Aktuelle Ergebnisse und Bewertung des Monitorings in Moosach, Isar und Schwebelbach

Malachitgrün

Malachitgrün gehört zur Gruppe der Triphenylmethanfarbstoffe und kann legal zur Bekämpfung von Infektionen mit Bakterien und Pilzen oder Parasitenbefall bei Zierfischen eingesetzt werden. Nach der Behandlung mit Malachitgrün wird der Farbstoff im Tier rasch zur farblosen Leukoform verstoffwechselt. Leukomalachitgrün wird von den Tieren nur sehr langsam abgebaut und ist in der Fischmuskulatur noch Monate nach einer Behandlung nachweisbar. Für den Einsatz bei Fischen, die zur Lebensmittelerzeugung gehalten werden, ist das Tierarzneimittel seit dem Jahr 2004 EU-weit nicht mehr zugelassen, da sowohl Malachitgrün als auch sein Stoffwechselprodukt Leukomalachitgrün im Verdacht stehen, kanzerogene und genotoxische Wirkungen zu entfalten. Fische mit Rückständen über einer festgelegten Grenze von 2 µg/kg dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Eine Überschreitung des Grenzwerts von 2 µg/kg für die Summe von Malachit- und Leukomalachitgrün bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die betreffenden Lebensmittel als gesundheitsschädlich zu bewerten sind.

Im September 2018 sperrte die zuständige Kreisverwaltungsbehörde insgesamt drei Fischzuchtbetriebe im Moosachgebiet aufgrund positiver Rückstandsnachweise von Malachit- und Leukomalachitgrün.
Zur Feststellung der Verbreitung von Malachit-/Leukomalachitgrün im Gewässerverlauf der Moosach wurde neben den Untersuchungen von Wasser-, Sediment-, und Schwebstoffproben sowie Fischnährtierchen ein Monitoring von wild in der Moosach lebenden Fischen durchgeführt. Nach Hinweisen auf den Besatz der Isar mit Fischen aus einem der von der Sperrung betroffenen Betriebe wurde das Monitoring auch auf bestimmte Isarabschnitte erweitert. Da einer der betroffenen Betriebe eine weitere Betriebsstätte im Bereich des Schwebelbaches im Landkreis Dachau unterhält und dort eine Sedimentprobe positiv auf Malachit-/Leukomalachitgrün getestet wurde, wurde das Monitoring darüber hinaus auf den Schwebelbach ausgeweitet (Abbildung 1). Seit März 2019 wurden im Rahmen des Wildfischmonitorings aus elf Gewässerabschnitten insgesamt 247 Fische entnommen und auf Malachit- und Leukomalachitgrün untersucht.