Förderung von innovativen medizinischen Versorgungskonzepten (IMV) - Hintergrund zum Förderprogramm und zur Projektberatung

Zweck und Ziel der Zuwendung

Um die wachsenden Herausforderungen der medizinischen und pflegerischen Versorgung zu bewältigen, müssen diese sich kontinuierlich weiterentwickeln. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Zunahme älterer Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, komplexen Mehrfacherkrankungen, Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit, deren Behandlungsbedarf stetig wächst und sich wandelt. Daneben prägen auch neue Behandlungsmethoden den Versorgungsalltag. Ferner stellt die unterschiedliche Versorgungssituation in Ballungsräumen, in strukturschwachen und ländlichen Regionen neue und verschiedene Anforderungen an die Versorgung, denen begegnet werden muss. Nicht zuletzt verändern sich die Ansprüche der Versorger an die Bedingungen der Versorgung selbst, auf die mit größtmöglicher Flexibilität eingegangen werden muss. Ziel der Zuwendung ist es, innovative Versorgungsformen zu fördern, damit auch zukünftig für alle Patientinnen und Patienten eine flächendeckende und gut erreichbare, bedarfsgerechte Versorgung auf hohem Niveau erhalten und gestärkt werden kann.

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden die Umsetzung von innovativen Konzepten zum Erhalt und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und/oder zur Förderung der sektorenübergreifenden Versorgung sowie die begleitende Evaluation der Konzepte. Die Umsetzung umfasst Entwicklungstätigkeiten und die Erprobung dieser innovativen Konzepte. Der Hauptgegenstand der Versorgungskonzepte muss einen Bezug zur vertragsärztlichen Versorgung haben. Die innovativen Konzepte müssen zudem hinreichend Potenzial aufweisen, um dauerhaft in die Versorgung (kollektiv- oder selektivvertragliche Versorgung) und/oder in die Pflege aufgenommen zu werden.

Schwerpunkte dieser Förderung sind insbesondere Projekte zum Erhalt und zur Verbesserung:

  • der vertragsärztlichen Versorgung im ländlichen Raum einschließlich der Delegation von Leistungen an Gesundheitsfachberufe;
  • der vertragsärztlichen Versorgung durch innovative Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf;
  • der interdisziplinären/sektorenübergreifenden Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen medizinischen sowie pflegerischen Leistungserbringern oder
  • der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung und Versorgungsstruktur durch Nutzen digitaler Medien.

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege kann weitere Förderschwerpunkte setzen.

Nicht gefördert werden:

  • Vorhaben, die reine Entwicklungstätigkeiten sowie Grundlagenforschung vorsehen;
  • Vorhaben mit schwerpunktmäßig telemedizinischen Ansätzen;
  • Baumaßnahmen, es sei denn, es handelt sich um geringfügige Maßnahmen, die für die Umsetzung des geplanten Projekts erforderlich sind;
  • Maßnahmen, die bereits jetzt Leistungen der Regelversorgung darstellen;
  • Maßnahmen, für die Zuwendungen aus anderen Haushaltsmitteln des Freistaates in Anspruch genommen werden;
  • Klinische Studien zum Wirksamkeitsnachweis von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Behandlungen und operativen Verfahren;
  • Studien zur Erprobung einer neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode nach § 137e SGB V.

Alle Zuwendungsvoraussetzungen, die für eine Förderung erforderlich sind, werden in der Förderrichtlinie (siehe Downloads) beschrieben.

Bitte beachten Sie, dass der Innovationscharakter des Projekts zwingend erforderlich ist. Eine der Voraussetzungen ist, dass bayernweit kein vergleichbares Projekt existiert. Zudem muss, sofern deutschlandweit bereits ein vergleichbares Projekt durchgeführt wurde, ein Mehrwert bei einer erneuten Umsetzung erkennbar sein (z.B. erweiterte Evaluation, Anpassung an spezifische bayerische Rahmenbedingungen).

Es sei auch darauf hingewiesen, dass bereits begonnene Projekte nicht gefördert werden können. Entscheidend hierfür ist der Zeitpunkt der Bewilligung, nicht der Zeitpunkt der Einreichung am LGL.

Fachliche Beratung durch die Förderstelle IMV

Die Förderstelle IMV unterstützt potenzielle Antragstellende bei der Erstellung von schlüssigen und qualitativ hochwertigen Projektanträgen. Sie bietet eine umfassende Antragsberatung an und trägt so dazu bei, die Antragsqualität zu verbessern und die formalen Zuwendungsvoraussetzungen zu erfüllen. Antragstellende werden bei Bedarf durch die Förderstelle IMV von der Projektidee bis zu einem vollständigen Projektantrag begleitet.

Die Förderstelle IMV arbeitet wissenschaftsbasiert und setzt Impulse für die Weiterentwicklung innovativer Versorgungskonzepte. Zudem arbeitet sie eng mit dem Kommunalbüro für ärztliche Versorgung und der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitsversorgungsforschung (LAGeV) zusammen. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird bei Bedarf der Kontakt zu den Ansprechpartnern aus dem Kommunalbüro bzw. der LAGeV vermittelt. Eine Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte kommt auch für Projekte in Betracht, die im Rahmen der Gesundheitsregionenplusentwickelt werden.

Kontakt zur Förderstelle IMV- Für fachliche Beratung vor Antragsstellung

Petra Nölp (Leiterin der Förderstelle IMV)
Johanna Tomandl (i.V.)
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Sachgebiet GE 6: Bayerische Gesundheitsagentur, Gesundheitsversorgung
Schweinauer Hauptstr. 80, 90441 Nürnberg
Telefon 09131 6808-2913
Telefax: 09131 6808-2905
E-Mail: Foerderstelle-IMV@lgl.bayern.de

Kontakt zum Fördersachgebiet – Für zuwendungsrechtliche Belange und Einreichung des Projektantrags

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Sachgebiet K1: Rechtsangelegenheiten, Vergabestelle
Münchner Str. 5
97688 Bad Kissingen
Telefax: 09131 6808-7209
E-Mail: IMV-Foerdung@lgl.bayern.de