Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pressemitteilung

19.09.2022
Nr. 31/2022

Gesundheit

Zum Weltkindertag (20.09.): Säuglingssterblichkeit in Bayern kontinuierlich gesunken - Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern fanden auch in Pandemiezeiten statt

Die Säuglingssterblichkeit in Bayern ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 2021 lag die Sterblichkeit bayernweit bei 2,6 gestorbenen Säuglingen je 1.000 Lebendgeborenen (deutschlandweit 3,0). Anfang der 1980er-Jahre lag sie noch bei etwa 11 je 1.000 Lebendgeborenen. Anlässlich des Weltkindertags am 20. September möchte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf die Fortschritte in der Gesundheitsversorgung in Bayern aufmerksam machen, insbesondere die Prävention des plötzlichen Kindstods sowie die Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen für Neugeborene.

Ein wichtiger Baustein für ein gesundes Aufwachsen von Geburt an ist auch das stetig verbesserte Angebot an Früherkennungsuntersuchungen in Bayern, die auch in Pandemiezeiten durchgeführt wurden. Hierzu zählt das Neugeborenen-Screening, ein Angebot zur Früherkennung von angeborenen Störungen des Stoffwechsels und des Hormonsystems (sowie inzwischen auch des Blut-, Immun- und neuromuskulären Systems). Seit 1999 wurden im Rahmen des Neugeborenen-Screenings (Daten verfügbar bis Ende 2020) über 99 Prozent der bayerischen Neugeborenen gescreent, bei 2.182 Kindern wurde eine der betreffenden Krankheiten entdeckt. Langzeituntersuchungen des LGL zeigen, dass Kinder bei rechtzeitiger Behandlung solcher angeborenen Krankheiten überwiegend dieselbe körperliche und geistige Entwicklung wie nicht betroffene Kinder haben. 

Bei rund 95 Prozent aller bayerischen Neugeborenen wurden zudem seit 2009 Hörscreenings durchgeführt. Beim Neugeborenen-Hörscreening (NHS) geht es darum, angeborene Hörstörungen bis zum Alter von drei Monaten zu diagnostizieren, um mit der Therapie bis zum Ende des sechsten Lebensmonats beginnen zu können. Seit Beginn des Hörscreenings wurde bei 1.446 in Bayern geborenen Kindern die Diagnose einer beidseitigen permanenten therapiebedürftigen Hörstörung gestellt, so dass vielfach ein früherer Beginn von Unterstützung und Behandlung möglich war.  Dies trägt maßgeblich zu einer besseren sprachlichen, psychosozialen und intellektuellen Entwicklung bei.

Ein weiterer wesentlicher Baustein in der Verbesserung der Lebensbedingungen für Neugeborene und Kinder sind die begleitenden Früherkennungsuntersuchungen – die sogenannten U-Untersuchungen –, in denen die Gesundheit, der Impfstatus und der Entwicklungsstand der Kinder genau geprüft werden. Die Untersuchungen U1 direkt nach der Geburt und die U2 wenige Tage nach der Geburt finden in der Regel noch im Krankenhaus statt, die folgenden Untersuchungen bis U6 erfolgen bereits innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate. Weitere Früherkennungsuntersuchungen begleiten die Kinder bis in Teenageralter. Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sind derzeit die Untersuchungen für Kinder (U1-U9) und Jugendliche (J1) enthalten, auch private Krankenkassen erstatten diese in der Regel. Seit 2008 ist die Teilnahme an U1 bis U9 in Bayern für alle Kinder zudem verpflichtend. Zwar gab es unmittelbar nach Beginn der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2020 einen kurzzeitigen Rückgang der Inanspruchnahme, die Untersuchungen wurden aber weitgehend nachgeholt. .

Kampagnen und Projekte am LGL
Für das bayerische Neugeborenenscreening auf Stoffwechsel- und Hormonstörungen wie auch das NHS erfolgen im Screeningzentrum des LGL Konzeption, Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation. Überdies startete das LGL 2021 mit dem Pilot-Projekt „U0“ ein Konzept zur Elternberatung vor der Geburt. Daneben initiiert das LGL regelmäßig weitere Präventionskampagnen für Kinder, z. B. zur Verhinderung des plötzlichen Säuglingstodes, des Schütteltraumas oder Kampagnen zur Stillförderung und stellt hierfür Infobroschüren zur Verfügung. Zudem wird am LGL die bayerische Schuleingangsuntersuchung konzipiert, weiterentwickelt und koordiniert.

Weiterführende Informationen, darunter den aktuellen Kindergesundheitsbericht der Bayerischen Staatsregierung, finden sich unter: 
Gesundheitsberichterstattung in Bayern: Kindergesundheit (bayern.de)
Kindergesundheit: Gesundheitsförderung und Prävention (bayern.de)


Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit.
Am LGL sind verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen z. B. aus der Lebensmittelchemie, Human- und Veterinärmedizin, aus den verschiedenen Ingenieurswissenschaften, Physik, Psychologie, Ökotrophologie, Chemie oder Biologie. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln.