Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pressemitteilung

18.08.2022
Nr. 29/2022

Gesundheit

Zum Tag des Moskitos: Sommerzeit - Stechmückenzeit? LGL gibt Tipps zur Vermeidung von Stichen / Seit Juli Mückenmonitoring in Bayern

Hohe Temperaturen erweisen sich, vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit, als ideale Bedingungen für Stechmücken, die schnell zum lästigen Dauergast an lauen Sommerabenden werden können. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt nun einige Tipps, wie sich Stiche vermeiden lassen. Allen voran kommt dabei der Vermeidung von Ansammlungen angestauten Regen- oder Gießwassers eine zentrale Bedeutung zu. Das LGL ist beim Thema Mücken außerdem selbst aktiv: Im Rahmen einer Studie prüfen Expertinnen und Experten der Behörde, wie das Vorkommen gebietsfremder Mückenarten, die auch potenziell gefährliche Krankheitserreger übertragen können, in Bayern überwacht werden kann. 

Weltweit werden ca. 3.500 Stechmückenarten erfasst, in Deutschland sind es etwa 50, zu einer der am weitesten verbreiteten gehört die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens). Mückenstiche sind zwar lästig, normalerweise aber ungefährlich. Vorbeugende Maßnahmen, die man zum Schutz vor Stechmücken treffen kann, sind: 

  • Geeignetes Mückenschutzmittel, das regelmäßig auf Haut und/oder Kleidung aufgetragen wird, schützt vor Stichen.
  • Das Tragen von langer und heller Kleidung kann ebenso Stichen vorbeugen.
  • Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen können weitere Abhilfe schaffen. 

Darüber hinaus gilt es in Siedlungsgebieten potenzielle Brutstätten für Stechmücken möglichst konsequent zu vermeiden, vor allem Ansammlungen angestauten Regen- oder Gießwassers: 

  • Grundsätzlich sollten keine Gegenstände, in denen sich Regenwasser ansammeln kann, offenstehen, vielmehr sollten diese nach Möglichkeit abgedeckt werden. 
  • Wasserhaltige Gefäße im Garten oder auf dem Balkon sollten wöchentlich geleert werden, damit sich darin keine Larven entwickeln können.
  • Es empfiehlt sich zudem, Regenrinnen und Regenabflusssysteme regelmäßig zu kontrollieren: Es sollte kein Wasser stehen bleiben.

Sollte es zu einem Stich kommen und treten dann neben Juckreiz auch ungewöhnliche Reaktionen wie z. B. eine übermäßige Schwellung auf, sollte vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden.

Stechmückenmonitoring in Bayern
Im Zuge des Klimawandels ist davon auszugehen, dass sich künftig weitere Stechmückenarten verbreiten. So wurde die Asiatische Tigermücke, Aedes albopictus, vereinzelt auch in Bayern gefunden, nachdem sie sich zuvor bereits in Südeuropa etablieren konnte. Ein Stich einer Tigermücke ist in der Regel zwar ungefährlich, die Art gilt aufgrund ihrer Tagaktivität aber als besonders penetrant und kann im Gegensatz zu den meisten heimischen Arten auch für den Menschen potenziell gefährliche Infektionserkrankungen wie das Dengue-Fieber oder die Zika-Virus-Infektion übertragen. Vor diesem Hintergrund führt das LGL seit Juli 2022 eine Machbarkeitsstudie zu einem präventiven Monitoring gebietsfremder Stechmücken durch. Das Mückenmonitoring ist ein gemeinsames Projekt des Bayerischen Gesundheitsministeriums (StMGP) und des Bayerischen Umweltministeriums (StMUV). Ziel der Machbarkeitsstudie, ist es, Erkenntnisse für die Planung und Umsetzung eines systematischen und präventiven Mückenmonitorings zu gewinnen. Dabei werden Stechmücken bzw. deren Eier gefangen, gesammelt und bestimmt. Im Falle von Funden gebietsfremder Arten werden diese dokumentiert, geo-referenziert und mit Meldungen der meldepflichtigen Infektionserkrankungen abgeglichen. Informationen dazu sind hier abrufbar.
Weiterführende Informationen zur Asiatischen Tigermücke bietet das LGL auf Gesundheit: Aedes albopictus (bayern.de)

Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit.
Am LGL sind verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Lebensmittelchemiker, Ärzte, Tierärzte, Ingenieure, Physiker, Psychologen, Ökotrophologen, Chemiker, labortechnische Fachkräfte, Juristen, Biologen und andere Experten. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln. 
Auf dem Gebiet der Tiergesundheit umfassen die Aufgaben des LGL die Diagnostik von Tierkrankheiten, deren Prävention und Bekämpfung, den Tierschutz sowie die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln.