Forschungsprojekt: Sicherheitsforschung bei der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen: Erstellung, Optimierung und Validierung molekularer Nachweissysteme

Kurzbeschreibung:

Seit in Kraft treten der Freisetzungs-Richtlinie 2001/18/EG ist die Anzahl zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) stetig gestiegen. Zu erwarten ist ein steigendes Spektrum transgener Genkassetten in freigesetzten und in Verkehr gebrachten GVP. Am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sollen verschiedene Detektionsmethoden basierend auf der Polymerase Kettenreaktion (PCR) zur Vervielfältigung von DNA erstellt und etabliert werden. Sie sollen aktuelle Komponenten der neuen GVP Generation flexibel erfassen und eine Bestimmung der GVO-Linie im Hochdurchsatzformat zulassen.

Ein Schwerpunkt des Projektes liegt in der Optimierung der Quantifizierung des Transgenanteils potentiell GVP-haltiger Proben mit Hilfe der zurzeit wichtigsten molekularbiologischen Methode, der 'real time PCR ', in Kooperation mit dem Institut für Agrobiotechnologie der Universität Rostock. Nur validierte und robuste Methoden können den 0,9% Schwellenwert über dem eine Kennzeichnung der EU-weit zugelassenen Lebens- und Futtermittelzutaten als GVO-haltig notwendig ist, mit hoher Präzision reproduzierbar bestimmen. Zu diesem Zweck werden verschiedene DNA-Kalibrierstandards erstellt und validiert. Diese Kalibrierstandards (Plasmide und Hybridmoleküle) tragen Kom- ponenten der GVP-Genkassetten sowie Spezies spezifische Genfragmente zur Bestimmung der Pflanzenart. Dies ist vor allem bei Mischproben aus der Lebens- und Futtermittelbranche wichtig. Zudem soll mit Hilfe der LPA-Technik (ligation-dependent probe amplification ), eine molekularbiologische Methode zur parallelen Detektion multipler DNA-Sequenzmotife, neue in der EU nicht zugelassene GVP und ihre artspezifischen Referenzgene im Hochdurchsatz- format parallel identifiziert werden.

Neben der Optimierung der Analyse werden die Beprobung- und Verarbeitungsstrategien von Feldproben verbessert und harmonisiert. Diese Arbeiten geschehen in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Freising). Die LfL, die wesentlich am Erprobungsanbau der Jahre 2004 - 2005 beteiligt war, stellt dabei u. a. Versuchsflächen zum Anbau der zugelassenen Mais Transformationslinie MON810 zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen quantitative Differenzen im GVO-Gehalt aufgrund verschiedener Erntezeitpunkte von Silo- bzw. Körnermais, sowie der beprobten Gewebe (Pollen, Korn, Gewebe des Korns, vegetative Pflanzenteile, komplette Pflanze).

Finanzielle Förderung: Dieses Forschungsprojekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gefördert.