Jahresbericht 2025
Liebe Leserinnen, lieber Leser,
den Verbraucherschutz in Bayern zu sichern und die Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken zu schützen, sind zentrale Aufgaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die Ergebnisse unserer Arbeit veröffentlichen wir fortlaufend über verschiedene Kanäle, beispielsweise auf unseren Internetseiten, auf LinkedIn oder durch Pressemitteilungen. Einen Überblick über unsere Arbeit bietet unser Jahresbericht 2025, den wir Ihnen hiermit in einem zeitgemäßen, rein digitalen Format präsentieren. Hier finden Sie auch die ergänzenden „Zahlen, Daten, Fakten“.
Die vielfältigen Aufgaben des LGL haben ein Ziel: Die Menschen und Tiere in Bayern sollen gesund leben können. Dafür setzen sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ein. Nahezu jede Fragestellung betrifft mehrere Disziplinen, in denen wir umfassende Expertise bereithalten. Unsere Arbeit beruht auf nachprüfbaren Fakten, valide Ergebnisse gewinnen wir mithilfe von Methoden und Verfahren auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Ich wünsche Ihnen beim Klicken durch die verschiedenen Beiträge interessante Einblicke.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Christian Weidner
Präsident des LGL
Mit Untersuchungen, Risikobewertungen und Studien sowie mit Information, Aufklärung und Präventionsangeboten trägt das LGL dazu bei, dass die Menschen in Bayern gesund leben können.
Das LGL orientiert sich am Vorsorgeprinzip, um Risiken und Gefahren für die menschliche Gesundheit rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und möglichst zu verhindern. Verschiedene wissenschaftlich ausgerichtete Landesinstitute und Abteilungen arbeiten fachübergreifend zusammen. Hier finden Sie Einblicke in unsere Arbeit.
Wie viele Untersuchungen hat das LGL 2025 durchgeführt, wie viele Anfragen bearbeitet? Welche Publikationen, Vorträge und Projekte der wissenschaftlichen Zusammenarbeit gab es 2025 – und wie viele Mitarbeitende hat das LGL eigentlich? Hier geht es zu den Zahlen, Daten, Fakten.
Am LGL gibt es eine breite Palette an Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten. 2025 haben sich beispielsweise neue Amtsärztinnen und -ärzte sowie Fachkräfte für Infektionsschutz, Trinkwasserhygiene und Umweltüberwachung qualifiziert.
Der One-Health-Gedanke ist die Basis der Arbeit des LGL. Dieser Ansatz basiert auf der Annahme, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt eng miteinander verknüpft ist. Aufgrund der vielschichtigen Zusammenhänge benötigen eine effiziente Lebensmittelüberwachung und ein wirkungsvoller Gesundheitsschutz einen interdisziplinären Austausch.
One-Health-Themen 2025 waren unter anderem:
Durch den Klimawandel findet die Asiatische Tigermücke auch in Bayern zunehmend passende Bedingungen zur Ansiedlung. Die Asiatische Tigermücke kann Erreger wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus übertragen. Bisher sind diese Erreger in Deutschland nicht verbreitet und treten nur bei Reiserückkehrenden auf. Um die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Bayern einzudämmen, stellt das LGL im Zuge des Mückenmonitorings 2025 verschiedene Informationen für die Bevölkerung bereit:
2025 sind vier Menschen am Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) verstorben. Erkrankungen durch das Bornavirus werden am LGL seit 2018 interdisziplinär erforscht. Ziel ist es, die Übertragungswege, das regionale Vorkommen in Bayern, die Umweltstabilität, den Wirt und klinische Aspekte der Infektion beim Menschen besser zu verstehen. Hier gibt es mehr Informationen zum Bornavirus.
Das Bayerische Kompetenzzentrum für Gesundheit und Klimawandel bietet Bürgerinnen und Bürgern, Pflegefachkräften sowie kommunalen Akteuren vielfältige Unterstützung, um gemeinsam Lösungen für die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu entwickeln, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klima- und Hitzeanpassungsmaßnahmen zugänglich zu machen und Vernetzung sowie Austausch zwischen den Akteuren zu fördern.
Die Gesundheit des Menschen ist von Beginn an vielen Einflüssen ausgesetzt. Diese reichen vom Verhalten des Einzelnen über die medizinische Versorgungsqualität bis zu den Einflüssen aus der Umwelt. Mit seiner Arbeit möchte das LGL dazu beitragen, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen die Menschen in Bayern gesund leben können.
Artikel zum Thema „Gesundheit“ 2025:
Gesundheitsatlas Bayern und Gesundheitsprofile Bayern
Mit dem Gesundheitsatlas Bayern und den Gesundheitsprofilen Bayern stellt das LGL die Auswertungen anonymisierter Gesundheitsdaten in einer öffentlich zugänglichen, nutzerfreundlichen Online-Version bereit. Dank technischer und inhaltlicher Verbesserungen können Fachleute sowie alle Interessierten die Informationen noch einfacher, intuitiver und gezielter nutzen.
Am 23.10.2025 hat eine Krisenübung gegen Bioterror-Gefahr an einem bayerischem Krankenhaus stattgefunden. Bei LinkedIn finden Sie Informationen und Bilder.
Abwassermonitoring
Das Abwassermonitoring (Wastewater Surveillance) ist ein wichtiges Instrument der Infektionsüberwachung in Bayern. Durch die Untersuchung des Abwassers gewinnt das LGL wertvolle Informationen darüber, welche Erreger, beispielsweise Influenza- oder Coronaviren, in der Bevölkerung zirkulieren.
Klima schützen, Gesundheit stärken, spielerisch lernen
Die Klima-Rallye „Heroes for Future“ vermittelt Kindern ab 8 Jahren, Jugendlichen und Familien interaktiv Wissen zu Klimawandel und Gesundheit – mit Aufgaben, Quiz und Videos. Mehr Infos unter Klimawandel – Wie kann ich meine Gesundheit schützen?
Gesund leben können – dazu gehört auch, dass die Produkte, die wir verwenden, sicher sind. Für eine Vielzahl der Erzeugnisse und Geräte gelten verschiedenste sicherheits- und gesundheitsbezogene Vorgaben. Das LGL prüft stichprobenartig, ob diese Vorschriften eingehalten werden.
Seit 2025 verfügt das LGL über ein mobiles FTIR-Spektrometer zum Prüfen von Weichmachergehalten in Kunststoffprodukten. Der Vorteil: Das Gerät ermöglicht eine Vorselektion der Proben, sodass zeitaufwendige und kostenintensive Laboranalysen nun auf die auffälligen Proben reduziert werden können. 2025 hat das LGL 119 Produkte mit dem FTIR-Spektrometer untersucht.
Bei der Lebensmittelsicherheit hat das LGL den Schutz besonders empfindlicher Personengruppen, aber auch Veränderungen der Warenströme durch aktuelle Ereignisse im Blick.
Entkoffeinierter Kaffee: Ist wirklich drin was draufsteht?
Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung
Graved Lachs sowie Forellen- und Lachskaviar
Patulin in Fruchtsäften
Süßer Genuss mit Risiko? Glycerin in zuckerfreiem Slush-Eis auf dem Prüfstand
Untersuchung der Hygiene von Trinkgefäßen in der Gastronomie und auf Volksfesten
Untersuchungen von Saatgutproben auf gentechnisch veränderte Bestandteile
Untersuchungen von Zimtsternen und Lebkuchen 2025
Es ist nicht alles Gold was glänzt
Als Zusatzstoff in Lebensmitteln muss Gold bestimmte Reinheitskriterien erfüllen. Das LGL untersuchte 2025 essbares Gold von bayerischen Internethändlern. Zwei von neun untersuchten Proben stellten sich dabei als Fälschungen heraus.
Ernteengpässe und Pflanzenkrankheit Citrus Greening
Das LGL untersuchte Orangensaftproben bayerischer Keltereien auf Pflanzenschutzmittel- und Antibiotikarückstände sowie Echtheit und Qualität.
Mikrobiologischer Status von gefüllten Teigwaren
Im Jahr 2025 hat das LGL 208 Proben Tortellini mikrobiologisch und sensorisch untersucht. Keine der untersuchten Proben beurteilte das LGL als gesundheitsschädlich – wird gefüllte Teigwaren aber weiterhin im Blick behalten.
Das Schwerpunktlabor Kosmetik untersucht und beurteilt kosmetische Mittel aus allen Bereichen des Handels sowie von Herstellern und Importeuren. Die chemische Überprüfung bezieht sich vor allem auf die Inhaltsstoffe, die nach EU-Kosmetikrecht geregelt sind – also verbotene und eingeschränkt zugelassene Stoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel und Lichtschutzfilter. Besonderes Augenmerk wird auf eine mögliche Belastung mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen gelegt.
Die Aufgaben des LGL im Bereich der Tiergesundheit sind breit gefächert, denn der Mensch trägt hier auf verschiedene Weise Verantwortung. So liefern nur gesunde Tiere gesunde Lebensmittel. Verantwortlich ist der Mensch aber auch für das Tierwohl.
Tiergesundheitsthemen 2025 waren unter anderem:
Alleinfuttermitteltauglichkeit von Futtermitteln für Hunde und Katzen
Amtliche Futtermitteluntersuchungen
Diagnostikübersicht
Monitoringuntersuchungen
Qualzuchten – ein unterschätztes Problem
Themenschwerpunkt „Tierseuchen“
Im Jahr 2025 hat der Ausbruch verschiedener Tierseuchen zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen geführt.
Blauzungenkrankheit (BTV)
Zusätzlich zum zirkulierenden Blauzungen-Virus des Serotyps 3 (BTV-3) wurden seit dem 21.10.2025 Ausbrüche des Serotyps 8 (BTV-8) bei Rindern bzw. bei Schafen in den bayerischen Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Lindau sowie im baden-württembergischen Landkreis Bodenseekreis festgestellt. 2025 diagnostizierte das LGL 1.397 Fälle der Blauzungenkrankheit. Für die Verbringung potenziell gefährdeter Tiere in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern und Schwaben galten daher besondere Schutzmaßnahmen.
Die Blauzungenkrankheit ist eine fieberhafte Erkrankung bei Wiederkäuern, insbesondere Rindern, Schafen und Ziegen. Für Menschen besteht keine Infektionsgefahr durch das Blauzungenvirus.
Ebenfalls im Umlauf waren:
Aviäre Influenza/ Geflügelpest (AI)
Zwischen Oktober und Dezember 2025 gab es 276 amtlich bestätigte Fälle der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) bei Wildvögeln und fünf Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln in Bayern. Deutschlandweit gab es in dieser Zeit fast 2.500 Fälle.
Afrikanische Schweinepest (ASP)
Im November 2025 wurde als Hilfestellung für Jäger die ASP-Web-APP veröffentlicht. Diese soll die Erfassung von Verdachtsfällen unterwegs erleichtern. In Bayern gab es keine positiv diagnostizierten Fälle. Deutschlandweit wurden 2.003 Fälle registriert.
Lumpy-Skin-Krankheit (LSD)
Im Juni 2025 wurden LSD-Fällen in Italien und Frankreich gemeldet, woraufhin es auch beim LGL zu erhöhter Wachsamkeit kam. Bis Ende 2025 wurde der LSD-Erreger nicht in Deutschland nachgewiesen.
Maul- und Klauenseuche (MKS)
In einem Bestand von Wasserbüffeln im brandenburgischen Märkisch-Oderlandkreis hat das FLI am 10.1.2025 einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bestätigt. Die Krankheit konnte sich allerdings nicht ausbreiten und Deutschland galt seit 14.4.2025 wieder als MKS-frei. Das Seuchengeschehen in der EU blieb das Jahr über allerdings dynamisch.



