86 Saatgutproben – auf gentechnische Veränderungen untersucht.

    Untersuchung von Leinsaat

    Im September 2009 ist in Deutschland erstmals eine aus Kanada importierte in Europa nicht zugelassene gentechnisch veränderte (gv) Leinsaatsorte festgestellt worden. Für derartige Produkte gilt die Nulltoleranz, das heißt, sie sind nicht verkehrsfähig. Bei 14 von 41 Proben Leinsamen und Mehlmischungen mit Leinsamen wurden gentechnische Veränderungen festgestellt, wie sie für Leinsaat der Linie CDC Triffid/FP967 typisch sind. Das LGL meldete die Befunde umgehend über das EU-Schnellwarnsystem an die Vollzugsbehörden. Bereits 1996 wurde der gentechnisch veränderte CDC Triffid-Flachs in Kanada für den Anbau sowie als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Mit Rücksicht auf die Exportmärkte vor allem in Europa wurde dieser (gv) Flachs jedoch weder in Kanada noch in den USA angebaut. In Kanada wurde die Sortenzulassung 2001 wieder zurückgezogen und der Anbau von CDC Triffid-Flachs verboten. Wie solche Beimischungen in die Leinsamenprodukte gelangen konnten, wird derzeit von der Kanadischen Getreidekommission geprüft.

    Untersuchung von Reis

    Wie schon in den Jahren zuvor lag ein Untersuchungsschwerpunkt bei Reis (67), Reisprodukten (56) sowie Reisnudeln (39). Es ergab sich hier je ein positiver Befund für Reis der Linie Bt63 in Reisnudeln und für Reis der Linie LL601 in Langkornreis.

    Untersuchung von sojahaltigen Lebensmitteln

    Das LGL untersuchte im Berichtsjahr 206 Proben sojahaltiger Lebensmittel auf die drei in der EU zugelassenen sowie auf zwei nicht zugelassene (gv) Sojalinien. Der Schwerpunkt lag dabei auf Sportlernahrung (78), Spezialnahrung auf Sojabasis für Säuglinge (39), Tofuerzeugnissen (46) sowie Sojadrinks (12), insbesondere aus Asia-Läden. In insgesamt 74 Proben (35,9 %) wiesen die Experten (gv)RoundupReady TM- Soja nach. In 58 dieser 74 Proben (78,4 %) war (gv) Soja in Spuren unter 0,1 % enthalten, in 16 Proben (21,6 %) wurden (gv) Bestandteile zwischen 0,1 und 0,9 % festgestellt. Es handelte sich um Sportlernahrung und Spezialnahrung auf Sojabasis für Säuglinge. Die Produkte waren nicht gekennzeichnet. Die Verantwortlichen mussten den Behörden nachweisen, dass das (gv) Material zufällig oder technisch unvermeidbar in den Lebensmitteln enthalten war. Zusätzlich zu den fünf routinemäßig untersuchten Sojalinien nahm das LGL 2009 eine neue, in der EU nicht zugelassene Sojalinie in die Analytik auf. Hier ergaben sich keine positiven Befunde. Insgesamt ist der Anteil an sojahaltigen Lebensmittelproben mit (gv) Bestandteilen (35,9 %) im Vergleich zum Vorjahr (31,0 %) weiter leicht gestiegen.

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