Pressemitteilung

30.03.2026
Nr. 13/2026

Gesundheit

HPV-Impfung: Daten liefern Hinweise auf Schutz vor Kopf-Hals-Tumoren

Die HPV-Impfung verringert das Risiko für Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen oder auch Vorstufen von Analkrebs deutlich. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte nun erstmals, dass Menschen mit HPV-Impfung zudem deutlich seltener an Kopf-Hals-Tumoren erkranken. Hauptursachen für die Entstehung von Kopf-Hals-Tumoren sind Tabak- und Alkoholkonsum. Einen bedeutenden Risikofaktor stellen jedoch auch humane Papillomviren dar, insbesondere die Hochrisiko-Virustypen HPV 16 und HPV 18. 

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach betonte: „Krebsprävention beginnt mit einem kleinen Pieks: Die HPV-Impfung kann fast vollständig vor Viren schützen, die später Krebs auslösen können – und damit Leben retten. Bis heute gehört HPV zu den Erregern, die häufig unterschätzt werden, aber schwerwiegende Folgen haben können. Die HPV-Impfung kann helfen, das zu vermeiden.“

„Diese vielversprechenden Hinweise für die zusätzliche Schutzwirkung der HPV-Impfung stellen ein weiteres starkes Argument dar, diese unbedingt in Anspruch zu nehmen“, ergänzte Prof. Dr. Christian Weidner, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Laut Daten des Bayerischen Krebsregisters am LGL erkrankten im Jahr 2024 in Bayern 606 Frauen und 1.221 Männer neu an Kopf-Hals-Tumoren, mittleres Erkrankungsalter war 66 Jahre für Männer und 69 Jahre für Frauen. Darüber hinaus verstarben 228 Frauen und 523 Männer an einem Kopf-Hals-Tumor.

In Bayern waren im Jahr 2024 50 % der 15-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft. Bei den Jungen waren in Bayern 30 % vollständig gegen HPV geimpft. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Bis zum 18. Geburtstag kann die Impfung nachgeholt werden.
Auch vor dem Hintergrund der noch nicht zufriedenstellenden Impfquoten treibt die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) das Thema HPV-Impfung weiter voran. So organisiert sie gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) die 8. Bayerische Impfwoche, die vom 03. bis 12. Juli 2026 stattfindet. 


Weiterführende Informationen zu HPV und der Schutzimpfung finden sich auf der LGL-Homepage.  

Studien zur Wirksamkeit der HPV-Impfung: 

Arbyn, M., Rousta, P., Bruni, L., Schollin Ask, L., & Basu, P. (2024). Linkage of individual patient data confirm protection of prophylactic human papillomavirus vaccination against invasive cervical cancer. Journal of the National Cancer Institute, 116(6), 775–778. https://doi.org/10.1093/jnci/djae042 

Bergman, H., Henschke, N., Arevalo-Rodriguez, I., Buckley, B. S., Crosbie, E. J., Davies, J. C., Dwan, K., Golder, S. P., Loke, Y. K., Probyn, K., Petkovic, J., Villanueva, G., & Morrison, J. (2025). Human papillomavirus (HPV) vaccination for the prevention of cervical cancer and other HPV-related diseases: a network meta-analysis. Cochrane Database of Systematic Reviews, 11(11), CD015364. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015364.pub2 

Katz, J., Gao, H., & Garcia, A. I. (2025). HPV-Vaccine and Reduced Odds Ratio for Oral and Oropharyngeal Cancer in Both Genders. Journal of Oral Pathology and Medicine, 54(9), 895–902. https://doi.org/10.1111/jop.70016 

Lei, J., Ploner, A., Elfstrom, K. M., Wang, J., Roth, A., Fang, F., Sundstrom, K., Dillner, J., & Sparen, P. (2020). HPV Vaccination and the Risk of Invasive Cervical Cancer. New England Journal of Medicine, 383(14), 1340–1348. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1917338
 


Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. Als interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachbehörde verfolgt das LGL in seinem Handeln stets den „One-Health-Ansatz“ – denn nur gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel, und nur eine gesunde Umwelt ermöglicht körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen.
Daher sind am LGL verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zum Beispiel aus der Human- und Veterinärmedizin, der Lebensmittelchemie, aus den verschiedenen Ingenieurswissenschaften, der Physik, der Psychologie, der Ernährungswissenschaft, der Chemie oder Biologie. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln.
Im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung umfassen die Aufgaben des LGL die Untersuchung und rechtliche Beurteilung von Lebensmitteln einschließlich der toxikologischen Risikobewertung bedenklicher Inhaltsstoffe. Das LGL sieht sich dabei als Dienstleister im Bereich der Lebensmittelsicherheit, um die bayerische Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken sowie vor Irreführung und Täuschung zu schützen.

Über das Bayerische Krebsregister
Seit 1998 registriert das Bayerische Krebsregister neu auftretende Krebserkrankungen. Das am 01.04.2017 in Kraft getretene neue Krebsregistergesetz (BayKRegG) setzt das vom Bundesgesetzgeber erlassene Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) in Landesrecht um. Gemäß dem BayKRegG ist das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) damit betraut, das klinisch-epidemiologische Landesregister zu führen. Zu den Aufgaben des Krebsregisters am LGL gehört die Untersuchung der regionalen Verteilung und zeitlichen Trends der Krebserkrankungen. Damit liefert das Bayerische Krebsregister wichtige epidemiologische Daten für die Erforschung der Ursachen von Krebserkrankungen und unterstützt die Bewertung präventiver und kurativer Maßnahmen. Die Daten bilden auch die Grundlage für die Gesundheitsplanung und die Versorgungsforschung. Mit den Zahlen zur aktuellen Situation können künftige Entwicklungen eingeschätzt werden. Die Auswertung der Therapieverläufe trägt wesentlich zur Qualitätssicherung in der Versorgung bei.