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  • Verbotene Methoden

    Manipulation von Blut und Blutbestandteilen ("Blutdoping")

    Ziel des Blutdopings ist die Erhöhung der Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Vor allem bei Sportarten, die eine hohe Ausdauer des Athleten verlangen (z. B. Langstreckenläufe, Radfahren, Rudern, Schwimmen, Langlauf) ist die Leistungsfähigkeit stark von der Sauerstoffzufuhr in die Muskulatur abhängig. Der benötigte Sauerstoff wird durch die roten Blutkörperchen von der Lunge zu den Muskelzellen transportiert. Je mehr rote Blutkörperchen im Körper vorhanden sind, desto mehr Sauerstoff kann pro Zeiteinheit transportiert werden.

    Eine legale Methode zur Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut ist das Höhentraining oder das Training in Unterdruckkammern, da der Aufenthalt in sauerstoffärmerer Luft zu einer physiologischen Anpassung des Körpers führt.

    Das verbotene Blutdoping umfasst die Verabreichung oder Wiederzufuhr von Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem, um die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen. Neben Eigenbluttransfusionen ist auch die Transfusion von Fremdblut oder von Blut anderer Säugetiere (z. B. Affen) bekannt.

    Blutdoping beinhaltet enorme gesundheitliche Risiken. Abgesehen von möglichen Gefahren wie Allergien und Infektionen bei Fremdbluttransfusionen führt die erhöhte Masse an roten Blutkörperchen zu einem geringeren Flüssigkeitsanteil und damit zu einer Verdickung des Blutes. Infolgedessen sind Überlastungen des Kreislaufsystems möglich, und das Thromboserisiko ist stark erhöht. Aufgrund der Lagerung der Blutkonserven kann es zu einer Hämolyse (Auflösung) der roten Blutkörperchen kommen. Diese kann zu Nierenschädigungen, Gelbsucht und einer Überladung des Körpers mit Eisen führen. Letzteres kann schwer ausgeschieden werden und wirkt in größerer Menge toxisch.

    Eine ebenfalls verbotene Art des Blutdopings ist die Gabe von Substanzen, die die Sauerstoffaufnahme, den Transport oder die Abgabe von Sauerstoff an die Muskelzellen künstlich erhöhen. Dazu zählen beispielsweise Perfluorchemikalien, die die Funktion des Hämoglobins (Sauerstofftransport) übernehmen, oder Efaproxiral (RSR-13), das die Sauerstoffaffinität des Hämoglobins moduliert.

    Chemische und physikalische Manipulation von Dopingproben

    Grundsätzlich ist jede Art der Manipulation (auch der Versuch einer Manipulation!) von Dopingproben ausdrücklich verboten. Dazu zählen z. B.

    • der Austausch von Dopingproben
    • das Verdünnen/Verfälschen von Urinproben z. B. mit Hilfe von Kathetern oder Chemikalien
    • die pharmakologische Beeinflussung der Urinausscheidung mit Diuretika oder mit Hemmstoffen der Nierenausscheidung
    • intravenöse Infusionen und/oder Injektionen, wenn diese nicht im Rahmen einer akuten ärztlichen Behandlung medizinisch notwendig sind

    Ziel des Verbots ist, den Nachweis verbotener Substanzen in jedem Fall zu gewährleisten.

    Gendoping

    Der Begriff Gendoping wird vor allem im Hinblick auf zukünftige Dopingmöglichkeiten diskutiert, da im Rahmen der Erforschung des menschlichen Erbguts und der möglichen Einflussnahme auf das Erbgut auch neue Manipulationswege zur sportlichen Leistungssteigerung für möglich gehalten werden.

    Unter dem Begriff Gendoping werden grundsätzlich zwei Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung verstanden: Gentherapeutische Verfahren und Verfahren oder Substanzen, die die Aktivität der Gene beeinflussen. Denkbar sind z. B. Methoden, die die körpereigene Stimulation der Synthese von Hormonen wie Erythropoietin oder anderer anaboler Substanzen erhöhen oder die Bildung von mehr Muskelmasse bzw. von schnelleren Muskelfasern zur Leistungsverbesserung stimulieren.

    Ausdrücklich verboten sind:

    • die Übertragung von Nukleinsäuren-Polymeren oder -Analoga,
    • die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen.