Pressemitteilung
23.07.2026
Nr. 27/2026
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Sichere Lebensmittel, Krisenfestigkeit und Schutz vor Tierseuchen in Bayern: LGL veröffentlicht Jahresbericht 2025
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht – dieser erscheint erstmalig ausschließlich online. Als Teil der amtlichen Lebensmittelüberwachung hat das LGL wieder zahlreiche Lebensmittel risikoorientiert untersucht. Schwerpunkte waren unter anderem die Untersuchungen von Teigwaren und Saatgut. Im Rahmen der Öffentlichen Gesundheit standen die Analyse der psychischen Krisen- und Notfallversorgung in Bayern sowie die Erprobung der Krisenfestigkeit in einer biologischen Sonderlage im Fokus. Beim Einsatz für die Tiergesundheit stellten die Bekämpfung der Geflügelpest und Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest wichtige Aufgaben des LGL dar.
„Den Verbraucherschutz in Bayern zu sichern und die Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken zu schützen, dafür setzen sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ein“, sagt Prof. Dr. Christian Weidner, Präsident des LGL. Weidner ergänzt: „Die Ergebnisse unserer Arbeit, die stets entsprechend aktueller fachlicher Standards und Methoden gewonnen werden und auf nachprüfbaren Fakten beruhen, stellen wir nun in unserem Jahresbericht zur Verfügung.“
Insgesamt ist die Lebensmittelsicherheit in Bayern weiterhin hoch, nur von 0,3 % der untersuchten Proben an Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, kosmetischen Mitteln und Tabakwaren ging ein gesundheitliches Risiko aus. Besonderes Augenmerk galt gefüllten Teigwaren. So hat das LGL 208 Proben trockene und verpackte, frische und verpackte und vorgekochte Tortellini aus der Gastronomie mikrobiologisch untersucht. In keinem Fall ging von den untersuchten Produkten eine Gesundheitsgefahr aus. Insgesamt wiesen 16 Proben erhöhte Keimgehalte sowie sieben Proben Verderbsanzeichen auf. Eine wichtige Empfehlung ist, stärkehaltige Lebensmittel wie vorgegarte Teigwaren kühl zu transportieren und zu lagern und die Hygienestandards bei der Zubereitung einzuhalten. Insbesondere eine unzureichende Kühlung vorgegarter Lebensmittel fördert die Vermehrung von Mikroorganismen.
Außerdem hat das LGL 121 Saatgutproben auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersucht. In keiner der Proben konnten diese nachgewiesen werden. Dies ist von besonderer Bedeutung, da Saatgut am Anfang der Produktionskette bei Lebensmitteln steht und keine gentechnisch veränderte Pflanze eine Zulassung zum Anbau in Deutschland hat. Untersucht wurde Saatgut von Mais, Soja und Winterraps, da bei diesen Fruchtarten weltweit ein größerer Anteil gentechnisch veränderter Sorten angebaut wird. Im Jahr 2025 wurden deutschlandweit keine gentechnisch veränderten Bestandteile in Saatgut nachgewiesen.
Krisenmanagement in Bayern
Wesentlich für die Gesundheit der Menschen sind entsprechende Versorgungsstrukturen. Im Rahmen des Projekts „Psychische Krisen- und Notfallversorgung in Bayern“ leitete das LGL ein Projekt, bei dem die psychosoziale bzw. psychiatrische Krisen- und Notfallversorgung in Bayern analysiert wurde. Das Ergebnis: Zwar gilt es, den Zugang zu psychosozialen Unterstützungsangeboten weiterhin zu erleichtern, aber insgesamt verfügt Bayern bereits über ein vielfältiges Versorgungs- und Hilfsangebot.
Krisenfestigkeit zu wahren galt es auch bei einer behördenübergreifenden Übung, bei der unter Koordination des LGL gezielt das Szenario einer möglichen Bioterror-Gefahr und deren Beseitigung erprobt wurde. Schauplätze waren eine Notaufnahme in einem Krankenhaus sowie ein Wohnhaus und ein Heimlabor, die Übung wurde bewusst als Vollübung ohne Vorabinformationen für die beteiligten Teams angelegt. Das Resümee: Bayern ist für Ereignisse mit besonderer Komplexität auch in einer biologischen Sonderlage gut gerüstet. Die Übung offenbarte aber auch Optimierungspotenzial, zum Beispiel im Hinblick auf eine möglichst frühzeitige Information und Einbindung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes am Ort des Geschehens.
Tierseuchen auch weiterhin im Blick
Ebenso prägte der Einsatz gegen Tierseuchen die Arbeit des LGL maßgeblich. Beispielsweise war die Expertise des LGL bei der Aviären Influenza, auch Geflügelpest genannt, gefragt: Denn trotz aktuell gesunkener Fallzahlen muss weiterhin mit möglichen Geflügelpestausbrüchen gerechnet werden. Das LGL führt daher ganzjährig Monitoringuntersuchungen bei verendet aufgefundenen Wildvögeln durch, um die Lage in Bayern im Blick zu haben: Zwischen Oktober und Dezember 2025 gab es 276 amtlich bestätigte Fälle der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) bei Wildvögeln und fünf Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln in Bayern. Deutschlandweit wurden in dieser Zeit fast 2.500 Fälle gemeldet.
Auch im Jahr 2025 ist in Bayern kein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgetreten. Bayernweit untersuchte das LGL vergangenes Jahr 21.825 Proben von gesund erlegten Wildschweinen virologisch auf das ASP-Virus, alle Proben waren unauffällig. Deutschlandweit wurden hingegen 2.003 Fälle registriert. Das LGL hat bereits in den vorangegangenen Jahren zahlreiche präventive Maßnahmen zum Schutz vor der ASP durchgeführt, dazu zählen beispielsweise die Errichtung von Schutzzäunen, die Ausbildung von Kadaversuchhunden oder der Aufbau und die Bevorratung von Seuchenschutzmaterial.
Link zum LGL-Jahresbericht 2025: www.lgl.bayern.de/jb2025.
Die den Jahresbericht ergänzenden „Zahlen, Daten, Fakten“ über das LGL finden Sie unter dem Link www.lgl.bayern.de/zdf.
Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. Als interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachbehörde verfolgt das LGL in seinem Handeln stets den „One-Health-Ansatz“ – denn nur gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel, und nur eine gesunde Umwelt ermöglicht körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen.
Im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung umfassen die Aufgaben des LGL die Untersuchung und rechtliche Beurteilung von Lebensmitteln einschließlich der toxikologischen Risikobewertung bedenklicher Inhaltsstoffe. Das LGL sieht sich dabei als Dienstleister im Bereich der Lebensmittelsicherheit, um die bayerische Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken sowie vor Irreführung und Täuschung zu schützen.

