Monochlorpropandiol oder 3-MCPD

Wie entsteht 3-MCPD?

Die Entstehung von 3-MCPD (3-Chlor-1,2-propandiol bzw. 3-Monochlorpropandiol) ist bei Lebensmitteln auf zwei Arten möglich: Einerseits kann sich die Substanz bei der Verarbeitung von Lebensmitteln aus natürlichen Inhaltsstoffen entwickeln, wie z. B. bei der Herstellung von Sojasoßen und Würzen, andererseits bildet sich 3-MCPD auch, wenn fett- und salzhaltige Matrices hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Dies ist z. B. beim Backen von Broten oder bei der Toast-Herstellung der Fall.

Wie wirkt 3-MCPD im menschlichen Körper?

Empfindlichstes Zielorgan für 3-MCPD ist nach bisherigen Studien die Niere, wo in Tierversuchen krankhafte Veränderungen auftraten, wenn die Belastung mit dem Stoff einen bestimmten Schwellenwert überstieg. Genotoxizität wurde bislang nicht beobachtet, sodass die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (European Food Safety Authority ) in Übereinstimmung mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine maximale duldbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von zwei Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht abgeleitet hat, unterhalb der keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu befürchten sind.

Welche Grenzwerte gibt es?

Für Sojasoßen und hydrolysiertes Pflanzenprotein wurde ein sehr niedrig angesetzter zulässiger Höchstgehaltes von 0,02 mg/kg (bezogen auf Trockensubstanz) europaweit gesetzlich festgelegt.

Für andere Lebensmittel existiert kein Grenzwert in der nationalen oder internationalen Lebensmittelgesetzgebung. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Lebensmittel nicht in den Verkehr gebracht werden dürfen, die Kontaminanten in einer gesundheitlich und insbesondere toxikologisch nicht vertretbaren Menge enthalten (Verordnung (EWG) Nr. 315/93). Das wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Einzelfall geprüft, wobei in diesem Fall die maximale duldbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) zu Grunde zu legen ist.

Außerdem gilt das ALARA-Prinzip (as low as reasonable achieveable ), nach dem Gehalte unerwünschter Stoffe im Lebensmittel so niedrig sein sollen wie es durch gute Praxis auf allen Stufen der Lebensmittelgewinnung sinnvoll erreicht werden kann (Verordnung (EWG) Nr. 315/93).