Pressemitteilung

30.04.2026
Nr. 17/2026

Gesundheit - Terminhinweis

Zecken im Visier: Presseeinladung ins Labor des Nationalen Referenzzentrums für Borrelien

Mit den steigenden Temperaturen sind auch Zecken wieder aktiv. Damit nimmt das Risiko für zeckenübertragene Infektionskrankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu. Das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für Borrelien am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überwacht seit 2008 Auftreten und Entwicklung der Lyme-Borreliose.

Doch was wird in den Laboren maßgeblich untersucht, wen und in welcher Form berät das NRZ für Borrelien hierzu und wie trägt es noch zum öffentlichen Gesundheitsschutz bei? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen lädt das NRZ für Borrelien Medienvertreterinnen und Medienvertreter am

Donnerstag, 7. Mai 2026, 13:30 Uhr,
zur Laborbesichtigung in das
Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der
Veterinärstraße 2, 85764 Oberschleißheim ein.

Zu diesem Termin veranschaulicht Dr. med. Volker Fingerle, Leiter des NRZ für Borrelien, die Untersuchung von Zecken auf Infektionserreger, schildert die gesundheitlichen Risiken von Lyme-Borreliose und FSME und erläutert Präventionsmaßnahmen. Im Weiteren bietet Dr. Fingerle einen Einblick in die Stammsammlung der verschiedenen Borrelien-Arten und gibt Auskunft zum Stand der Entwicklung einer ersten Borreliose-Impfung.  

Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Die Gelegenheit für Foto- und Filmaufnahmen ist gegeben. Bei gutem Wetter besteht im Anschluss an den Termin noch die Möglichkeit, Dr. Fingerle beim Einsammeln von Zecken am LGL-Gelände zu begleiten (hierzu wäre ein Gehweg von ca. 10 Minuten einzuplanen). 

Um Anmeldung bis Mittwoch, 6. Mai, 12:00 Uhr, wird gebeten: telefonisch unter 09131-6808-2424 oder per E-Mail an pressestelle@lgl.bayern.de.

Zum Hintergrund: FSME und Lyme-Borreliose
Lyme-Borreliose und FSME sind die am häufigsten von Zecken übertragenen Erkrankungen in Deutschland. Beide Infektionen sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Bayern meldepflichtig. 2025 wurden bayernweit 5.522 Fälle von Lyme-Borreliose sowie 292 Fälle von FSME an das LGL übermittelt. Das ist die jeweils zweithöchste Anzahl seit Einführung der jeweiligen Meldepflicht. Umso wichtiger ist der wirksame Schutz durch eine Impfung, vor allem für Menschen, die sich gerne in freier Natur aufhalten.
Bayern gilt nahezu komplett als FSME-Risikogebiet. Gegen das FSME-Virus, das unter anderem zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen kann, wird bereits seit langem eine Schutzimpfung angeboten. Diese ist in der Regel sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gegen Lyme-Borreliose ist derzeit noch keine Impfung möglich. Die bakterielle Erkrankung zeigt sich am häufigsten an der Haut in Form der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenstichstelle, kann aber auch schwerere Erkrankungen am Nervensystem, den Gelenken und am Herz hervorrufen, ist aber gut mit Antibiotika therapierbar.

Weiterführende Informationen zum Thema:


Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. Als interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachbehörde verfolgt das LGL in seinem Handeln stets den „One-Health-Ansatz“ – denn nur gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel, und nur eine gesunde Umwelt ermöglicht körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen.
Daher sind am LGL verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zum Beispiel aus der Human- und Veterinärmedizin, der Lebensmittelchemie, aus den verschiedenen Ingenieurswissenschaften, der Physik, der Psychologie, der Ernährungswissenschaft, der Chemie oder Biologie. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln.

Über das NRZ für Borrelien
In Deutschland werden seit 1995 zur Überwachung wichtiger Infektionserreger Nationale Referenzzentren (NRZ) berufen. Das Nationale Referenzzentrum für Borrelien (NRZ für Borrelien) ist eine zentrale Einrichtung, die sich mit der Diagnostik, Forschung und Beratung zu Lyme-Borreliose beschäftigt. Die Aufgaben des NRZ für Borrelien umfasst unter anderem epidemiologische Untersuchungen, die diagnostische Analyse in speziellen Fällen, Subtypisierungen von Borrelien, eine Stamm- und Materialsammlung sowie die Beratung von Laboratorien und klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten. Das NRZ für Borrelien ist seit 2008 durchgehend am LGL angesiedelt.